Datum:

KURZNEWS 8. Februar 2011

Kassensturz: Erdölrückstände in Lebensmitteln / Keine Dioxin-Futtermittel in der Schweiz / Jeder zehnte Erwachsene weltweit ist fettsüchtig / Nahrungsmittelpreise auf neuem Höchststand / Preishausse ohne Ende bei Rohkaffee

von Foodaktuell Importer

Kassensturz: Erdölrückstände in Lebensmitteln

08.02.2011 – (lid) – Ein im Auftrag des Kassensturz durchgeführter Test hat ergeben, dass viele Lebensmittel wegen verunreinigten Karton-Verpackungen mit Erdöl belastet sind.
Laut Kassensturz wurden in 18 von 21 untersuchten Lebensmitteln hohe Werte gemessen. Die Lebensmittel hätten teils den als unbedenklich geltenden Wert von 0,6 Milligramm Mineralöl pro Kilo 60-mal übertroffen. Das Mineralöl stamme hauptsächlich von Kartonverpackungen, die aus Altpapier produziert werden. Nach Angaben der Konsumentensendung hat Lidl betroffene Teigwaren aus dem Sortiment entfernt. Coop und Migros würden nach einer Lösung des Problems suchen. Gesetzliche Grenzwerte für Mineralöl in Lebensmitteln existieren nicht.

Detailhandel: Schwaches Wachstum bei den Lebensmitteln

07.02.2011 – (lid) – Der Detailhandel ist 2010 um 0.9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Überdurchschnittlich legte der Non-Food-Bereich zu.
Aufgrund der letztjährigen Teuerung von 0,7 Prozent bedeute das leichte Wachstum beim Detailhandel Stagnation auf hohem Niveau, schreibt das Marktforschungsinstitut GfK in einer Medienmitteilung vom 7. Februar.

Der Lebensmittelmarkt ist wertmässig um 0,1 Prozent gewachsen. Grund für die bescheidene Steigerung seien tiefere Preise bei Frischprodukten sowie Preisabschläge infolge des gesunkenen Eurokurses. Anders sieht es beim Non-Food-Markt aus, der ein Plus von 1,8 Prozent erreichte. Besonders Computer (+ 16 Prozent) haben stark zugelegt, gefolgt von Software (+ 13 Prozent) und Handys (+ 10 Prozent). Im Gegenzug wurden etwa für portable Audiogeräte wie beispielsweise MP-3 Player deutlich weniger ausgegeben (-17 Prozent).

Migros: Rückruf von italienischer Bio-Salami

MGB 4. Februar 2011 – Beim Produkt “Bio italienische Salami” mit der Artikel-Nr. 2323.001.851.00 wurde ein Fremdgeruch festgestellt, dessen Ursache noch unklar ist. Aus Sicherheitsgründen ruft die Migros diesen Artikel zurück um kein Risiko einer Gesundheitsgefährdung einzugehen. Kunden, die dieses Produkt ab Anfang Jahr und mit der spätesten Datierung „Verkaufen bis 11.3.2011“ und „Mindesthaltbar bis 19.3.2011“ gekauft haben, werden gebeten, diese Bio-Salami nicht zu essen. Das Produkt kann gegen Rückerstattung des Verkaufspreises in die Migros-Filialen zurückgebracht werden.

Keine Dioxin-Futtermittel in der Schweiz

04.02.2011 – (lid) – In die Schweiz sind keine Futtermittel mit erhöhtem Dioxinwert importiert worden.
Alle 27 zusätzlich von der amtlichen Futtermittelkontrolle von Agroscope Liebefeld-Posieux (ALP) kontrollierten Proben lagen deutlich unter den Grenzwerten für Dioxin, wie das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) in einer Medienmitteilung schreibt. ALP untersuchte gezielt Proben bei Betrieben, die zwischen November und Januar 2011 Fett oder Fettmischungen aus Deutschland oder den Niederlanden importiert haben. Aufgrund der momentanen Situation in Deutschland erachtet es das BLW nicht als nötig, weitere Massnahmen zu ergreifen.

Jeder zehnte Erwachsene weltweit ist fettsüchtig

Einer von zehn Erwachsenen weltweit ist fettsüchtig. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Imperial College London http://www3.imperial.ac.uk und der Harvard School of Public Health http://www.hsph.harvard.edu gekommen. Das Team um den Harvard-Wissenschaftler Majid Ezzati wertete den BMI, Cholesterinwerte und Bluthochdruck von Daten aus den Jahren 1980 bis 2008 aus. Der hohe Blutdruck und zu hohe Cholesterinwerte nahmen in vielen Industrieländern ab. Die Anzahl der Menschen, die an Fettsucht leidet, nahm hingegen zu.

2008 waren 9,8 Prozent der Männer und 13,8 Prozent der Frauen weltweit fettsüchtig. Sie hatten einen BMI von mehr als 30. 1980 waren diese Werte mit 4,8 Prozent bei den Männern und 7,9 Prozent bei den Frauen noch deutlich niedriger. Auf den Inseln des Pazifiks war der BMI mit 34 bis 35 weltweit am höchsten. Er ist damit bis zu 70 Prozent höher als in manchen Ländern Südostasiens und den Ländern südlich der Sahara.

Gemeinsam ist allen Zahlen, dass der BMI in den Ländern mit dem höchsten Einkommen anstieg. Die größte Zunahme im untersuchten Zeitraum verzeichnete Amerika, gefolgt von Neuseeland und Australien bei den Frauen sowie Großbritannien und Australien bei den Männern.

Einigen westeuropäischen Ländern gelang es, die BMI-Werte zu stabilisieren. Bei Frauen gab es in Belgien, Finnland, Frankreich, Italien und der Schweiz keinen nennenswerten Anstieg. In Italien und der Schweiz blieben die Werte auch bei den Männern konstant. Bei der Reduzierung von hohem Blutdruck und zu hohen Cholesterinwerten waren zum Beispiel die Frauen in Australasien und die Männer in Nordamerika am erfolgreichsten.

Weltweit sank die Zahl der Menschen mit hohem Blutdruck leicht. Die Werte waren in den Baltischen Staaten und den Ländern Ost- und Westafrikas am höchsten. Der systolische Blutdruck erreichte bei Frauen 135 mmHg und bei Männern 138 mmHg.

Die durchschnittlichen Cholesterinwerte fielen in vielen westlichen Ländern wie Nordamerika, Australasien und Europa. Die Briten wiesen dabei laut BBC einen der deutlichsten Rückgänge der Länder mit hohem Einkommen auf. Die Cholesterinwerte der Briten liegen weltweit jedoch noch immer an der neunten Stelle. Umgekehrt sind die Werte in Ost-, Südostasien und dem pazifischen Raum angestiegen.
Details der Studie wurden in The Lancet http://www.thelancet.com veröffentlicht. (Imperial College London und Harvard School of Public Health 4.2.2011)

Nahrungsmittelpreise auf neuem Höchststand

03.02.2011 – (lid) – Zwischen Dezember und Januar haben sich die Lebensmittel weltweit so stark verteuert, wie noch nie zuvor. Die Preise für Lebensmittel befinden sich auf einem neuen Höchststand.
Der Lebensmittelindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO) stieg seit Dezember um 3,1 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit der Einführung 1990, wie der neueste FAO-Bericht zeigt.

Experten der FAO gehen davon aus, dass auch in den nächsten Monaten keine Entspannung eintreten wird. Vor allem für arme Länder stelle die aktuelle Situation ein Problem dar, einerseits weil die Finanzierung von Lebensmittelimporten schwierig werde, andererseits weil für arme Bevölkerungsschichten der Anteil ihrer Ausgaben für Nahrungsmittel weiter ansteige.

Neuer Geschäftsführer des Schweizerischen Bäckerei und
Konditorei-Personalverbands

Hotel & Gastro Union 3.2.2011 – Der Schweizerische Bäckerei und Konditorei-Personalverband
(SBKPV), einer der fünf Berufsverbände der Hotel & Gastro Union, hat
einen neuen Geschäftsführer: Der bald 32-jährige Andreas Fleischlin
übernahm von Herbi Hess per 1. Februar 2011 diese Funktion. Der
bisherige Geschäftsführer wird Ende Juni 2010 pensioniert.

Fleischlin strebt eine Verjüngung und einen Mitgliederzuwachs an.
Der SBKPV ist mit dem Beitritt vor einem Jahr der jüngste
Berufsverband der Hotel & Gastro Union, dem grössten Verband in der
Gastronomie. Mit dem bald 32-jährigen Andreas Fleischlin hat er auch
noch einen jungen Geschäftsführer. Der Hildisriedener übernahm per
anfangs Februar die Geschäftsführung für die Bäcker und Konditoren
von Herbi Hess, der per Ende Juni pensioniert wird und seinem
Nachfolger noch beratend zur Seite steht.

Hess hatte dem Verband in
verschiedenen Chargen seit 1978 gedient und auch die Überführung in
die Hotel & Gastro Union geleitet. “Mehlsäcke schleppen ist nicht
mehr nötig”, blickt Hess auf die Entwicklung in der Branche zurück.
Der Beruf habe sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt und
sei auch immer mehr eine Frauendomäne geworden. Nicht verhindern
konnte Hess, dass der Verband in den letzten beiden Jahrzehnten
Mitglieder verloren hatte. Er bedauert die
Trittbrettfahrer-Mentalität und wünscht gerade in diesem Punkt seinem
Nachfolger viel Erfolg.

Fleischlin hat denn auch den Zuwachs, vor allem an Lehrlingen, bei
den aktuell 2500 Mitgliedern zu einem seiner Prioritäten in den
nächsten Monaten erklärt. Er wolle so die schleichende Überalterung
bekämpfen. Mit der Materie hat Fleischlin bereits Erfahrung: Er war
bisher für den Besuch der Berufsschulen und für den Auftritt der
Hotel & Gastro Union an den Messen verantwortlich.

Ein weiteres
Anliegen ist dem neuen Geschäftsführer ein guter Kontakt mit den
Arbeitgebern. “Ich plädiere für ein gemeinsames Verbessern der
jetzigen Situation”, erklärt Fleischlin. Neben der Lohnfrage ist dies
die Mitarbeiterführung. “Wenn sich der Mensch wohl fühlt, dann
liefert er gute Arbeit”, ist seine Ausgangslage. Er steht voll auf
der Linie des Gesamtverbands, wenn er sagt, er wolle vor allem mit
Weiterbildung die Qualität in der Branche verbessern.

Preishausse ohne Ende bei Rohkaffee

Fial 2.2.2011 – . Seit anfangs 2010 erhöhen sich die Preise für Rohkaffee kontinuierlich. Ende Dezember 2010 erreichten
sie für Arabica-Provenienzen gemäss Publikationen der in London domizilierten Internationalen
Kaffee Organisation ICO, der mit der Schweiz 77 Mitgliedstaaten angehören, das höchste Niveau seit
14 Jahren. Die Notierungen an der New Yorker Börse sind innert Jahresfrist um 70 Prozent gestiegen.
Mit dem etwas weniger drastisch ausgefallenen Anstieg der Notierungen an der Londoner Börse für
Robusta-Kaffee hatten die Schweizer Kaffeeröster seit anfangs 2010 je nach Eindeckung Mehrkosten
für den Rohkaffee-Einkauf von rund 50 bis 60 Prozent. Ohne den im Vergleich zum US-Dollar starken
Schweizer Franken wären sie noch höher ausgefallen.

Die Rohkaffeepreise sind aus verschiedenen Gründen aus dem Ruder gelaufen. Neben kleineren Ernten
in bedeutenden Produktionsländern, wie z.B. in Indonesien (nach Brasilien und Vietnam das drittwichtigste
Produktionsland), verschärfen ungünstige Witterungsbedingungen in verschiedenen Produktionsländern
die Versorgungslage. Zudem verknappen eine stärkere Nachfrage in bevölkerungsreichen Ländern
wie in China und in verschiedenen Produktionsregionen zunehmend an Pilzen erkrankte oder von
Schädlingen befallene Kaffeepflanzungen das Angebot.

Zusätzlich wird der Kaffeepreis in bedeutendem
Ausmass von spekulativ agierenden Finanzinvestoren kräftig angeheizt. Die zum Teil heftigen Preisbewegungen
forderten den Handel und die direkt einkaufenden Röster hinsichtlich ihrer Liquidität übermässig
stark. Im Gegensatz zu den eher kurzfristigen Haussen der vergangenen Jahre dauert die gegenwärtige
Hochpreisperiode schon länger an. Sie zwingt die meisten einheimischen Röster zur Sicherstellung
der Versorgung ihrer Kundschaft mit qualitativ hochwertigem Kaffee trotz umsichtiger Abdeckung,
zu Höchstpreisen einzukaufen.

Greenpeace Bericht zeigt: Bergweiden statt Sojaberge!

Greenepeace 2.2.2011 – Herr und Frau Schweizer konsumieren zu viel Fleisch, Milchprodukte und Eier. Dazu braucht es einen hohen Nutztierbestand, was zu überdüngten Böden und Gewässern, einem Verlust an Pflanzen- und Tiervielfalt sowie Treibhausgasemissionen führt. Doch auf unseren heimischen Äckern wächst zu wenig Futter. Im Ausland braucht es fast noch einmal die ganze Ackerfläche der Schweiz (275’000 ha) um den Schweizer Futtermittelbedarf zu decken. Mittlerweile werden rund 250’000 Tonnen Soja importiert, also gegen 700 Tonnen pro Tag. Gemäss Statistik hat sich die Menge seit 1990 verzehnfacht!

Der Greenpeace-Bericht «Sojaimporte Schweiz» deckt auf, weshalb immer mehr Soja verfüttert wird und wie die Importmenge reduziert werden könnte. So haben die Ausdehnung der Milch- und Geflügelproduktion, eine leistungssteigernde Optimierung der Nutztierfütterung, sinkende Importpreise und das 2001 erlassene Tiermehlverbot zu einem wachsenden Sojafutterberg geführt. Aber auch finanzielle Anreize, beispielsweise die Verkäsungszulage oder die hohen Tierbeiträge wirken sich auf die Menge verfütterter Soja aus.

Geschätzte 41% der importierten Soja wird an Milchkühe, Kälber und Rinder verfüttert (29% an Schweine, 26% an Geflügel). Kühe könnten ihren Nährstoffbedarf aber praktisch vollständig aus Weidegras, Heu und Gras-Silage decken. Soja wird vor allem an auf hohe Milchleistungen gezüchtete Kühe verfüttert. Das grösste Potenzial zur Sojareduktion liegt in einer Rindviehfütterung, die an unsere natürlichen Grundlagen, nämlich Wiesen und Weiden, angepasst ist. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, es ist auch tiergerechter und vermindert die Überproduktion von Milch und Fleisch.

Milch und Fleisch von Tieren, die nur mit Wiesenfutter gefüttert werden, weisen zudem höhere Gehalte an mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf.
Greenpeace engagiert sich für eine ökologische Landwirtschaft. Dazu braucht es eine an lokale Ressourcen angepasste Nutztierproduktion. Die Umweltorganisation prüft jetzt mit Akteuren aus Politik, Umwelt und Landwirtschaft Massnahmen, von denen Umwelt, Nutztiere und Bauern profitieren.

Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch wird neue Seco-Direktorin

02.02.2011 – (lid) – Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch wird neue Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco. Sie folgt am 1. April auf Jean-Daniel Gerber.
Der Bundesrat wählte Ineichen-Fleisch an seiner Sitzung vom Mittwoch, 2. Februar auf Antrag von Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Sie ist seit dem 1. April 20087 Leiterin des Bereichs Welthandel in der Direktion für Aussenwirtschaft im Seco und Mitglied der Geschäftsleitung. Davor war sie 13 Jahre lang Leiterin des Ressorts WTO im Seco und im früheren Bundesamt für Aussenwirtschaft (BAWI).

Hochdorf mit Umsatzplus

01.02.2011 – (lid) – Der Milchverarbeiter Hochdorf hat seinen Umsatz 2010 leicht steigern können.
Die Hochdorf-Gruppe erwirtschaftete 2010 einen Umsatz von 351,7 Millionen Franken, wie das Unternehmen in einer Medienmitteilung schreibt. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung um 1,2 Prozent. Mit 325,9 Millionen Kilogramm vermochte Hochdorf die zweitgrösste Milchmenge seiner Firmengeschichte zu verarbeiten. Zusammen mit der verarbeiteten Molkenmenge und der Milchmenge des Werks in Litauen wurde gar ein neuer Rekordwert verarbeiteter Flüssigmenge erreicht.

Zu schaffen machte Hochdorf 2010 vor allem der starke Schweizer Franken, der den Export von Babynahrung, Schokolade oder Biskuits erschwerte. Hochdorf schätzt, dass 110 Millionen Kilogramm seiner Milchmenge auf diese Weise exportiert wird. Für 2011 will das Unternehmen das Ziel der EU-Kostenkompatibilität und Internationalisierung im Fokus behalten. Insbesondere die steigenden Milchpulverpreise auf dem Weltmarkt stimmen Hochdorf für dieses Jahr zuversichtlich.