Datum:

KURZNEWS 15. Februar 2011

Biologische Anbaufläche nimmt weltweit zu / Migros setzt auf ökologische Verpackungen / Konsumenten beachten Umweltinformationen auf Produkten / Sauerstoff-Hochdruckbehandlung bei Fleisch / Gesunde Ernährung macht Kinder klüger

von Foodaktuell Importer

Biologische Anbaufläche nimmt weltweit zu

15.02.2011 – (lid) – Die biologisch bewirtschaftete Fläche nahm 2009 weltweit um zwei Millionen auf 37 Millionen Hektaren (+ 6 Prozent) zu. Der Biomarkt wuchs um fünf Prozent.
Das grösste Flächenwachstum fand mit einer Million Hektaren in Europa statt (+12 Prozent). Am meisten Biofläche liegt in Ozeanien (33 Prozent), gefolgt von Europa (25 Prozent) und Lateinamerika (23 Prozent). Australien ist das Land mit der grössten Biofläche (12 Mio. Hektaren) und liegt vor Argentinien (4,4 Mio. Hektaren) und den USA (1,9 Mio. Hektaren).

Der globale Markt für Bioprodukte belief sich 2009 auf 40 Milliarden Euro, was einer Zunahme von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die meisten biologisch produzierten Lebensmittel werden in Europa und Nordamerika abgesetzt. Europas Bevölkerung gab rund 18 Milliarden Euro für Bioprodukte aus. Deutschland steht mit 5,8 Milliarden Euro an der Spitze, gefolgt von Frankreich (3 Mia. Euro) und Grossbritannien (2,1 Mia. Euro). Der höchste Pro-Kopf-Verbrauch verzeichnen mit jährlich über 130 Euro Dänemark und die Schweiz.
Die Zahlen werden vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Zusammenarbeit mit der Vereinigung Biologischer Landbaubewegungen (IFOAM) herausgegeben.

Migros setzt auf ökologische Verpackungen

(MGB 14.2.2011) – Bis 2013 hat sich die Migros ein ehrgeiziges Ziel
gesetzt: Sie will die Umweltbelastung der Verpackungen der 250
meistverkauften Produkte um 10 Prozent reduzieren. Bereits begonnen
hat die Umstellung der UHT-Milchkartons – diese stammen neu aus
schonend bewirtschafteten Wäldern und tragen das FSC-Label.
Das Bekenntnis zu Mensch und Natur gehört zur DNA der Migros.
Dabei entwickelt das Unternehmen immer wieder neue Initiativen, um
die Umwelt und das Klima zu schonen. Nun nimmt die Migros die
Verpackungen unter die Lupe.

“Wir verpflichten uns, die Verpackungen der 250 beliebtesten
Produkte zu verbessern und so ihre Umweltbelastung in den nächsten
zwei Jahren um 10 Prozent zu senken”, erklärt Migros-Chef Herbert
Bolliger. Holger Hoffmann-Riem, Projektleiter Konsum und Wirtschaft
beim WWF, meint dazu: “Auch Verpackungen sollten selbstverständlich
so umweltfreundlich wie möglich sein. Es ist überfällig, dass der
Abfallberg endlich reduziert wird. Der WWF begrüsst daher die
Initiative der Migros, die Verpackungen zu optimieren und dabei auch
CO2 einzusparen.”

Die Migros misst die Ökobilanz der Verpackungen mit einer Methode,
die das Bundesamt für Umwelt entwickelt hat. Sie berücksichtigt den
gesamten Lebenszyklus einer Verpackung: Von der Rohstoffgewinnung bis
zur Entsorgung. Dabei wird die Auswirkung auf die Umwelt wie die
Klimabelastung durch CO2 oder die Ozonzerstörung untersucht.

In enger Zusammenarbeit mit der M-Industrie und Drittlieferanten
entwickelt die Migros innovative Lösungen: Sie setzt beispielsweise
Karton und Papier aus nachhaltiger Waldwirtschaft ein, verzichtet auf
Doppelverpackungen, reduziert das Material und erhöht die
Recyclinganteile. Selbstverständlich gewährleistet sie weiterhin,
dass die Verpackungen den hohen Hygiene- und Sicherheitsanforderungen
genügen.

In einem ersten Schritt stellt die Migros die UHT-Milchkartons auf
FSC um. Spätestens bis Anfang 2012 werden sämtliche UHT-Milchkartons
das FSC-Label auf der Verpackung tragen; das sind pro Jahr rund 120
Millionen Stück. Der Rohstoff stammt aus skandinavischen Wäldern, die
nach strengen Regeln bewirtschaftet werden. Zum einen wird geschaut,
dass die Bäume nachwachsen können. Zum anderen sind bestimmte Mengen
an Totholz vorgeschrieben, weil darin Tiere Unterschlupf finden.

Das Engagement für umweltgerechte Verpackungen ist nicht neu: Als
erste Detailhändlerin hat die Migros vor Jahrzehnten Zahnpasta ohne
Schachteln verkauft. In den letzten drei Jahren betrug die jährliche
Einsparung durch Verpackungsoptimierungen 10’000 Tonnen CO2.

Einige Beispiele: Es gelang der Migros, die Konfitüren der Marken
Léger und Favorit mit dünneren Gläsern herzustellen. Dies spart
jährlich 118 Tonnen Glas und 66 Tonnen CO2. Bei den Delizio-Kapseln
verzichtet sie auf die Kartoneinlage und spart 33 Tonnen Karton und
104 Tonnen CO2. Der Recyclinganteil der Aproz-Mineralwasser-Flaschen
beträgt 35 Prozent. Das bedeutet eine Einsparung von 1500 Tonnen
Neu-Pet und 7000 Tonnen CO2.

Unverändert optimistische Konsumenten

SECO, 10.02.2011 – Gemäss Umfrage zur Konsumentenstimmung hat sich das Konsumklima in der Schweiz zwischen Oktober und Januar kaum verändert und befindet sich weiterhin auf relativ hohem Niveau. Der aus der vierteljährlichen Umfrage* berechnete Index erreichte im Januar 2011 ein Niveau von +10 Punkten (nach +7 Punkten im Oktober 2010). Insbesondere die Einschätzungen der Haushalte hinsichtlich der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen sowie diejenigen betreffend der Arbeitsplatzsicherheit haben sich leicht verbessert.

Die meisten der vier in die Berechnung des neuen Konsumentenstimmungsindex** einfliessenden Fragen wurden im Januar 2011 ähnlich wie im Oktober 2010 beurteilt. Einzig die Beurteilungen zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit verbesserten sich (+12 Punkte im Januar gegenüber +17 im Oktober). Demgegenüber veränderten sich die Einschätzungen zur Entwicklung der persönlichen finanziellen Lage (+6 gegenüber +3) sowie zu den künftigen Sparmöglichkeiten (+30 Punkte versus +24) kaum. Auch die Erwartungen zur Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftslage in den kommenden zwölf Monaten, welche sich seit Ende 2009 über ihrem langjährigen Durchschnitt befinden, haben sich im Januar nur unwesentlich verändert (+15 Punkte nach +19 Punkten in Oktober).

Unter den anderen Subindizes der Umfrage, welche nicht in die Berechnung des Gesamtindex einfliessen, haben sich die Einschätzungen zur Sicherheit der Arbeitsplätze (-45 Punkte gegenüber -52 Punkten im Oktober) verbessert. Damit liegt dieser Teilindex zum ersten Mal seit Juli 2008 wieder über seinem langjährigen Durchschnitt.

Ebenso verbesserten sich die Einschätzungen zur Entwicklung der persönlichen finanziellen Lage in den vergangenen 12 Monaten (-6 Punkte gegenüber -12 Punkten im Oktober) sowie zu den Möglichkeiten, zum aktuellen Zeitpunkt Geld auf die Seite legen zu können (+43 Punkte nach +37). Die Einschätzungen zur vergangenen Konjunkturlage (+17 im Januar gegenüber +16 im Oktober) sowie diejenigen zum Zeitpunkt für grössere Anschaffungen (+6 versus +3 Punkte) veränderten sich hingegen kaum.

Die Haushalte revidierten sowohl die Einschätzungen zur Preisentwicklung der vergangenen zwölf Monate (+34 im Januar gegenüber +49 im Oktober) wie auch die Inflationserwartungen für die kommenden zwölf Monate (+40 Punkte gegenüber +51) nach unten. Damit verharren die Antworten der Haushalte betreffend Preisentwicklung seit über zwei Jahren auf tiefem Niveau.

Der „alte“ Konsumentenstimmungsindex, wie er vor Oktober 2009 berechnet wurde, hat sich ebenfalls nur unwesentlich verbessert (+6 Punkte im Januar gegenüber +2 im Oktober).

* In den Monaten Januar, April, Juli, Oktober werden im Auftrag des SECO ca. 1‘100 Haushalte nach ihrer subjektiven Einschätzung der Wirtschaftslage, der finanziellen Lage des Haushaltes, der Preisentwicklung, der Sicherheit der Arbeitsplätze usw. befragt.

**Seit der Publikation der Umfrageergebnisse vom Oktober 2009 werden zwei zusätzliche Fragen veröffentlicht. Es sind dies zum einen die Frage nach den Erwartungen bezüglich der Entwicklung der Arbeitslosigkeit und zum andern die Frage nach der Wahrscheinlichkeit sparen zu können. Mit Hilfe dieser neuen Fragen wird der neue offizielle, EU-kompatible Index der Konsumentenstimmung berechnet. Die drei neuen Quartalsreihen beginnen ab April 2007 (siehe technische Notiz „Erweiterung der Umfrage“ vom 4.11.2009 unter: http://www.seco.admin.ch/themen/00374/00453/index.html?lang=de).

Konsumenten beachten Umweltinformationen auf Produkten

09.02.2011 – (lid) – Eine im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) durchgeführte Studie hat ergeben, dass Umweltinformationen auf Produkten von den Konsumenten gut beachtet und als hilfreich empfunden werden.
Am häufigsten beachtet werden Umweltinformationen, die direkt auf dem Produkt platziert sind, wie das BAFU in einer Medienmitteilung schreibt.

Gemäss der vom Forschungsinstitut gfs durchgeführten Studie achten 92 Prozent der Befragten auf die Herkunftsinformation eines Produktes, 82 Prozent auf die Inhaltsangaben und 80 Prozent haben schon auf die Biokennzeichnung von Lebensmitteln geachtet.
Unterschiedliche Meinungen bei den Befragten gibt es über den Detailierungsgrad der Information. Nach Ansicht des BAFU macht es deshalb Sinn, einfache Informationen und Detailinformationen gleichzeitig anzustreben.

Sauerstoff-Hochdruckbehandlung: Auch unverpacktes Fleisch muss gekennzeichnet werden

(aid 9.2.2011) – Unverpacktes Frischfleisch, das einer Sauerstoffhochdruckbehandlung unterzogen wurde, muss entsprechend gekennzeichnet werden. Das hat das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht mit seinem Beschluss vom 9. September 2010 entschieden. Bei diesem Verfahren wird das Fleisch für mehrere Stunden einer hohen Konzentration an Sauerstoff und erhöhtem Druck ausgesetzt. Der Sauerstoff verzögert die Umwandlung von Myoglobin in Metmyoglobin und bewirkt, dass die kräftige rote Farbe des frischen Fleisches für mehrere Tage erhalten bleibt. Durch diese Herstellungspraxis wird die eintretende Graufärbung bei alterndem Fleisch verzögert.

Vorverpacktes Frischfleisch, das entsprechend behandelt wurde, muss bereits mit der Aufschrift “unter Schutzgasatmosphäre verpackt” versehen werden. Unverpacktes Fleisch muss laut Gericht ebenfalls eine Kennzeichnung erhalten, damit der Verbraucher nicht durch die intensive Farbe getäuscht wird. Das Fleisch müsse mit einem Hinweis wie “mit Sauerstoff unter Hochdruck farbstabilisiert” versehen werden.

Gesunde Ernährung macht Kinder klüger und zuviel Fett und Zucker dümmer

(Universität Nottingham 8.2.2011) – Richtige Ernährung im frühen Kindesalter steigert die spätere Intelligenz, wie umgekehrt auch ein fett- und zuckerreicher Speiseplan das Gegenteil bewirken kann. Das behaupten Forscher der Universität Nottingham http://www.nottingham.ac.uk in der Fachzeitschrift “Journal of Epidemiology and Community Health”.

“Das Gehirn ist wie ein Motor, der Treibstoff braucht. In den ersten Lebensjahren hat es ganz besondere Bedürfnisse”, bestätigt Michaela Axt-Gadermann http://www.axt-gadermann.de, Medizinerin, Professorin für Gesundheitsförderung an der Hochschule Coburg und Autorin des Buches “Was Kinder schlau und glücklicht macht”, im pressetext-Interview.

Die Forscher um Tomas Paus analysierten Daten einer kanadischen Langzeitstudie bei 4.000 Kindern der Jahrgänge 1991 und 1992. Im Alter von drei, vier, sieben und achteinhalb Jahren hatten deren Eltern in detaillierten Fragebögen angegeben, wie sie es mit dem Essen und Trinken hielten. Entsprechend bildete man Gruppen der Kinder, die vorwiegend zucker- und fettreiche Fertignahrung zu sich nahmen, jene die viel Fleisch und Gemüse aßen oder solche mit viel Gemüse, Obst, Reis und Nudeln.

Im Alter von achteinhalb Jahren wurden die Kinder einem IQ-Test unterzogen. Dabei zeigte stellten die Forscher einen Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Intelligenz fest, auch nachdem sie Störfaktoren wie etwa die soziale Herkunft berücksichtigt hatten. Je gesünder die Ernährung besonders der ersten drei Lebensjahre war, desto höher punkteten die Kinder im Intelligenztest, während spätere Ernährungsumstellungen nur wenig Folgen hatten . Studienleiter Paus erklärt dies durch das Gehirnwachstum während der ersten drei Jahre.

“In den Entwicklungsphasen der Kindheit braucht das Gehirn besonders viele Nährstoffe”, betont Axt-Gadermann. Eine zentrale Rolle spielen dabei Omega-3-Fettsäuren, die etwa in Fisch und Meeresfrüchten, jedoch auch in pflanzlichen Ölen enthalten sind. Für Denkleistung in der Schule sei etwa die Versorgung mit komplexen Kohlehydraten wichtig, für mathematische Fähigkeiten auch die ausreichende Eisen-Zufuhr.

Die Schulleistung steht generell in engem Zusammenhang mit der Ernährung, so Axt-Gadermann. “Kinder, die morgens das Haus ohne Frühstück verlassen, haben schlechtere Ausgangsbedingungen. Zudem bringen Schüler dann messbar bessere Leistungen, wenn sie vom Lehrer regelmäßig zum Wassertrinken aufgefordert werden.”

Eltern, die sich um einen gesunden Lebensstil ihrer Kinder kümmern, könnten deren Leistung damit “mindestens um eine Notenstufe” verbessern, so das Credo der Expertin. “Dazu gehören weiters auch ausreichend Schlaf und Bewegung, eine Beschränkung der Mediennutzung und genug Zeit für das gemeinsame Gespräch oder das Vorlesen.”