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KURZNEWS 4. Januar 2011

Saucisson Vaudois darf kein Schweineschnörrli enthalten / Deutschland: Dioxin in Eiern und Geflügel / DSR integriert Zürcher Stadtküche in Menu and More / Ackerbauprodukte sind in Zukunft ein knappes Gut

von Foodaktuell Importer

Saucisson Vaudois darf kein Sauschnörrli enthalten

03.01.2011 – (lid) – Das Bundesgericht hat ein Gesuch der Charcuterie Vaudoise zur Änderung des Pflichtenheftes zur Herstellung der Saucisson vaudois abgelehnt.
Die Saucisson vaudois darf auch in Zukunft keine Schweineschnauze enthalten.
Damit bestätigte das Bundesgericht einen Entscheid des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW), wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt.

Die Vereinigung Charcuterie Vaudoise hatte eine Änderung des Pflichtenheftes verlangt, weil nach Rezepten von Produzenten in gewissen Regionen Schweineschnauze in die Saucisson gehöre. Nach Ansicht des Bundesgerichts wäre durch die Zulassung die Qualität der Saucisson gefährdet, weil dadurch verbotenerweise Schwartenteile in die Wurst gelangen würden.

Deutschland: Dioxin in Eiern und Geflügel

03.01.2011 – (lid) – Im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen ist in Proben von Eiern und Geflügel Dioxin nachgewiesen worden. Die Behörden sperrten aufgrund des Dioxin-Nachweises 14 Geflügelbetriebe, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Die Dioxin-Belastung in den Proben überschritt den EU-Grenzwert um mehr als das Doppelte. Schuld an den hohen Dioxinwerten ist wahrscheinlich ein Hersteller von Futterfetten aus Schleswig-Holstein. In dem Betrieb wurden Fette zur Herstellung von Tierfutter mit Fetten zur Herstellung von Papier vermischt.

DSR-Gruppe integriert Zürcher Stadtküche in Menu and More

Die Zürcher Stadtküche wurde per 01.01.2011 nach 131-jähriger Geschichte in die DSR-Tochterfirma Menu and More AG integriert. Die DSR-Gruppe hält jetzt 80% an der Menu and More AG. Der Entscheid zum Verkauf der Stadtküche wurde im Juni 2010 durch das Stadtzürcher Stimmvolk getroffen und stellt einen wichtigen Meilenstein in der weiteren Expansion der DSR-Gruppe im Deutschschweizer Markt dar. Die rund 50 Stellen wurden zu den bestehenden Anstellungsbedingungen übernommen. In einem festlichen Akt erfolgte Mitte Dezember 2010 die „offizielle“ Schlüsselübergabe.

Im Beisein aller Mitarbeitenden und des Verwaltungsrates sowie zahlreichen geladenen Gästen aus dem Gesundheits- und Umweltdepartement und der DSR Stiftung, übergab Frau Stadträtin Dr. Claudia Nielsen am 17. Dezember 2010 im Rahmen einer feierlichen Abschiedsfeier offiziell den Schlüssel zur Stadtküche Zürich an Herrn Pierre-André Lautenschlager, Präsident der DSR-Gruppe.

Im Zuge dieser Integration wurde die Stadtküche als Dienstabteilung des Gesundheits- und Umweltdepartements der Stadt Zürich per Ende 2010 aufgelöst und in die bereits seit 2004 bestehende Menu and More AG integriert. Die Stadt Zürich bleibt mit 20% an der Menu and More AG beteiligt.

Die Zusammenführung des Produktions- und Vertriebsteils unter dem Dach der schweizweit tätigen DSR-Gruppe ermöglicht künftig Synergieeffekte sowie neue Absatzmöglichkeiten und einen verstärkten gemeinsamen Marktauftritt. Die Menu and More AG kann damit ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken und die DSR-Gruppe im weiteren Ausbau der Marktpräsenz in der Deutschschweiz unterstützen. Die Menu and More AG profitiert damit noch stärker von der Erfahrung und dem Know-how der DSR-Gruppe als starkem Partner.

Die DSR Stiftung wurde 1919 vom Cevi Schweiz und dem Blauen Kreuz Romandie gegründet. Von Anfang an hat sich das Unternehmen in den Dienst der Gemeinschaft gestellt. So begann die Geschäftstätigkeit von DSR mit der Zubereitung von Mahlzeiten für Soldatenheime. Heute erzielt die DSR-Gruppe mit 10 Tochterfirmen einen Umsatz von rund CHF 231 Millionen.

Die Menu and More AG wurde im Jahr 2004 als joint venture zwischen DSR und der Stadt Zürich gegründet. Bis Ende 2010 hat sie die Produkte der Stadtküche Zürich vertrieben. Aufgrund des Volksentscheids am 13. Juni 2010 wurde die Stadtküche ab 2011 in die Menu and More AG integriert. Die Menu and More AG ist auf die Produktion von Mahlzeiten für die Schul-, Krippen-, Senioren- und Personalverpflegung spezialisiert und erwirtschaftet einen Umsatz von rund CHF 12 Millionen. (DSR 3.1.2011)

Wichtiger Schritt Richtung E-Government

Tausende von Schweinehaltern und Eigentümer von Pferden, Ponys, Eseln, Mauleseln und Maultieren (Equiden) machen einen wichtigen Schritt in Richtung E-Government: Wenn sie ihre Tiere bei der Tierverkehrsdatenbank registrieren oder Zugänge melden, machen sie das seit dem 3. Januar 2011 über die Internetplattform www.agate.ch.

Landwirtinnen und Landwirte, Behörden und weitere Anwender mussten sich bisher in verschiedenste land- und veterinärwirtschaftliche IT-Systeme einloggen, um der Aufzeichnungspflicht nachzukommen, Direktzahlungen zu berechnen, Kontrollen koordiniert durchzuführen und Auswertungen zu machen. Mit dem Portal agate.ch werden diese Systeme nun verknüpft, so dass sich die Benutzer nur noch einmal anmelden müssen und ständig Zugang zu ihren Daten haben.

Zusätzlich können sie im öffentlichen Bereich von Informationen und Daten aus dem Primärsektor profitieren und sich über nationale Informatiksysteme sowie über die Kantonssysteme in den Bereichen der Landwirtschaft und des Veterinärwesens informieren. Im geschützten Bereich können sich registrierte Nutzer je nach Berechtigung eigene Daten und Kontrollergebnisse ansehen und auf diejenigen Systeme zugreifen, für die sie eine Befugnis haben.

Für die Unterstützung der meldepflichtigen Plattformnutzer hat Mitte Dezember 2010 der Agate Helpdesk seine Arbeit aufgenommen. Diese Anlaufstelle für Tierhalter und Equideneigentümer ist unter 0848 222 400 erreichbar.
Die Internetplattform agate.ch entstand unter dem Dach des Programms ASA 2011 (Agrarsektoradministration 2011) in Zusammenarbeit verschiedener Bundesämter, Kantone und Organisationen. (BLW 3. Januar 2011)

Ackerbauprodukte sind in Zukunft ein knappes Gut

Pflanzen könnten in Zukunft zu einem knappen Gut werden, wenn der aktuelle Trend zu einem rapid wachsenden Pflanzenkonsum anhält. Das berichten Forscher der NASA http://www.nasa.gov bei einer Tagung der US-Geophysiker in San Francisco. Im Jahr 2005 verbrauchte die Menschheit 25 Prozent der Biomasse, die von Pflanzen durch Photosynthese erzeugt wurde. 1995 waren es nur 20 Prozent. “Ein bedeutender Anstieg für diese kurze Zeit”, so Studienleiter Marc Imhoff.

Pflanzen liefern nicht nur Nahrung, sondern sind auch Grundlage von Papier, Textilien, Tierfutter, Brennholz, Biotreibstoffe, Gebäude, Verpackungsmaterial und Kunststoffen. Der Pflanzenkonsum steigt, zeigen die Verbraucherdaten. Das geht einerseits auf die wachsende Bevölkerung zurück, jedoch auch auf den steigenden Lebensstil. In Industrieländern wie etwa Kanada und den USA verbraucht derzeit jeder Einwohner pro Jahr sechs Tonnen Kohlenstoff aus Pflanzen, in Schwellenländern Südostasiens sind es noch unter zwei Tonnen.

Wie gross der Anteil des Konsums an der Gesamterzeugung der Pflanzen ist, haben die Forscher nun auf Basis von Satellitendaten abgeschätzt. Sie leiteten dabei durch die Messung des von Landpflanzen reflektierten Lichts die Strahlung ab, die für Photosynthese genutzt wird, und ergänzten die Angaben durch Angaben zu Temperatur und Wasser. Die Nettoproduktion an Biomasse durch Pflanzen ist in allen Weltregionen trotz Dürren oder Jahresschwankungen seit 1995 konstant geblieben, so die gute Nachricht.

Mit der erhöhten Nachfrage steigt allerdings der Anteil der vom Mensch benötigten pflanzlichen Biomasse ständig an, wozu im Untersuchungszeitraum vor allem der wirtschaftliche Aufschwung Südostasiens und Chinas beigetragen hat. In den zehn Beobachtungsjahren wuchs in dieser Region der Pflanzenverbrauch um 30 Prozent pro Kopf. Hält der weltweite Trend bis 2050 an und passen die Schwellenländer ihren Lebensstil dem heutigen der Industrieländer an, so beträgt der Verbrauch künftig bis zu 56 Prozent der jährlichen Pflanzenproduktion.

Ob dieser Anstieg bedenklich ist und zu Verknappungen führt, wagen die Forscher aufgrund der heutigen Datenlage noch nicht zu beurteilen. Vor allem muss noch erhoben werden, wie viel Biomasse-Entnahme die Pflanzenwelt verkraften kann. Sicher gilt allerdings, dass mehr Ackerfläche nötig sein wird – was Konflikte mit Naturschutz und Biodiversität liefert. (NASA 3. Januar 2011)