Datum:

KURZNEWS 11. Januar 2011

Bell Gruppe legt im 2010 wieder zu / Basel-Stadt übergibt Schlachthof an Bell / Weltweite Nachfrage nach Käse nimmt zu / Dioxin: Grenzwerte wurden deutlich überschritten / Lebensmittel so teuer wie noch nie

von Foodaktuell Importer

Basel-Stadt übergibt Schlachthof an Bell

11.01.2011 – (lid) – Der Kanton Basel-Stadt zieht sich aus der operativen Führung des kantonalen Schlachthofs zurück und übergibt diesen an den grössten Schweizer Fleischverarbeiter Bell.Die Verantwortung für den Schlachthof wird per Ende Juni 2011 von Bell übernommen, wie der Kanton Basel-Stadt in einer Medienmitteilung schreibt. Der Kanton übergibt zudem das Baurecht für das 6,7 Hektaren grosse Land an Bell. Die Kontrolle über die Lebensmittelsicherheit und den Tierschutz wird weiterhin vom Gesundheitsdepartement des Kantons wahrgenommen. Bell wird den Schlachthof am bisherigen Standort weiterführen und die betroffenen Angestellten vom Kanton übernehmen.

Bell Gruppe legt im 2010 wieder zu

Der Fleischverarbeiter Bell ist auch 2010 weiter gewachsen. Der Nettoerlös wuchs um 1,1 % auf CHF 2,58 Mrd. Das Absatzvolumen nahm mit einem Plus von 5,1 % auf 223,8 Mio. kg noch deutlicher zu. Sämtliche Geschäftsbereiche haben zur Steigerung beigetragen. Das Mengenwachstum in der Schweiz und in Europa ist ähnlich ausgefallen. Am Hauptstandort Basel konnte Bell vom Kanton Basel-Stadt das Schlachthofareal im Baurecht übernehmen.

In der Schweiz wuchs das Absatzvolumen um 2,5 % auf 125,4 Mio. kg, während der Nettoerlös mit einem Plus von 2,0 % auf CHF 1,81 Mrd. weniger stark zugenommen hat. Grund dafür sind durchschnittlich leicht tiefere Verkaufspreise. Positive Rahmenbedingungen wie der zunehmende Fleischkonsum und das tiefere Preisniveau konnten von Bell optimal genutzt werden. Vor allem Frischfleisch und Geflügel aus der Schweiz und Produkte mit hoher Wertschöpfung haben stark zugelegt.

In Europa hat Bell International die Marktposition in einem schwierigen Umfeld ausbauen können. Das Absatzvolumen nahm deutlich zu auf 98,6 Mio. kg (+8,8 %; akquisitionsbereinigt +3,0 %). Zur positiven Absatzentwicklung beigetragen haben sowohl Produktinnovationen als auch erfolgreiche Verkaufsförderungsaktivitäten. Aufgrund von Währungseinflüssen und Änderungen im Konsolidierungskreis liegt der Nettoerlös mit CHF 0,77 Mrd. um 1,0 % unter Vorjahr. Obwohl sich die Konsumstimmung langsam erholt, bleibt die Wettbewerbsintensität in Europa ungebrochen hoch.

In Basel, am Hauptstandort in der Schweiz, hat Bell vom Kanton Basel-Stadt das Schlachthofareal mit einer Fläche von rund 67‘000 m2 im Baurecht übernommen. Mit dem Eintreten ins Baurecht gehen Gebäude und Infrastruktur des Schlachthofs in das Eigentum von Bell über. Der Baurechtsvertrag gilt rückwirkend per 1. Januar 2011 und läuft mit verschiedenen Optionen über maximal 100 Jahre.

Gleichzeitig übernimmt die Bell AG per 1. Juli 2011 vom Kanton Basel-Stadt dessen Anteile an der Betriebsgesellschaft des Schlachthofes, der SBA Schlachtbetrieb Basel AG. Der Schlachthof Basel wird organisatorisch in Bell Schweiz integriert und für die nächsten Jahre weiter betrieben. Für die Drittkunden des Schlachthofes sowie für die Drittmieter auf dem Areal garantiert Bell das bisherige Dienstleistungsangebot.

In Verbindung mit dem bestehenden Landbesitz verfügt Bell auf diesem Areal nun über eine zusammenhängende Fläche von gut 77‘000 m2. Für die gesamte Arealfläche erarbeitet Bell eine Masterplanung mit dem Zeithorizont 2025. Ziel der Planungsarbeiten ist es, die Aktivitäten am Standort Basel auf diesem Gelände zu konzentrieren.

Weltweite Nachfrage nach Käse nimmt zu

10.01.2011 – (lid) – Der Welthandel mit Käse ist stark gestiegen. Davon profitieren konnte vor allem die EU. Der Welthandel mit Käse und Magermilchpulver stieg zwischen Januar und September 2010 um 14 Prozent an, wie aiz.info schreibt. Die EU konnte in den ersten drei Quartalen 2010 durch die erhöhte Nachfrage ihren Weltmarktanteil von 44 auf 46 Prozent steigern. Innerhalb der EU profitierte Deutschland am meisten und erhöhte seine Käseexporte um 43 Prozent. Die wichtigsten Absatzmärkte waren Russland und Japan.
Auf dem Magermilchpulvermarkt konnte die EU ihre Exporte gar um 86 Prozent ausdehnen. Damit ist die EU vor den USA neue Weltmarktführerin. Anders sieht die Lage beim Vollmilchpulver aus, wo Neuseeland den Markt deutlich dominiert, dies vor allem dank Exporten nach China.

Neuer CEO für Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld

10.01.2011 – (lid) – Guido Stäger heisst der neue CEO der Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld (ZAF). Er löst Josef Arnold ab, der nach 14 Jahren als Direktor in Pension geht.
Guido Stäger ist Lebensmittel-Ingenieur und arbeitet zurzeit als Betriebsleiter und stellvertretender CEO bei Chocolats Camille Bloch SA. Deshalb kenne er die Bedürfnisse der Kunden der ZAF und verfüge über grosses Wissen sowie viel Erfahrung in der Lebensmittelindustrie, wie es in einer Medienmitteilung vom 10. Januar heisst. Seine neue Stelle wird der 51-Jährige spätestens am 1. Juli 2011 antreten.

Weinlese 2010: klein aber fein

BLW, 10.01.2011 – Der Jahrgang 2010 verspricht allerbeste Qualität. Die Reife der Ernte, der Zuckergehalt und das Alkohol-Säure-Gleichgewicht sind erstklassig. Die Erntemengen sind hingegen weniger zufriedenstellend: Die geringe Traubengrösse schlug sich in der Produktionsmenge nieder, die 2010 auf 1 026 915 Hektoliter (hl) zurückging. Die Rebfläche der Schweiz beträgt 14 978 Hektaren (ha).

Nach einem rauen Winter mit einem eisigen Januar beginnen die Reben Ende April zu spriessen. Dank des milden Frühlings entwickeln sich die Reben harmonisch, und die Blütezeit nimmt bei idealen Bedingungen ihren Lauf. Doch genau zu diesem Zeitpunkt setzt der Regen ein. Das Rebwachstum verlangsamt sich, die Blüte zieht sich in die Länge und führt zu schwach ausgebildeten und bisweilen unvollständigen Trauben. Darunter leidet die Gesamterntemenge, die gegenüber dem Vorjahr um 86 628 hl (-7,8 %) zurückgeht.

Mit dem heissen und trockenen Juli erfährt die Vegetation einen neuen Entwicklungsschub. In einigen Regionen gibt der Mehltau Anlass zur Sorge. Nach einem verregneten August wird das Wetter wieder trocken, sodass die Trauben Zucker anreichern können. Dank der idealen Witterungsverhältnisse, die bis zur Lese anhalten, können die Trauben in perfekter Reife geerntet werden. Zucker- und Säuregehalt der Ernte 2010 sind ausgezeichnet und deuten auf einen wunderbaren und absolut ausgeglichenen Jahrgang hin.

2010 betrug die Rebfläche 14 978 ha. Die Zunahme (+159 ha gegenüber 2009) ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die Rebflächen im Genfer Grenzgebiet, die wieder Anrecht auf eine AOC haben, mit berücksichtigt wurden.
Im Frühjahr 2011 wird das Bundesamt für Landwirtschaft einen detaillierten Bericht zum Weinjahr 2010 veröffentlichen, der Auskunft über Importe, Exporte, Lagerbestände und Konsum gibt.

Dioxin: Grenzwerte wurden deutlich überschritten

07.01.2011 (lid) – Die beim deutschen Futterfetthersteller Harles und Jentzsch gemessenen Dioxinwerte liegen bis zu 77-mal höher als erlaubt.
Bei einigen Proben wurde bis zu 58 Nanogramm Dioxin festgestellt, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Der erlaubte Grenzwert liegt bei 0,75 Nanogramm. Zudem wurde bekannt, dass bereits im März 2010 bei Tests eines privaten Labors Grenzwertüberschreitungen bei Harles und Jentzsch festgestellt worden waren. Die Ergebnisse waren aber nicht an die entsprechenden Stellen gemeldet worden.

Mittlerweile wurden in Deutschland mehr als 4‘700 Höfe – hauptsächlich Schweinemastbetriebe – gesperrt. Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert deshalb Entschädigungen in Millionenhöhe. Negative Auswirkungen hat der Skandal auch auf den deutschen Detailhandel, wo der Absatz von Eiern deutlich zurückgegangen ist.
Nicht betroffen vom Dioxinskandal ist bisher die Schweiz. Laut deutschen Behörden wurden nach aktuellen Kenntnissen keine verseuchten Produkte in die Schweiz geliefert.

Rapelli übernimmt Tessiner Traditionsunternehmen

Orior / Rapelli, 7. Januar 2011 – Rapelli SA, ein Tochterunternehmen der in der Fleischveredelung und im Frisch-Convenience-Food führenden Schweizer Lebensmittelgruppe ORIOR AG, hat rückwirkend per 1. Januar 2011 die Tessiner Spezialitätenfirma Keller SA in Maroggia übernommen. Das kleine aber traditionsreiche Familienunternehmen produziert unter der eigenen Marke “Val Mara” vor allem Tessiner Salami und Salametti. Rapelli beabsichtigt, die Spezialitäten der Keller SA künftig über das Tessin hinaus auch im spezialisierten Detailhandel der übrigen Schweiz abzusetzen und dort auch die Premium-Marke “Val Mara” verstärkt zu positionieren.

Die Keller SA besteht heute in dritter Generation. Die Nachkommen des Firmengründers entschieden sich aufgrund einer fehlenden Familien-Nachfolge und zur Sicherung der Zukunft des Unternehmens mit seinen 8 Arbeitsplätzen für einen Verkauf. Das Unternehmen ist mit seinen qualitativ hochstehenden Charcuterie-Spezialitäten im Tessiner Detailhandel und mit den Produkten der Marke “Val Mara” bei den Konsumenten stark verankert. Für den Bereich Refinement von Orior stellt die Übernahme eine wertvolle Ergänzung mit erheblichem Wachstumspotenzial dar, mit der Rapelli ihre Marktposition im Premium-Bereich weiter ausbauen kann.

Die Lebensmittelgruppe ORIOR ist seit April 2010 an der SIX Swiss Exchange kotiert (Börsenkürzel ORON) und er­zielte im 1. Halbjahr 2010 einen Umsatz von CHF 246.7 Mio. ORIOR ist auf die Fleischveredelung und die Her­stel­lung und Distribution von Frisch-Convenience-Food inklusive vegetarischer Delikatessen spezialisiert und hält mit ihren innovativen Produkten und den Marken Rapelli, Ticinella, Spiess, Le Patron, Pastinella und Natur Gourmet wichtige Marktpositionen in rasch wachsenden Nischen im Schweizer Detailhandel und in der Gastronomie sowie in ausgewählten Absatzkanälen im benachbarten Ausland. www.orior.ch.

Bern: Biosupermarkt Vatter schliesst

07.01.2011 – (lid) – Der Berner Biosupermarkt Vatter schliesst wegen zurückgehender Umsätze seinen Laden.
Gegründet wurde der erste Biosupermarkt der Schweiz 1992. Nach einer Spitze im Jahr 2008 sank der Umsatz allerdings stetig, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Besonders zu schaffen machte dem Unternehmen die schwierigen Platzverhältnisse und die damit verbundenen hohen Kosten. Zudem nahm in den letzten Jahren die Konkurrenz durch Grossverteiler zu, weil diese immer mehr Bioprodukte ins Sortiment aufnahmen. Mit der Schliessung verlieren 38 Mitarbeiter ihre Stelle, neun weitere sollen an anderer Stelle weiterbeschäftigt werden.

SPAR Gruppe kratzt an der Milliardengrenze

Spar 7.1.2011 – Das St. Galler Familienunternehmen, die SPAR Gruppe Schweiz, hat im hart umkämpften Lebensmittel-Detailhandel ihre Position weiter ausgebaut und das Rekordergebnis vom Vorjahr übertroffen. Die Gruppe erwirtschaftete ein Umsatzplus von 1.2 Prozent.

Die SPAR Gruppe hat ihren Gesamtumsatz um 1.2 Prozent von 982 Mio. auf 993 Mio. Franken gesteigert. Im 2010 wurden bei über 2000 Artikeln die Preise gesenkt. SPAR hatte als erster Lebensmittel-Detailhändler auf die Euro-Schwäche reagiert und die Preisvorteile schon ab Juni 2010 an die Konsumenten weitergegeben. Das gute Ergebnis ist um so erfreulicher, da SPAR somit im vergangenen Jahr zugunsten seiner Kundschaft die Preise um durchschnittlich 2,5 Prozent gesenkt hat.

Die 158 SPAR Nachbarschaftsmärkte und EUROSPAR Supermärkte konnten den Rekordumsatz vom Vorjahr von 552 Mio. Franken halten; im 2010 wurden fünf Märkte geschlossen und fünf neue Märkte eröffnet. Dieses Ergebnis zeigt auf, dass SPAR von den Konsumenten als sympathische Alternative zu den anonymen Grossverteilern und den deutschen Discountern geschätzt wird. Moderne Nachbarschaftsmärkte mit zahlreichen Serviceleistungen, ein ausgewogenes Sortiment an preisgünstigen Eigenmarken, Markenprodukte, lokale und biologische Erzeugnisse sowie bedürfnisorientierte Öffnungszeiten sind die Stärken von SPAR. Für 2011 sind zehn weitere SPAR Eröffnungen geplant.

Im Segment Abholmarkt für Grossverbraucher verzeichneten die acht TopCC Märkte einen Umsatz von 291 Mio. Franken. Damit konnte auch in diesem Bereich mit gleicher Anzahl von Märkten das gute Vorjahresergebnis egalisiert werden. Mit den zwei geplanten Neueröffnungen in Rothrist und Sihlbrugg erwartet TopCC eine markante Umsatzsteigerung im 2011. Bei der Belieferung von Dritt-Kunden stieg der Umsatz von 139 Mio. auf 150 Mio. Franken an. Dieses positive Ergebnis ist vor allem auf die neuen Lieferverträge mit 60 „Treffpunkt“ und 30 „mini-marché“ Detaillisten sowie der Belieferung der 155 maxi Dorfläden zurückzuführen.

SPAR CEO Stefan Leuthold ist zufrieden mit dem Ergebnis 2010 und blickt zuversichtlich in die Zukunft: „Unsere Mitarbeitenden haben im vergangenen schwierigen Wirtschaftsjahr erneut bewiesen, dass der verschärfte Konkurrenz- und Preisdruck für sie kein Hindernis darstellt, ein positives Ergebnis zu erwirtschaften. Durch das Ende der Wirtschaftskrise gehen wir davon aus, dass der Konsument vermehrt unsere Vorteile schätzt und noch mehr beim Nachbarschafts-Supermarkt einkaufen wird.“

Gegenwärtig beschäftigt die SPAR Gruppe insgesamt 1823 Mitarbeitende (umgerechnet auf Vollzeitkräfte), dies sind 59 Vollzeitstellen mehr als im Vorjahr. Eine erfreuliche Steigerung ist auch bei den Lernenden zu verzeichnen. Das Lehrstellenangebot konnte wiederum gesteigert werden auf 273 Ausbildungsplätze (Vorjahr 265). Dies widerspiegelt auch, welch hohen Stellenwert eine Detailhandels-Ausbildung bei SPAR unter den Jugendlichen geniesst.

Lebensmittel so teuer wie noch nie

06.01.2011 – (lid) – Die Preise für Nahrungsmittel sind auf ein Rekordhoch geklettert.Die Nahrungsmittelpreise sind weltweit am steigen: Der von der UNO erstellte Nahrungsmittel-Preisindex erreichte im Dezember ein Allzeithoch, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Er lag mit 214,7 Punkten sogar über den Werten vom Krisenjahr 2008. Insbesondere Missernten führten bei den Agrarrohstoffen zu hohen Preisen.

Besonders schwer mit Preissteigerungen zu kämpfen hat Indien: Der indische Lebensmittelpreisindex lag im Dezember um beinahe 20 Prozent über dem Vorjahreswert. Grund für die Preisexplosion sind unerwartete Regenfälle und damit verbundene Ernteausfälle, die die Preise für Gemüse wie Zwiebeln und Tomaten ansteigen liessen. Aufgrund der gestiegenen Preise haben sich die Sorgen um die soziale und wirtschaftliche Stabilität Indiens verstärkt. Bereits in der Vergangenheit hatten hohe Lebensmittelpreise zum Sturz von indischen Regionalregierungen geführt.

Dioxin: Entwarnung für Schweizer Eier

05.01.2011 – (lid) – Schweizer Eier sind von dem Dioxin-Skandal, der in Deutschland aufgetreten ist, nicht betroffen. Das schreibt der Verband der Eierproduzenten GalloSuisse.
Man verfolge seit Jahren eine strikte Qualitätsstrategie, heisst es in einer Medienmitteilung des Verbandes. Das führe im Vergleich zu ausländischen Produzenten zwar zu Mehrkosten, zahle sich aber langfristig aus. Skandale wie der aktuelle Dioxin-Skandal seien eine Folge des enormen Preisdruckes in Deutschland. Die Schweizer Eierproduzenten seien auch dankbar, auf solide Schweizer Mischfutterhersteller abstellen zu können, die fragwürdige und risikobehaftete Billig-Produkte nicht einsetzen.

Konkret geht es dabei um raffinierte Fettsäuremischungen, die in der Industrie als Nebenprodukte anfallen, zum Teil auch bei der Produktion von Biotreibstoffen, und die massiv billiger sind als reine Fette. Die Rückverfolgbarkeit bei diesen Mischungen sei praktisch unmöglich, sagte Rudolf Marti, Direktor der Vereinigung Schweizerischer Futtermittelfabrikanten (VSF) gegenüber dem LID. Das mache auch ihren Einsatz so riskant. Die Schweiz sei mit grosser Wahrscheinlichkeit von dem Dioxin-Skandal nicht betroffen. Die Mitglieder des VSF mit mehreren Tausend Kunden könnten es sich nicht leisten, Fettsäuremischungen einzusetzen, sie verwendeten meist Sojaöl, Rinder- und Schweinefett.

Dioxin: Bis zu 3‘000 Tonnen verseuchtes Futterfett

05.01.2011 – (lid) – Bis zu 3‘000 Tonnen verseuchtes Futterfett könnten hergestellt worden sein. Das geht aus einem Bericht des deutschen Landwirtschaftsministeriums hervor.
Verkauft wurde das belastete Futterfett vom 12. November bis 23. Dezember an 25 Futterhersteller in mindestens vier Bundesländern, wie die Nachrichtenagentur SDA einen Bericht des deutschen Landwirtschaftsministeriums zitiert. Darin wird zudem festgehalten, dass zwischen 30‘000 und 150‘000 Tonnen Futtermittel betroffen sein könnten, denn das verseuchte Tierfutterfett sei mit einer Rate von zwei bis zehn Prozent in das Futter für Geflügel und Schweine eingemischt worden.

Zwar soll kein mit Dioxin belastetes Futtermittel in andere EU-Staaten gelangt sein, jedoch sei es möglich, dass rund 136‘000 verseuchte Eier in die Niederlande geliefert wurden. Derzeit werden Eier, die aus deutschen Betrieben stammen, wo das belastete Futter zu Anwendung kam, zurückgerufen. Einzelne Bundesländer veröffentlichen ausserdem die betroffenen Seriennummern.