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KURZNEWS 23. November 2010

Antibakterielle Folie für Fleisch-Frischhaltung / «Fluss. Bar Grill Sushi» ist offiziell bester Gastrobetrieb 2011 / Verbot der Schweinesuppe bedroht Grossmästereien / Ablehnung von Gentech-Food wird immer grösser

von Foodaktuell Importer

Antibakterielle Folie für Fleisch-Frischhaltung

Forscher haben eine Verpackungsfolie entwickelt, die Bakterien abtötet und Lebensmittel länger frisch hält. Nach Angaben von Lebensmittelchemikern vom Fraunhoferinstitut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) in Freising lässt sich damit die Haltbarkeit von Frischfleisch, Käse, Fisch oder Schnittwurst verlängern.

Die antimikrobiell aktive Folie wurde mit Sorbinsäure beschichtet – einem Wirkstoff, der den lebensmittelrechtlichen Vorschriften entspricht, nicht giftig oder allergen ist, neutral riecht und schmeckt. Darüber hinaus muss sich der Wirkstoff gut auf die Folien aufbringen lassen. Sorbinsäure wird in einem Lack aufgelöst und auf die Basisfolie aufgetragen, die nach dem sog. Release-Mechanismus arbeitet.

Laut Carolin Hauser (IVV) wird ein antimikrobieller Wirkstoff beim direkten Kontakt an die Produktoberfläche abgegeben. So bietet die Verpackung mit nur geringsten Mengen dieses Wirkstoffs einen effektiven Schutz des Fleisches, denn gerade dessen Oberfläche stellt den primären Angriffspunkt für die Keime dar. Für die Tests entnahm die Forscherin Stücke aus einem Schweinelachs und kontaminierte das Fleisch einen Tag nach der Schlachtung mit jeweils rund 1.000 Kolonie bildenden Einheiten (KbE) des pathogenen Keims von Escherichia coli. Anschliessend wurden die Stücke in normale und aktive Folie verpackt.

Nach sieben Tagen Lagerung im Kühlschrank bei 8 °C zeigten sich schon starke Unterschiede in der Farbe. Auch die mikrobielle Untersuchung ergab, dass die Keime durch die Folie erfolgreich abgetötet wurden. Die Anzahl der E. coli-Bakterien fiel innerhalb von sieben Tagen auf etwa ein Viertel des Anfangswertes. Nach Angaben von Carolin Hauser reduzierte sich die Gesamtkeimzahl auf der Oberfläche nach einer Woche im Vergleich zu der unbehandelten Folie deutlich. Bisher gibt es antimikrobiell aktive Folien in Japan – dort kommen als aktive Wirkstoffe unter anderem Silber, Wasabi und Ethanol zum Einsatz. (Behrs / netdoktor.de 23. November 2010)

«Fluss. Bar Grill Sushi» ist offiziell bester Gastrobetrieb 2011

Die siebte Ausführung der «Best of Swiss Gastro Award»-Verleihung fand gestern vor ausverkauftem Haus statt. Den Höhepunkt bildete die Bekanntgabe des Best of Swiss Gastro Masters 2011: das Thuner Outdoor-Lokal «Fluss. Bar Grill Sushi», das sich mitten im Stadtzentrum an der Aare befindet.
Die Gewinner der neun Kategorien sind:

Kategorie Classic:
Landhotel Hirschen, Erlinsbach

Kategorie Trend:
Haus Hiltl, Zürich

Kategorie Gourmet:
Neue Blumenau, Lömmenschwill

Kategorie Coffee:
aarebar, Solothurn

Kategorie Bar&Nightlife:
Pirates Musicbar & Restaurant, St. Margarethen

Kategorie On the Move:
not guilty, Zürich

Kategorie Business&Care:
UBS Restaurant, Opfikon

Kategorie Activity:
Vernissage Berghaus Plattjen, Saas-Fee

Kategorie Outdoor:
Fluss. Bar Grill Sushi, Thun

(Best of Swiss Gastro 23. November 2010)

Vier EU-Staaten fordern Verlängerung für Käfighaltung

Vier Mitgliedstaaten der EU haben angekündigt, dass sie den Ausstieg aus der Käfighaltung von Legehennen nicht rechtzeitig umsetzen werden. Die EU-Kommission will aber am Zeitplan festhalten. Spanien, Frankreich, Italien und auch Polen haben Anfang Oktober 2010 der EU-Kommission mitgeteilt, dass sie die Frist zur Umstellung am 01.01.2012 nicht einhalten können.

Laut Experten werden 20 bis 25 % der französischen Produzenten den Ausstieg noch nicht bis 2012 umgesetzt haben. Spanien kündigte an, dass es bis zu vier Jahre dauern wird, die geforderten Auflagen zu erfüllen. Italien und Polen nannten zwar keine Zahlen, machten aber deutlich, dass sie die Frist ebenfalls nicht einhalten könnten. Polen fordert eine Fristverlängerung von 2012 auf 2017 – ansonsten ist die Existenzgrundlage der polnischen Geflügel- und Eierproduzenten gefährdet.

Die EU-Kommission dagegen will am Terminplan festhalten und lehnt Änderungen klar ab. In Deutschland protestieren der Zentralverband der Geflügelwirtschaft und der angeschlossene BDE Bundesverband Deutsches Ei gegen eine Fristverlängerung. In Deutschland ist die Haltung von Legehennen in konventionellen Käfigen bereits seit dem 01.01.2010 verboten. (behrs / vetline.de 23.11.2010)

Verbot der Schweinesuppe bedroht Grossmästereien

22.11.2010 – (lid) – Ab Juli 2011 dürfen Speisereste nicht mehr an Schweine verfüttert werden. Zu spüren bekommen dies vor allem Grossmästereien.
Aus Angst vor Tierseuchen hat die EU das Verfüttern von Schweinesuppe schon vor Jahren verboten. Die Schweiz muss aufgrund der Bilateralen Abkommen nachziehen. Kleine und mittlere Bauernbetriebe seien davon wenig betroffen. Zu spüren bekämen das Verbot vor allem jene sieben Grossmästereien, welche die Hauptabnehmer der Schweinesuppe seien, schreibt die Nachrichtenagentur SDA am 22. November.

Gemäss Felix Grob, Geschäftsführer des Schweineproduzentenverbandes Suisseporcs, seien diese existenziell bedroht. Zwar sei eine Umstellung auf andere Futtermittel wie Soja oder Mais denkbar. Weil die Anlagen der Grossmästereien aber auf Flüssigfütterung ausgerichtet seien, wären hohe Investitionen nötig, was bei den aktuell tiefen Preisen für Schweinefleisch womöglich wirtschaftlich keinen Sinn mache.

Das Verbot der Schweinesuppe hat aber noch weitere Konsequenzen: Die Grossmästereien dürfen, anders als die übrigen Betriebe, bis zu 3‘000 Tiere halten. Dies, weil sie sich – quasi im öffentlichen Interesse – für die Wiederverwertung von Speiseresten kümmern. Mit dem Verbot falle diese Aufgabe aber weg, die Bestände müssten daher massiv reduziert werden. Suissporcs kämpft nun gemeinsam mit dem Schweizerischen Bauernverband für längere Übergangsfristen für diese Grossbetriebe.

Zwiebeln und Regen am Berner Zibelemärit

22.11.2010 – (lid) – 196 Stände für Zwiebeln, Gemüse und Obst hat die Berner Orts- und Gewerbepolizei dieses Jahr bewilligt, dazu 417 Stände für Waren anderer Art. 47,9 Tonnen Zwiebeln werden feilgeboten – gut zwei Tonnen mehr als im Vorjahr, aber elf weniger als im Jahr 2008.

Der Berner Zibelemärit findet immer am vierten Montag im November statt. Eine Legende besagt, er gehe auf den Stadtbrand von 1405 zurück. Als Dank für die Hilfe aus dem Kanton Freiburg hätten die Berner den Freiburger Bauern erlaubt, im November ihre Zwiebeln in Bern zu verkaufen. In Tat und Wahrheit geht der Zibelemärit aber laut dem Berner Historiker Rudolf J. Ramseyer auf eine Ausweitung der traditionellen zweiwöchigen Berner Martinimesse um Zwiebeln aus der Region Mont Vully FR zurück, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt.

FAO warnt vor hohen Lebensmittelpreisen

17.11.2010 – (lid) – Die Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der UNO (FAO) befürchtet 2011 Lieferengpässe und hohe Preise bei Nahrungsmitteln.
Die FAO geht davon aus, dass die Konsumenten 2011 für Grunderzeugnisse höhere Preise bezahlen müssen, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Gründe dafür sind die hohe Nachfrage nach Lebensmitteln sowie die zurzeit tiefen Lagerbestände aufgrund von Missernten. So wird die globale Weizenproduktion dieses Jahr voraussichtlich um zwei Prozent sinken.

Ablehnung von Gentech-Food wird immer grösser

Immer mehr Europäer lehnen Gentechnik im Essen ab. Das ergab die jüngste Umfrage des Eurobarometers im Auftrag der EU-Kommission http://ec.europa.eu. Die Studie in den europäischen Ländern zeigt ein umfassendes Bewusstsein der Befragten zum Thema Gentechnik in Lebensmittel.

Seit 2004 sind alle Lebens- und Futtermittel kennzeichnungspflichtig, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten, daraus bestehen oder daraus hergestellt sind. Produkte wie Milch, Fleisch und Eier von Tieren, die Gen-Pflanzen gefressen haben, müssen nicht gekennzeichnet werden. Die grösste Gefahr bestehe beim Schweinefleisch. Bio-Produkte
müssen gentechnikfrei sein.

Bei Lebensmittel aus Mais, Raps und Soja und deren Verarbeitungsprodukte wie Soja- und Rapsöl, Sojalecithin oder Maisstärke ist beim Einkauf besonders zu achten, da diese in vielen Fallen aus gentechnisch veränderten Pflanzen stammen. Bei wenig verarbeiteten Lebensmittel ist die Gefahr von Gentechnik geringer.

Stark verarbeitete Produkte weisen einen grossen Anteil an Zusatzstoffen auf, welche mit Hilfe eines gentechnisch veränderten Organismus erzeugt worden sein könnte. In den USA und Kanada sind bereits viele gentechnisch veränderte Pflanzen in Lebensmitteln zugelassen. Konsumenten sollten daher bei der Wahl ihrer Produkte auf das Ursprungsland achten. (pte 16.11.2010)