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Schweizer Käse weiterhin auf Erfolgskurs

Mit Total 63'608 Tonnen Schweizer Käse konnte die Schweizer Käsebranche 2010 2.5 Prozent oder 1560 Tonnen mehr Käse ausführen als im Vorjahr.

von Foodaktuell Importer



Die clevere Werbung für Appenzeller Käse in Deutschland wirkt

Die kürzlich von Switzerland Cheese Marketing AG (SCM) und TSM Treuhand GmbH, Bern veröffentlichten
Zahlen für 2010, sind mit 63’608 Tonnen exportiertem Käse, Schmelzkäse und Fertigfondue
besser als erwartet. Während in Europa die Exportzahlen
stagnierten, konnten weltweit die Exporte gesteigert und Schweizer-Käse-
Liebhaber dazu gewonnen werden.

Die europäische Wirtschaftslage und der damit verbundene starke
Schweizer Franken machten der Schweizer Exportbranche stark zu schaffen. Dennoch sind
die Schweizer Käse mit einer Zunahme der Exporte von +1’560 Tonnen oder +2.5% weltweit
auf Erfolgskurs. Während in den europäischen Hauptmärkten das hohe Exportniveau von
51’604 Tonnen trotz schwierigem Umfeld und hohem Preisdruck gehalten werden konnte, legten
die weltweiten Exporte ausserhalb von Europa (+1’498 Tonnen, +14.3%) überdurchschnittlich
zu.

In Europa gehören Deutschland (+2’415 Tonnen, +12.2%) und die Benelux Staaten (+270 Tonnen,
+7.5%) zu den Gewinnern. Im Süden Europas hingegen war die Wirtschaftskrise ausserordentlich
spürbar. So sind Italien (-1’105 Tonnen, -7.2%) und Spanien/Portugal (-48 Tonnen,
-10.7%) neben Grossbritannien (-153 Tonnen, -13.9%) die europäischen Märkte, in denen die
grössten Exportverluste zu verzeichnen waren.

Sehr erfreulich war die Exportentwicklung in
den USA mit einer Zunahme von rund einem Drittel (+1083 Tonnen, +30.4%). In Frankreich
sind die Schweizer Käseexporte stabil (-112 Tonnen, -1.7%).

Die Sortenkäse Le Gruyère AOC (+993 Tonnen, +9.1%), Appenzeller® (+383 Tonnen, +7.2%)
und Raclette (+176 Tonnen, +15.2%) konnten die grössten Exportsteigerungen verbuchen. Le
Gruyère AOC konnte besonders in den USA (+869 Tonnen, +40%), Deutschland (+156 Tonnen,
+6.4%) und den Benelux Staaten (+63 Tonnen, +7.5%) wachsen.

Deutschland war für den Appenzeller der Markt mit der stärksten Zunahme (+196 Tonnen, +4.8%). Dieses Wachstum ist
unter anderem auch auf die verstärkte Kommunikation von SCM und Appenzeller zurückzuführen. Der Emmentaler AOC konnte mit 19’227 Tonnen seinen Platz als meist exportierter Käse
verteidigen, musste jedoch Einbussen hinnehmen (-513 Tonnen, -2.6%). Die sinkenden Exportzahlen
konnten im Laufe des Jahres gebremst werden.

Auf dem deutschen Markt konnte
der Emmentaler AOC sogar eine Exportsteigerung von +10% (+329 Tonnen) verbuchen und
somit die Verluste im Hauptmarkt Italien (-296 Tonnen, -2.8%) ausgleichen. Die grössten Exportrückgänge
verzeichneten Sbrinz AOC (-82 Tonnen, -24.1%), Switzerland Swiss
(-270 Tonnen, -15.6%) und Schmelzkäse (-729 Tonnen, -20.1%).

Im Bereich Fertigfondue hingegen
konnten die Exporte um 488 Tonnen (+9.8%) gesteigert werden. Die Kategorie „andere
Halbhartkäse“, die noch Ende 2009 am stärksten im Export zulegen konnte, musste 2010 einen
starken Rückgang von -19% (-983 Tonnen) verzeichnen. Der Rückgang war insbesondere
in der ersten Jahreshälfte (-793 Tonnen, -27.7%) gross.

Die Frisch- und Weichkäse sind weiterhin auf Erfolgskurs. So konnte die ausgeführte Menge
wieder stark gesteigert werden (+1’696 Tonnen, +58.2% bzw. +315 Tonnen, +22 %). Obwohl
in diesen zwei Kategorien nicht die Traditionskäse zu finden sind, können Schweizer Hersteller
im Ausland mehr und mehr Fuss fassen und Marktlücken füllen. Die gute Positionierung in diesen
Kategorien ist für die Zukunft sehr wichtig, da diese diejenigen mit dem stärksten Importdruck
sind.

Neben den Exporten legten auch die Importe 2010 zu, im Vergleich zur Vorjahresperiode um
2791 Tonnen (+6.3%); sie erreichten 46’892 Tonnen. Insbesondere haben die Kategorien
Frischkäse (+1628 Tonnen, +14.3%) und Mozzarella (+525 Tonnen, +19.1%) zugenommen.

Bei
den Weichkäsen waren die Importe rückläufig (-121 Tonnen, -1.2), die Ausnahme bildeten hier
Danablu, Gorgonzola und Roquefort (+261 Tonnen, +131%). Von den preisgünstigen Industrieprodukten
im „andere Halbhartkäse“ Bereich wurden 291 Tonnen (+4.7%) mehr importiert.
In der Kategorie Hartkäse, in der die Schweizer Käse traditionell sehr stark sind, sind die Importe
um -118 Tonnen (-3.8%) gesunken. Hingegen legten Grana/Parmeggiano um 389 Tonnen
(+7.5%) zu.

Hauptimportmärkte sind Italien (17’456 Tonnen), Frankreich (13’075 Tonnen)
und Deutschland (10’341 Tonnen), wobei 2010 insbesondere Deutschland (+1’515 Tonnen,
+17.2%) und Frankreich (+807 Tonnen, +6.6%) zugelegt haben.
Zusammenfassend kann auf ein gemischtes 2010 zurückgeblickt werden. Die Exporte konnten
zwar ausgebaut werden, der Importdruck ist weiterhin gestiegen.

Um diesem Druck standzuhalten
und weiterhin neue Marktanteile im Ausland hinzuzugewinnen, ist die gesamte Schweizer
Käsebranche gefordert.
Exporte von Käse, Schmelzkäse und Fertigfondue von Januar bis Dezember 2010 im Vergleich
zur Vorjahresperiode (Tonnen, Rundungsdifferenzen sind möglich).

Tabelle:

Käseexporte im 2010 im Vergleich zum 2009

Käseexporte in Tonnen 2009 2010 Differenz in %
Frischkäse, Morzarella, Quark 2913 4609 58.2
Weichkäse 1432 1747 22.0
Halbhartkäse 13716 13246 -3.4
Hartkäse 34785 35137 1.0
Extra-Hartkäse 342 260 -24.1
Schmelzkäse 3627 2899 -20.1
Fertigfondue 4989 5476 9.8
Andere Käse 244 234 -4.1
Total 62047 63608 2.5

Quelle: Switzerland Cheese Marketing AG / TSM Treuhand GmbH, Bern/OZD