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Welchen Erfolg hat Biowein?

Das Angebot an Schweizer Biowein stagniert und die Konsumenten interessierts kaum, ob ein Wein die Bio-Knospe trägt. Aber im Ausland wächst der Markt für Bioweine, und mit dem Bioweinpreis MUNDUSvini BioFach gibt es eine internationale Prämierung.

von Foodaktuell Importer

Biowein mit dem Demeter-Label

Biologischer Rebbau wird erst seit rund 20 Jahren betrieben und ist somit eine der jüngsten Biokulturen der Schweiz. Zunächst lief alles nach Plan, die Nachfrage stieg an und die Anbauflächen wurden ausgedehnt. Mittlerweile ist Ernüchterung eingekehrt: Der Anbau stagniert, weil Biorebbau aufwendig ist und viel Erfahrung erfordert. Und auch die Verkäufe verharren auf eher tiefem Niveau.

Mit ein Grund dafür: Den meisten Konsumenten ist es egal, ob ein Wein aus biologischem oder konventionellem Anbau stammt. Bei verarbeiteten Produkten scheint der Griff zum Knospenlabel weit weniger populär zu sein, als bei Waren, die praktisch vom Feld auf dem Teller landen: Eine in der Coopzeitung im April 2010 veröffentlichte repräsentative Umfrage des Link Instituts zeigt, dass zwar bei Gemüse und Früchten zwei Drittel der Schweizer auf Bio-Qualität achten, beim Wein hingegen nur dreizehn Prozent. In Tat und Wahrheit dürften es noch weniger sein, so liegt laut der Schweizerischen Weinzeitung der Verkaufsanteil Biowein bei Coop, dem Schweizer Marktleader im Weinhandel, je nach Sorte zwischen drei und zehn Prozent.

Auch Bio Suisse, der Dachverband der Schweizer Knospe-Betriebe hat das Problem des mangelnden Absatzes erkannt. “Es scheint tatsächlich so, dass der Schweizer Konsument nicht sehr neugierig ist. Das Grundbedürfnis, Schweizer Weine neu zu entdecken, scheint noch kaum vorhanden zu sein”, sagt Sabine Lubow, Mediensprecherin von Bio Suisse. Allerdings schätzt sie die Lage als nicht allzu dramatisch ein: “Eine Abnahme der Bio-Anbaufläche von Wein konnten wir nicht feststellen. Und im Gegensatz zum konventionellen Weinbau, der dieses Jahr teils erhebliche Ernteeinbussen verzeichnete, bewegt sich die Erntemenge von Biotrauben im Wallis auf dem Vorjahresniveau.”

Zu kleine Mengen für Grossverteiler

Die mangelnde Neugier der Konsumenten ist aber nicht das einzige Problem des Schweizer Bioweins. Für grössere Weinhändler ist das aktuelle Angebot an Schweizer Biowein schlicht nicht ausreichend. So ist beim Bioweinspezialisten Delinat wegen der ungenügenden Liefermenge das Schweizer Angebot klein.


Bei Coop stellt sich die Lage ähnlich dar: “Das Problem ist, dass es in der Schweiz an Angeboten mit grösseren Mengen und einem akzeptablen Preis/Qualitätsverhältnis fehlt”, sagt Christoph Bürki, Verantwortlicher für Wein bei Coop. “Alles in allem verkaufen wir aber mehr Biowein denn je”. Potenzial für Schweizer Biowein wäre demnach vorhanden. Ohne ein breiteres Angebot wird es aber kaum genutzt und die Nachfrage nicht gesteigert werden können.

Zwei Prozent Bioreben

In der Schweiz pflanzen die Bio Suisse angeschlossenen Bauern auf rund 260 Hektaren Biotrauben an, das sind nur gerade zwei Prozent der gesamten Rebfläche. Besser als in der Schweiz sieht die Lage für den Bioweinbau in Deutschland aus. Dort stieg der Biorebbau gemäss dem Ökologie-Onlineportal Eco-World zwischen 2006 und 2008 um 60 Prozent an und beträgt mittlerweile rund 4‘400 Hektaren. Am meisten Biowein wird in Italien hergestellt, wo die Trauben auf 37‘000 Hektaren wachsen. Der ökologische Weinbau ist aber auch in Italien nur ein Nischenprodukt und macht gerade fünf Prozent der gesamten Rebfläche aus. (LID / Jonas Ingold)


Internationaler Bio-Weinpreis MUNDUSvini BioFach

Biowein-Prüfer am Benoten (Bild: Messe Nürnberg)

Im Gegensatz zu anderen Bioprodukten konnte sich Biowein in der Schweiz noch nicht durchsetzen. Aber im Ausland wächst der Markt für Bioweine, wie der Internationale Bio-Weinpreis MUNDUSvini BioFach zeigt:

Aus über 600 Weinen wurden an der BioFach-Messe 2010 in Nürnberg von einer internationalen Jury insgesamt 220 Medaillen vergeben: darunter 5 Mal Grosses Gold, 70 Mal Gold und 145 Mal Silber. Auch für die nächste Ausgabe der Bio-Weltleitmesse 2011 (siehe unten) verspricht die Kombination aus Messe-Know-how der BioFach und Wein-Expertise des Partners Meininger Verlag wieder eine hochkarätige Degustation.

Auch Christoph Meininger, Geschäftsführer MUNDUSvini und Meininger Verlag, ist zuversichtlich: “Die Bio-Branche boomt und das auch im Segment Wein. Der Markt der Bioweine wächst und wird immer weniger überschaubar. Eine Auszeichnung bei einem Wettbewerb wie dem Internationalen Bio-Weinpreis MUNDUSvini BioFach, bei dem unabhängige Experten die Qualität der Weine nach den anerkannten Normen der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) bewerten, ist daher ein wichtiger Gradmesser – für Erzeuger und Verbraucher.“

Degustiert werden die angestellten Proben am 9. und 10. Dezember 2010 in Neustadt/Weinstrasse von einer internationalen Fachjury, die sich aus renommierten und erfahrenen Degustations-Spezialisten aus aller Welt zusammensetzt. Die Bewertung erfolgt nach einem 100-Punkte-System und stützt sich auf die Geruchs- und Geschmacksprobe sowie eine individuelle Punktevergabe gemäss den Probetabellen des OIV und des internationalen Oenologen-Verbandes (UIŒ).

Die Auszeichnungen werden aufgrund eines gemeinsamen Beschlusses der Jury vergeben. Dabei ist die Zahl der Prämierungen entsprechend dem Reglement der OIV auf maximal 30 Prozent der teilnehmenden Proben beschränkt. Die besten Weine erhalten die Auszeichnungen „Grosses Gold“, „Gold“ und „Silber“. Die Preisverleihung findet im Februar im Rahmen der BioFach im Messezentrum der NürnbergMesse statt. (Text: Messe Nürnberg)

Biofach-Messe

Vom 16. bis 19. Februar 2011

Im Messezentrum Nürnberg

Internet: www.biofach.de