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Coop-Gruppe wuchs im 2010 und floriert

Die Coop-Gruppe hatte 2010 ein ausgezeichnetes Geschäftsjahr. Sie konnte den Jahresgewinn um 40 Millionen Franken auf 470 Millionen Franken steigern.

von Foodaktuell Importer



Die Logistik- und Bäckereistrategie 2015+ von Coop beinhaltet eine starke
Zentralisierung in Schafisheim AG.

Coop konnte im 2010 ihre solide Basis weiter verbreitern und ist für die Zukunft bestens gerüstet. Der Nettoerlös der Coop-Gruppe legte, trotz erheblicher Preissenkungen und nachlassender Konsumentenstimmung in der zweiten Jahreshälfte, um 305 Millionen Franken oder 1,6 % auf
19,0 Milliarden Franken zu. Das vergangene Jahr war für Coop von wichtigen strategischen Entscheiden geprägt, welche auch künftig die solide Unternehmensbasis verbreitern. Unabhängig davon konnte Coop 2010 im Kerngeschäft weiter wachsen, die Kundenfrequenz erhöhen und ihre Produktivität weiter steigern.

Das Geschäftsjahr 2010 war für die Coop-Gruppe ein sehr dynamisches Jahr. Zum einen wurden die Übernahmen von The Body Shop Switzerland AG im Juni, von Railcare AG im September sowie die inzwischen vollzogene Übernahme von 100 % der Transgourmet Holding S.E. im November kommuniziert, zum andern wurde die Logistik- und Bäckereistrategie weiterentwickelt und präsentiert. Die Übernahmen konnten aufgrund der gesunden Finanzlage sehr gut verkraftet werden: Das Eigenkapital ist im 2010 um 5,1 %, auf neu 6,4 Milliarden Franken gewachsen. Der Anteil liegt, wie schon im Vorjahr, bei guten 43,8%.

Das Naturaplan-Bio-Sortiment legte im 2010 mit rund 5 % Wachstum zum Vorjahr auf 758 Millionen Franken wieder überdurchschnittlich zu. Mit einer Zunahme von 5 % zum Vorjahr setzte Coop insgesamt 800 Millionen Franken mit Bio-Produkten um. Mit den Nachhaltigkeits-Eigenmarken setzte Coop stolze 1,9 Milliarden Franken um. Mit diesem guten Ergebnis bestätigt Coop einmal mehr ihre Spitzenposition als nachhaltigste Detailhändlerin in der Schweiz.

Retail

2010 hatte der gesamte schweizerische Detailhandel gemäss Landesindex der Konsumentenpreise LIK eine leichte Minusteuerung von – 0,4 % zu verzeichnen. Das Coop Sortiment im Retail-Kanal mit seinen 816 Verkaufsstellen verzeichnete demgegenüber eine Minusteuerung von – 2 %. Dennoch konnte Coop ihren Retail-Umsatz um 70 Millionen Franken oder 0,6 % auf 11,3 Milliarden Franken erhöhen.

Trading

Die 540 (- 1) Verkaufsstellen der Direktion Trading – Coop City Warenhäuser, Coop Bau+Hobby, Interdiscount, Toptip/Lumimart, Import Parfumerie sowie Christ Uhren & Schmuck – erzielten einen Umsatz von 3,3 Milliarden Franken, was einer Zunahme von 0,8 % entspricht. Ein sehr erfreuliches Ergebnis in Anbetracht der Preissenkungen bei Bau+Hobby und der grossen Minusteuerung von rund – 8 % in der Unterhaltungselektronik bei Interdiscount.

Tochtergesellschaften

Die 552 (+ 52) Verkaufsstellen der vollkonsolidierten Tochtergesellschaften – Coop Tankstellen, Coop Pronto, Coop Vitality Apotheken, Dipl. Ing. Fust AG und neu The Body Shop Switzerland AG – erzielten 2010 einen Kassenumsatz von 3,4 Milliarden Franken. Dies entspricht einem Plus von 7,9 %.
Trotz Minusteuerung bei der Unterhaltungselektronik konnte die Dipl. Ing. Fust AG beim Kassenumsatz um 3,2 % zulegen. Die 229 (+ 14) Coop Pronto Shops setzten 2010 0,8 Milliarden Franken um. Das sind 53 Millionen Franken oder 6,9 % mehr als 2009.
Der Gesamtumsatz der Coop-Gruppe wuchs um 1,7 % auf über 20,0 Milliarden Franken. Der konsolidierte Nettoerlös der Coop-Gruppe erhöhte sich um 1,6 % auf 19,0 Milliarden Franken.

Konsolidierte Jahresrechnung

Der Bruttogewinn – gemessen am Nettoerlös aus Lieferungen und Leistungen – sank um 0,2 % auf 34,2 %. Dies auch deshalb, weil Coop ihre Preissenkungen teilweise selber finanziert hat. Der betriebliche Cashflow (EBITDA) erhöhte sich auf 2,0 Milliarden Franken und liegt damit 195 Millionen Franken oder 11,1 % über dem Vorjahreswert.
Das Betriebsergebnis (EBIT) liegt bei 709 Millionen Franken; dies bedeutet
3,7 % des Nettoerlöses und entspricht einem Zuwachs von 15,4 % zum Vorjahr.

Der Jahresgewinn konnte um 40 Millionen gesteigert werden. Er liegt bei
470 Millionen Franken oder 9,3 % über dem Vorjahr. Der prozentuale Anteil zum Nettoerlös hat sich im vergangenen Jahr ebenfalls um 0,2 % erhöht. Er lag Ende 2010 bei 2,5 %. Damit steht Coop auf sehr solidem Boden und ist für die Zukunft gerüstet.

Die Bilanzsumme der Coop-Gruppe hat sich im vergangenen Jahr weiter erhöht, nämlich um 5,0 % auf 14,6 Milliarden Franken. Die Erhöhung erklärt sich durch die Übernahmen der Body Shop Switzerland AG und der Railcare AG, vor allem jedoch durch die deutliche Aufstockung der Flüssigen Mittel. Das definitive Marktvolumen der BAK für das Jahr 2010 liegt noch nicht vor. Dieses bildet die Basis für die Berechnung der Marktanteile. Gemäss den Marktdaten von Nielsen konnte Coop ihren Marktanteil um 0,3 % steigern; dies vor allem bei den Frischprodukten.

Am 31. Dezember 2010 beschäftigte die Coop 53’559 (52’974) Mitarbeitende. Dies entspricht einem leichten Zuwachs von 585 Mitarbeitenden oder 1,1 % aufgrund vermehrter Teilzeitpensen. Die Zahl der Lernenden blieb 2010 mit 3’014 nahezu konstant. (Medienmitteilung Coop)


Aus dem Referat von Coop-Chef Hans-ueli Loosli (Bild)

Rückwirkend per 1. Januar 2010, hat Coop 100 % des Aktienkapitals der Railcare AG in
Härkingen übernommen. Mit dem Kauf der Railcare AG hat sich die Coop-Gruppe
langfristig Trassenkapazität bei der Bahninfrastruktur gesichert. Denn das Prinzip des
unbegleiteten kombinierten Schienenverkehrs (UKV) bietet eine flexible und dennoch
schnelle, umweltschonende Möglichkeit des Warentransports. Mit diesem Kauf haben wir
einen weiteren konsequenten Schritt in Richtung Verwirklichung unserer Vision gemacht;
bis 2023 CO2-neutral zu sein.

Der Erwerb der Railcare AG und die damit gesicherten Trassenkapazitäten waren eine
wesentliche Voraussetzung für die Logistik- und Bäckereistrategie 2015+.
Mit dem Auflegen einer neuen Logistik- und Bäckereistrategie 2015+ verfolgt Coop ihren
bereits eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Nach gut sechs Jahren ist das
Potenzial aus der Logistikstrategie 2005+ grösstenteils ausgeschöpft, zudem ist das
Unternehmen in diesem Zeitraum kräftig gewachsen. Die bestehenden Logistikstrukturen
stossen aus diesem Grund teilweise an ihre Kapazitätsgrenzen.

Damit die Logistikkosten
künftig weiter gesenkt sowie der CO2-Ausstoss massgebend reduziert werden können,
brauchte es ganz neue Denkansätze. Während die Warentransporte zwischen den
einzelnen Verteilzentralen schon heute vorwiegend auf der Schiene getätigt werden, gibt
es bei den Direktbelieferungen aus den Verteilzentralen in die Verkaufsstellen noch ein
erhebliches Potenzial. Und genau hier setzt das Cargo-Pendelzug-Prinzip der Railcare
AG an. Am Prinzip der regionalen Verteilzentren hält Coop auch in Zukunft grundsätzlich
fest.

Die Logistik- und Bäckereistrategie 2015+ sieht allerdings eine starke
Zentralisierung in Schafisheim/AG vor, so werden dort die Verteilzentralen der Regionen
Zentralschweiz-Zürich, heute in Dietikon, und Nordwestschweiz, heute in Basel,
zusammengelegt. Weiter wird im aargauischen Schafisheim die Tiefkühllogistik
zentralisiert sowie eine Grossbäckerei gebaut. Aufgrund des neuen nationalen
Produktionsstandortes für Tiefkühl-Backwaren können die beiden Bäckereien Wallisellen
und Basel aufgehoben werden.

Solche Umstrukturierungen verunsichern natürlich die
Mitarbeitenden. Coop hat deshalb nach Verabschieden der neuen Strategie im
vergangenen Oktober offen und transparent informiert. Erste Schliessungen betroffener
Standorte finden frühestens in fünf Jahren statt. Alle Mitarbeitenden, die heute an einem
Standort arbeiten, der geschlossen wird, erhalten ein adäquates Stellenangebot. Unter
dem Strich werden keine Stellen abgebaut. Mit der neuen Strategie sollen jährlich
wiederkehrend rund 60 Millionen Franken und 5’000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Anfang November dann, haben wir die Erweiterung unseres In- und Auslandengagements
im Gastronomie- und Gewerbegrosshandel bekannt gegeben. Damit setzt Coop
neben dem Detailhandel klar auf ein zweites starkes Kerngeschäft: auf den Grosshandel.
Die Coop Genossenschaft hat die Transgourmet-Gruppe zu 100 % übernommen. Das
neue Unternehmen beschäftigt aktuell über 21’000 Personen und ist nach Umsatz
Europas zweitgrösstes Cash & Carry- und Foodservice-Unternehmen.

Zur Transgourmet-
Gruppe zählen fünf Formate: Im Bereich des Belieferungsgrosshandels HOWEG in der
Schweiz, Transgourmet France in Frankreich und REWE-Foodservice in Deutschland. Im
Cash & Carry-Bereich Prodega/Growa CC in der Schweiz, sowie FEGRO/SELGROS in
Deutschland, Polen, Rumänien und Russland. Coop hat sich diesen Schritt sehr gut
überlegt und in den vergangenen sechs Jahren ein umfassendes Know-how angeeignet.
Mit diesem Schritt hat sich die Coop-Gruppe in eine ausgezeichnete Position für ein
nachhaltiges Wachstum gebracht. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung, den soziodemografischen

Veränderungen und den veränderten Essgewohnheiten wird der Ausserhauskonsum
überdurchschnittlich zulegen. Bereits heute liegen die Zuwachsraten der
Umsätze deutlich über jenen des Detailhandels. Die Transgourmet-Gruppe hat vor, in
den kommenden Jahren eine moderate Expansionsstrategie zu fahren.
Die zuständigen Wettbewerbskommissionen haben der Übernahme bis Anfang Januar
2011 ohne Vorbehalt zugestimmt. Damit ist das Geschäft perfekt.

Im Verlaufe von 2011
werden die Strukturen des Unternehmens Transgourmet Holding AG aufgebaut. Es
handelt sich bei der Transgourmet Holding AG um eine juristische Person nach
schweizerischem Recht und der Firmensitz wird in der Schweiz in Basel sein.
Der Klimawandel und die weltweite Bevölkerungsexplosion machen Wasser in absehbarer
Zeit zu einer sehr wertvollen Ressource. Mit der Übernahme der Pearlwater
Mineralquellen AG in der Gemeinde Termen im Wallis haben wir in der Mineralwasserbeschaffung
Unabhängigkeit erlangt.

Coop konzentriert sich damit bei der Mineralwasserbeschaffung
aufs Wallis. Die drei Quellen in Termen liefern hochstehendes Mineralwasser.
Dieses Unternehmen wird allerdings erst in die Rechnung 2011 integriert, weil
die Übernahme Anfang Januar dieses Jahres stattgefunden hat.

Als strategisch wichtiger Entscheid ist an dieser Stelle auch die konsequente Preispolitik
der Coop zu erwähnen. So haben wir auch im vergangenen Jahr Kosteneinsparungen
durch eine höhere Produktivität in die Senkung der Preise investiert.

Produktionsbetriebe

Coop hat eine Reihe von Produktionsbetrieben. Dazu gehören die Swissmill, die grösste
Getreidemühle der Schweiz, die Chocolats Halba, die Reismühle Brunnen, die Pasta
Gala, unsere Teigwarenfabrik in Morges, die Kosmetik- und Reinigungsmittelherstellerin
CWK/Steinfels-Cleaning-System sowie die Nutrex, eine Essig-Spezialistin.
Lassen Sie mich ein Beispiel herausgreifen. Die Chocolats Halba verfolgt heute sehr
innovative Ansätze und Projekte. So pflegt Halba ein Projekt in Honduras, bei welchem
direkt mit den Bauern vor Ort gehandelt wird. Aber auch in Peru und Ghana werden von
Halba nachhaltige Projekte vorangetrieben.

Der direkte Handel bietet eine bessere
Qualitätskontrolle, die Kakaobauern werden direkt bezahlt und erhalten so höhere Preise.
Der Direktkauf ist fair und findet heute erst an einem kleinen Ort statt. Ich bin aber
überzeugt, dass Chocolats Halba mit ihrem Willen, den Rohstoff wenn immer möglich
direkt bei den Produzenten zu beziehen, auf dem richtigen Weg ist. Dass dieser Weg der
richtige ist, zeigt unter anderem auch das Wachstum des Exportanteils am Gesamtumsatz.
Dieser ist seit Beginn vor 3 Jahren auf 20 % angewachsen.

Swissmill

Vorgestern hat die Swissmill ihren grossen Tag gehabt. Das Stimmvolk der Stadt Zürich
hat dem privaten Gestaltungsplan Kornhaus «Swissmill» Zürich klar zugestimmt und sich
damit zu einer 150-jährigen Tradition bekannt. Darüber sind wir sehr froh und dankbar.
Mit diesem Entscheid kann die Swissmill in die Zukunft schauen, die umweltgerechteste
Variante für die Gewinnung von mehr Silokapazität umsetzen, und der Zürcher
Stimmbevölkerung bleibt eine echtes Industriequartier mit seinem Charme erhalten.

Beteiligungen, Transgourmet Holding

Die anhin noch nicht voll in der Rechnung der Coop-Gruppe konsolidierte Transgourmet
Holding S.E., das Joint-Venture 50/50 % von Coop und Rewe-Group im Abhol- und
Belieferungsgrosshandel in Europa, erreichte 2010 einen Umsatz von 6,2 Milliarden
Euro. Dies entspricht einem Wachstum von nominell 6,7 %. Die Transgourmet Holding
AG wird in der Rechnung der Coop im 2011 erstmals vollkonsolidiert. (Text: Auszug aus dem Referat von Hansueli Loosli vor den Medien am 15.2.2011)