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WEEKENDNEWS 27.November 2010

Vacherin Mont-d’Or unterliegt im AOC-Streit vor Bundesgericht / BO Milch-Delegierte beschliessen neues Milchmengenmodell / Schweizer Weinbauforum gegründet / Dicke riechen Nahrung besser

von Foodaktuell Importer

Vacherin Mont-d’Or unterliegt im AOC-Streit vor Bundesgericht

24.11.2010 – (lid) – Das Bundesgericht hat entschieden, dass der Krümmenswiler Försterkäse den AOC-Schutz des Vacherin Mont-d’Or nicht verletzt.
Damit endet ein jahrelanger Streit zwischen einer Toggenburger Käserei und der Sortenorganisation Vacherin Mont d’Or, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Das Bundesgericht hält in seinem Entscheid fest, dass der Käse aus dem Toggenburg das direkte oder indirekte Ansehen des Vacherin nicht ausnutze.

Es sei zulässig, dass der Försterkäse wie der Vacherin Mont d’Or von einem Holzreifen umfasst werde, weil dieser kein spezifisches Element des Vacherin Mont d’Or sei und auch bei anderen Käseprodukten eingesetzt werde. Auch die runde Form stelle für einen Weichkäse keine Besonderheit dar.
Das Bundesgericht bestätigte mit seinem Urteil Entscheide des St. Galler Gesundheitsdepartementes und des Bundesverwaltungsgerichts.

BO Milch-Delegierte beschliessen neues Milchmengenmodell

24.11.2010 – (lid) – Die Delegierten der Branchenorganisation Milch (BOM) haben an ihrer Versammlung vom 14. November in Bern neue Regeln für den Milchmarkt beschlossen.
Das vom BOM-Vorstand vorgeschlagene Modell sieht vor, dass in den Verträgen zwischen Milchproduzenten und Milchhändlern die Milchmengen nach Verwendungszweck definiert werden müssen:
Ein A-Segment für Milchprodukte, die im geschützten Inlandmarkt verkauft werden,
ein B-Segment für Milchprodukte, die ohne Stützung in der EU verkauft werden
ein C-Segment für Milchprodukte, die ohne Beihilfen auf dem Weltmarkt verkauft werden.

Ferner müssen die Milchhändler mindestens 60 Prozent ihrer Milch im A-Segment kaufen und verkaufen. Vollständige Transparenz unter den Vertragspartnern und gegenüber der BO Milch soll ferner dafür sorgen, dass die Regeln auch eingehalten werden.

Ein Antrag der Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP), das Mengenmodell vom Bundesrat für allgemeinverbindlich erklären zu lassen, war vom Vorstand abgelehnt worden und wurde von der ZMP zurückgezogen. BO Milch-Präsident Markus Zemp erklärte, man werde die Entwicklung am Milchmarkt beobachten und falls nötig an einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung auf die Allgemeinverbindlichkeit zurückkommen.

Albert Rösti, Direktor der Schweizer Milchproduzenten (SMP), erklärte, man stimme dem neuen Modell zu. Da dieses aber keine nationalen Ausgleichs- und Solidaritätsmassnahmen enthalte und nicht verhindern könne, dass die niedrigpreisigen C-Mengen sehr ungleich verteilt seien, sei die SMP der Meinung, dass ergänzende Massnahmen nötig seien. Damit meinte Rösti in erster Linie die Motion des SVP-Nationalrates Andreas Aebi, die im Frühling 2011 im Ständerat debattiert wird, aber auch die Motion von Bauernverbandsdirektor und FDP-Nationalrat Jacques Bourgeois, die noch strengere Regeln für die Milchkaufverträge verlangt.

Schweizer Weinbauforum gegründet

(ACW Changins, 19.11.2010) – Mehrere Schweizer Weinbauorganisationen haben das Schweizer Weinbauforum (forum vitivinicole suisse – FVVS) aus der Taufe gehoben. Das Forum bietet den verschiedenen Akteuren, die in der Forschung, Weiterbildung und Popularisierung aktiv sind, eine Plattform zum Austausch nicht nur untereinander, sondern auch mit Fachleuten aus dem Weinbaubereich. Das Forum vereinigt die Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil (ACW), Agridea, die Ingenieurschule Changins, Bio-Suisse, die Schweizer Oenologen (USOE) sowie Vitiswiss. Die Kantonalen Verantwortlichen des Weinbaus haben darin den Status als ständige Gäste.

Die Geburt des Schweizer Weinbauforums ist der Erfolg eines Prozesses, der vor fast zwei Jahren von einer Arbeitsgruppe begonnen wurde, die auf Initiative von ACW eingerichtet wurde und aus Vertretern von Agridea und Vitiswiss bestand. Sie war sich bewusst, dass weit verstreut verfügbare Ressourcen der Entwicklung der Forschung und der Popularisierung im Bereich Weinbau nur von Nachteil sein können. Daher wollte die Arbeitsgruppe eine Struktur auf die Beine stellen, anhand derer es möglich ist, unterschiedliche Arten von Zusammenarbeit zu entwickeln, nach Synergien zu suchen und bestehende Kooperationen zu stärken. Die Schaffung einer Plattform zum Austausch zwischen den betroffenen Organisationen schien schon bald die beste Lösung zu sein.

Das FVVS muss insbesondere durch einen Austausch und bessere Kenntnis der Tätigkeiten der verschiedenen Mitglieder für einen effizienten und wirkungsvollen Einsatz nicht nur finanzieller, sondern auch menschlicher Ressourcen sorgen, die der Branche für die Forschung und Entwicklung zur Verfügung stehen. Das FVVS beschäftigt sich ausschliesslich mit technischen Aspekten. Alle Fragen von politischem, wirtschaftlichem oder vermarktungsorientiertem Charakter sind ausgeschlossen. In diesem Sinne hat das Forum soeben Aktionen ergänzt, die von der Interprofession de la vigne et des vins suisses, Swiss Wine Promotion oder auch diversen Berufsverbänden durchgeführt wurden.

Die Aktionen des FVVS werden finanziell von Felco in Les Geneveys-sur-Coffranes sowie dem Bundesamt für Landwirtschaft unterstützt. Den Vorsitz hat Daniel Dufaux, Präsident des USOE, das Sekretariat wird von Vitiswiss übernommen. Das FVVS steht allen Schweizer Weinbauorganisationen offen, deren Hauptaufgaben in den Bereichen Forschung, technische Entwicklung, Weiterbildung sowie Popularisierung liegen.

Die Vorstellung des Forschungsprogramms von ACW für 2012 – 2013 sowie der Forschungsprojekte, die derzeit an der Ingenieurschule Changins laufen oder auch die diversen von Agridea entwickelten Achsen haben grosses Interesse hervorgerufen. Diese ersten Gespräche haben gezeigt, wie nützlich eine solche Struktur ist, sofern dies überhaupt bewiesen werden musste. Durch sie war es möglich, verschiedene Punkte von laufenden Projekten zu klären, neue Erwartungen zu erheben und neues Licht auf Fragen zu werfen, die als zweitrangig galten. Sie werden auf alle Fälle zu einer stärkere Interaktivität führen.

Das FVVS wird die kommenden Monate dazu verwenden, seine Strukturen zu konsolidieren. Es wird sich ausserdem mit seiner Strategie und seiner Vision der technischen Entwicklung der Schweizer Weinbaukultur beschäftigen. Ausserdem möchte es die kurz- und langfristigen Erwartungen hinsichtlich Forschung und Ausbildung in der Branche festhalten. Auf der Grundlage dieser Elemente wird das FVVS in der Lage sein, die Verbindung zwischen den Fachleuten der Weinbaubranche und den Institutionen, zuständig für Forschung und Popularisierung, herzustellen.

Gastronomia 2010, gutes Endergebnis

Gastronomia, die Westschweizer Fachmesse für Hotellerie und Gastronomie hat frischen Wind in den Segeln! Nach den vier Ausstellungstagen mit über 6000 Besucherinnen und Besuchern ziehen wir eine sehr positive Bilanz für die Ausgabe von 2010. Hotelbesitzer und –direktoren von Häusern diverser Kategorien (inklusive 4- und 5-Stern-Betriebe), F&B-Manager und Küchenchefs auch namhafter Restaurantketten, Direktoren und Ausbildungsverantwortliche von Hotelfachschulen sowie viele weitere Interessierte trafen sich an der Gastronomia.

Die einladende Innenausstattung sowie die stimmungsvolle Dekoration und Beleuchtung boten den Besucherinnen und Besuchern ein warmes und gediegenes Ambiente. Das Diskussionsforum hat mit seinen gehaltvollen Beiträgen und den qualifizierten Teilnehmern zahlreiches Publikum angezogen. Im stilvollen VIP-Village, das auf 1800m2 punkto Eleganz einer 5-Stern-Hotellobby glich, trafen sich die eingeladenen Schlüsselkunden zum Networking in gehobener Atmosphäre. Die Aussteller demonstrierten ihr Fachwissen und knüpften interessante Geschäftskontakte.

Die Gastronomia ist wieder hautnah am Markt. Wir sind uns bewusst, dass wir unsere Anstrengungen nun verdoppeln müssen, um die Besucher- und Ausstellerzahlen zu erhöhen, und um das Angebot weiter zu differenzieren. Es ist unser erklärtes Ziel, die Messe zur erfolgreichsten und beliebtesten Plattform der Branche in der Westschweiz zu machen. Viele Unternehmenschefs und interessierte Besucher haben in diesem Jahr bewusst kritisch die Qualität des neuen Messekonzepts gemessen. Dieses spürbare Interesse ist für uns Ansporn, die Gastronomia 2012 noch attraktiver zu gestalten.

Wir haben den klaren und beherzten Willen zur Weiterentwicklung dieser Fachmesse. Dieser neue Schwung und Esprit wird nun genutzt, um die nächste Gastronomia anzubahnen, die vom 4. bis zum 7. November 2012 in Lausanne stattfinden wird. Wir werden im Herbst 2011 mit der aktiven Vermarktung beginnen und hoffen bereits jetzt gerne auf Ihre geschätzte Teilnahme. Es lohnt sich jedenfalls, den Termin in Ihrem Aktivitätenplan zu reservieren. (Gastronomia / Beaulieu Exploitation SA 18.11.2010)

Dicke riechen Nahrung besser

(University of Portsmouth 17.11.2010) – Übergewichtige verfügen über einen besseren Geruchssinn für Nahrung. Wissenschaftler der University of Portsmouth http://www.port.ac.uk gehen davon aus, dass diese ersten Hinweise helfen könnten zu erklären, warum manche Menschen mit ihrem Gewicht kämpfen. Es ist bereits bekannt, dass der Teil des Gehirns, der Informationen über Gerüche verarbeitet, mit jenen verbunden ist, die über die Ernährung bestimmen. Details der Studie wurden im Fachmagazin Chemical Senses http://chemse.oxfordjournals.org veröffentlicht.

In Grossbritannien ist laut BBC ein Viertel der Erwachsenen fettsüchtig. Ärzte befürchten, dass in Zukunft noch mehr Menschen übergewichtig sein werden. Zu einem grossen Teil dürften dafür zuviel Essen und zu wenig Bewegung verantwortlich sein. Wissenschaftler erforschen jedoch auch seit einiger Zeit die dieser Epidemie zugrunde liegenden Ursachen.

Das Team um Lorenzo Stafford wollte untersuchen, ob nicht auch ein veränderter Geruchssinn teilweise verantwortlich sein könnte. 64 Freiwillige wurden ersucht, an einer Reihe von Experimenten teilzunehmen, die ihre Fähigkeit zu riechen testeten. Es scheint so zu sein, dass Menschen Essensgerüche besser wahrnehmen können, nachdem sie gegessen haben und nicht wenn sie hungrig sind.

Die genauen Ursachen dafür sind bisher unbekannt. Stafford vermutet, dass der Körper so erkennt, dass keine weitere Nahrung mehr aufgenommen werden muss und damit verhindert, dass zu viel gegessen wird. Übergewichtige haben einen deutlich besseren Geruchssinn für Lebensmittel als Schlanke. Das gilt vor allem dann, wenn sie eine vollständige Mahlzeit zu sich genommen haben.

Stafford geht davon aus, dass dieser feinere Geruchssinn die Menschen dazu verleiten könnte weiterzuessen, auch wenn sie längst satt sind. Es sei denkbar, dass diese Wahrnehmung bei Menschen mit einem Hang zum Zunehmen eine aktivere Rolle spielt. Der Wissenschaftler hofft, dass diese Forschungsergebnisse weitere Studien in diesem Bereich anregen werden.