Datum:

WEEKENDNEWS 5.Dezember 2010

Schuldspruch in Gstaader Käse-Affäre / Positiver Trend bei Acrylamid, Minimierung stösst aber an Grenzen / Vatikan spricht sich für Gentechnik aus / Thurella gibt Produktion von Obi-Apfelsaft und Rittergold auf

von Foodaktuell Importer

Schuldspruch in Gstaader Käse-Affäre

03.12.2010 – (lid) – Der ehemalige Geschäftsführer der Milchproduzentengenossenschaft Gstaad, Hanspeter Reust, ist am 3. Dezember in Thun zu einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 660 Franken verurteilt worden. Er wurde des Betrugs schuldig gesprochen.
Das in Thun tagende Kreisgericht Obersimmental-Saanen befand den Mann für schuldig, der Migros im Jahr 2006 2,2 Tonnen Bergkäse als hochwertigen Alpkäse verkauft zu haben. Die Probezeit für den bedingten Vollzug der Strafe beträgt zwei Jahre. Zahlen muss der Mann aber auf jeden Fall eine Busse von 3000 Franken, wie die Nachrichtenagentur SDA meldet.

Der Mann beteuerte während des viertägigen Prozesses, es habe sich um eine Verwechslung gehandelt. Doch hielt ihm das Gericht entgegen, er habe in einem Telefonat vor dem Vorstand der Genossenschaft und bei der ersten Polizeieinvernahme eine absichtliche Falschlieferung zugegeben. In allen anderen Anklagepunkten sprach das Gericht den Mann frei. Die Anklage hatte ihm auch ungetreue Geschäftsbetreuung, eventuell Veruntreuung vorgeworfen.

Auch die Ehefrau des Mannes stand in Thun vor Gericht. Sie war bezüglich ungetreuer Geschäftsbetreuung, eventuell Veruntreuung der Gehilfenschaft angeklagt. Als Folge des Freispruchs ihres Mannes in diesen Punkten wurde auch sie freigesprochen. Der ehemalige Geschäftsführer der Gstaader Milchproduzenten ist heute in China tätig. Im Auftrag eines Weltkonzerns hat er dort ein kleines Unternehmen aufgebaut.

Optigal wächst und feiert

Die Geflügel-Marke der Micarna SA, die Optigal, wächst weiter und eröffnet am 3. Dezember 2010 in Wangen SZ eine neue Poulethalle. Damit baut sie ihre führende Position im Schweizer Geflügelmarkt und im Wirtschaftsgebiet der Migros Genossenschaft Zürich aus.
Die Optigal Poulet-Halle ist eine neue Halle, von der aus die Migros Genossenschaft Zürich beliefert wird. Optigal ist in der Westschweiz entstanden und hat vor allem dort viele Produzenten. Das Ziel ist es nun, im Raum Zürich und der Ostschweiz zu wachsen.

Die Micarna SA deckt den ganzen Produktionsprozess von Elterntierparks bis zu verarbeiteten Geflügelprodukten ab. Alle Produkte sind lückenlos rückverfolgbar. Selbst der Dung der Elterntiere wird von Optisol zu Dünger weiterverarbeitet und damit ein nachhaltiger Kreislauf geschlossen. 2011 wird Optigal 50 Jahre alt. An verschiedenen Events im Jubiläumsjahr wird gezeigt werden, wie Optigal die führende, integrierte Geflügelproduzentin der Schweiz wurde.

Die Micarna SA ist ein Unternehmen der Migros und führend im Schweizer Fleisch-, Geflügel- und Seafoodmarkt. Micarna ist vorbildlich betreffend Qualität, Innovation, Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit und beschäftigt mehr als 2‘300 Mitarbeitende in Courtepin, Bazenheid, Ecublens, Zürich sowie im Wallis und in Graubünden. Von den 2‘300 Beschäftigten sind 62 Lernende. Die Anzahl Ausbildungsplätze wird kontinuierlich auf 100 ausgebaut. Der Umsatz überschritt 2008 erstmals in der über 50-jährigen Geschichte eine Milliarde Schweizer Franken.

Die Micarna schafft mit ihrem breiten Produkt- und Dienstleistungsangebot klare Mehrwerte für Mensch, Tier und Umwelt. Labels wie TerraSuisse, Bio oder WWF Seafood Group zeigen das Engagement für eine faire Tierhaltung, intakte Umwelt und den professionellen Umgang mit allen Partnern. (Micarna 30.11.2010)

Positiver Trend bei Acrylamid, Minimierung stösst aber an Grenzen

(aid 1. Dezember 2010) – Kartoffelchips, Knäckebrot, Spekulatius und löslicher Kaffee enthalten weniger Acrylamid als in den Vorjahren. Bei Lebkuchen, Kaffeeersatz, Kartoffelpuffern und Pommes frites stossen die Minimierungsbemühungen offenbar an Grenzen. Das ist das Ergebnis der 8. Signalwertberechnung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

In Lebkuchen kommt es aufgrund der Zutaten (u. a. Mandeln, Honig) und des Backtriebmittels Hirschhornsalz besonders leicht zur Bildung von Acrylamid. Während der durchschnittliche Acrylamid-Gehalt im Vergleich zu den Vorjahren sank, stieg der Maximalwert an. “Die starke Streuung bei den Werten ist zum Teil auf unterschiedliche Produktionsverfahren zurückzuführen”, so Beate Olzem vom Bundesverband der Süsswarenindustrie.

“Bei industriell hergestellten Lebkuchen liegen die Acrylamid-Gehalte weit unter dem Signalwert, was die Hersteller vor allem durch Änderungen von Rezeptur und Herstellverfahren erreicht haben. Die Acrylamidbelastung wurde im Laufe der Jahre deutlich gesenkt.” Während man als Verbraucher Lebkuchen mit niedrigen Acrylamid-Gehalten nicht eindeutig erkennen kann, ist das bei Kartoffelchips eher möglich.

“Die Braunfärbung ist in der Regel mit dem Acrylamid-Gehalt gekoppelt,” so Dr. Norbert Haase vom Max-Rubner-Institut in Detmold. Durch die Bemühungen der Kartoffelchipshersteller konnten die Signalwerte in diesem Jahr erstmals gesenkt werden. Das ist vor allem auf geänderte Lagerbedingungen für Kartoffeln und neuartige Sortierverfahren der fertigen Kartoffelchips zurückzuführen. Sehr dunkel gebackene werden ausgesondert.

Mit der vorliegenden Signalwertberechnung zieht das BVL eine positive Bilanz des Minimierungskonzeptes, an dem Wirtschaft und Lebensmittelüberwachung gleichermassen beteiligt waren. Aufgrund der engen Zusammenarbeit beider Bereiche wurden in vergleichsweise kurzer Zeit die technisch möglichen Massnahmen effektiv umgesetzt. Dadurch hat sich der Acrylamidgehalt einzelner Warengruppen auf einem relativ niedrigen Niveau stabilisiert.

Das in Deutschland entwickelte Minimierungskonzept wird nun in der gesamten EU übernommen. Voraussichtlich ab Anfang 2011 gelten europäische Signalwerte, die die EU-Kommission auf der Grundlage eines europaweiten Monitorings seit 2007 erarbeitet. Ebenso wie die in Deutschland bereits im Jahre 2002 eingeführten Signalwerte, sollen die europäischen Werte den Lebensmittelherstellern und der Lebensmittelüberwachung in der EU als Orientierung zur Minimierung der Gehalte dienen. Acrylamid ist kein Schadstoff, der von aussen in Lebensmittel gelangt.

Es entsteht wenn Kartoffel- oder Getreideprodukte stark erhitzt werden. Das kann zu Hause beim Backen, Braten, Frittieren oder Rösten passieren, aber ebenso in der Gastronomie oder in der Lebensmittelindustrie. Das gesundheitliche Risiko durch Acrylamid ist noch nicht abschliessend geklärt. Internationale Expertengremien haben es als “wahrscheinlich Krebs erzeugend für den Menschen” eingestuft. Die Experten wissen jedoch noch nicht, ob diese Wirkung bereits bei den üblichen Aufnahmemengen eintritt.

Vatikan spricht sich für Gentechnik aus

01.12.2010 – (lid) – Laut dem deutschen Magazin Novo Argumente spricht sich die päpstliche Akademie der Wissenschaften in einem Positionspapier für den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft aus. Das Dokument des Vatikans enthalte ein klares Plädoyer zugunsten der Nutzung von modernen Biowissenschaften in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion, wie Novo Argumente in einer Medienmitteilung schreibt.

Nach Ansicht der Akademie könnten vor allem arme Länder von den Vorteilen profitieren, weil wesentliche Fortschritte bei der Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität und der Nahrungsqualität ermöglicht würden. Die päpstliche Akademie der Wissenschaften hatte sich im Mai 2009 im Vatikan zu einer Studienwoche getroffen, bei der verschiedene Experten über die Vor- und Nachteile der Gentechnik debattierten. Nach Angaben von Novo Argumente werden die Ergebnisse der Tagung noch diese Woche veröffentlicht.

Thurella gibt Produktion von Obi-Apfelsaft und Rittergold auf

01.12.2010 – (lid) – Der Getränkehersteller Thurella stellt die Produktion des Apfelweins Rittergold sowie des Apfelsaftes Obi auf Ende 2010 ein. Die Einstellung ist nötig, weil Thurella ab Januar 2011 über keinen Abfüllbetrieb mehr verfügt, wie das Unternehmen in einer Medienmitteilung schreibt. Die bisherigen Kunden werden in Zukunft von Ramseier beliefert. Thurella will die verbleibenden Kräfte auf den Gemüsesaft Biotta und die Zusammenarbeit mit Migros konzentrieren, deren Tochter Aproz das Abfüllgeschäft für Obst- und Gemüsesäfte übernommen hat. Thurella liefert künftig nur noch das Mostobst-Konzentrat. Der Getränkehersteller hatte im Juli angekündigt, seinen Abfüllbetrieb in Eglisau auf Ende 2010 zu schliessen. Insgesamt baut Thurella rund 100 Stellen ab, was beinahe der Hälfte der Belegschaft entspricht.

Pascal Perraudin ersetzt René Kalt als Leiter Marketing bei Howeg

Pascal Perraudin ist neuer Leiter Marketing bei Howeg, dem grössten Gastronomiebelieferer der Schweiz. Er trat seine Funktion am 1. September 2010 an und löste René Kalt ab, der sich selbständig macht. Pascal Perraudin stösst zu Howeg, nachdem er für die Migros Gruppe in Zürich und für GfK Switzerland in Hergiswil gearbeitet hat. Seine Karriere startete Pascal Perraudin 1979 beim Migros-Genossenschafts-Bund, bei dem er in Zürich in verschiedenen Funktionen tätig war, darunter als Leiter Category Management und als Hauptverantwortlicher für die Abteilung Market Research. Später war er als Business Developer bei der Firma GfK Switzerland tätig.

Pascal Perraudin verfügt über einen breiten Leistungsausweis im Marketing und ist ein fundierter Kenner des Schweizer Detailhandels- und Grosshandelsmarktes. René Kalt verlässt Howeg nach sieben Jahren erfolgreicher Tätigkeit und macht sich selbständig. Er wird Howeg bei der Organisation des Lehrlingskochwettbewerbes „gusto11“ weiterhin unterstützend zur Seite stehen. (Howeg 1.12.2010)

Coffee Innovations Award startet: Prämierung für innovativsten Kaffeeprodukte der Welt

Die Branche rund um das Braune Gold ist innovativ. Das zeigt jedes Jahr aufs Neue die Vielzahl an
Produkteinführungen. Von nun an gibt es für alle Hersteller eine regelmässige Plattform, um ihre
Innovationskraft zu würdigen. Und für die kommenden Sieger ein kraftvolles Siegel zur Vermarktung.
Der Coffee Innovations Award 2011 ist gestartet. Eine Teilnahmemöglichkeit besteht bis zum 31. Januar 2011 für alle Produkte, welche auf dem Markt
seit max. ein Jahr erhältlich sind oder deren Markteinführung unmittelbar bevorsteht.
Unter allen Bewerbern wird eine unabhängige, fachlich qualifizierte Jury gesamt 40 Produkte in 8
Kategorien nominieren.

Die Auswahl und Bewertung erfolgt aufgrund diverser Kriterien, wie z. B. dem
Design- und Gesamtkonzept oder dem Innovationsgehalt. Aber auch das Thema Nachhaltigkeit spielt
eine Rolle.
Die letzt endliche Siegerwahl erfolgt durch eine anschliessende, öffentliche Internet-Abstimmung. Das
Produkt mit den meisten Stimmen je Kategorie wird zum Siegerprodukt gekürt.
Die Kategorien lauten:
1) Verarbeitung,
2) Maschinen & Mühlen,
3) Zubehör & Accessoires,
4) Zutaten,
5) Getränke,
6) Ergänzende Produkte,
7) Konzepte & Projekte,
8) Nachhaltigkeit (als Sonderkategorie).

Erstmalig wurde der Coffee Innovations Award im Jahr 2008 durchgeführt. Damals kamen die
Siegerprodukte von Café Harald Taupe, Dalla Corte s.r.l., Düring AG, Erste Bayreuther Porzellanfabrik
Walküre Siegmund Paul Meyer GmbH, FRAGIES International GmbH, Hälssen & Lyon GmbH, King
Car Food Industrial Co. Ltd. sowie Sabine Staber.
International und einzigartig bietet der Coffee Innovations Award der Gastronomie, dem Handel sowie
der Presse Information und Orientierung über innovative Neuheiten und Trends der Branche.
www.coffee-innovations-award.com