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KURZNEWS 22. Februar 2011

Polen und Niederlande wollen Schlachtabfälle wieder verfüttern / Doch keine Einigung in der Emmentaler-Branche / Hansueli Loosli gibt operative Führung von Coop ab / Bio-Boom in Deutschland wegen Dioxinskandal

von Foodaktuell Importer

Polen und Niederlande wollen Schlachtabfälle wieder verfüttern

22.02.2011 – (lid) – Polen und die Niederlande wollen sich dafür einsetzen, dass behandelte Schlachtabfälle in der EU wieder als Tierfutter verwendet werden dürfen.
Polen befürwortet in einem Schreiben an den Europäischen Rat, dass Geflügel- und Schweineschlachtabfälle wieder an Tiere verfüttert werden dürfen, wie Animal Health Online schreibt.

Laut niederländischen Presseberichten wird dieses Anliegen neu auch von den Niederlanden unterstützt. Nach Ansicht Polens würde die Verfütterung gewichtige Vorteile bringen, so könnte unter anderem der Verbrauch an pflanzlichem Eiweiss wie Soja um rund 30 Prozent reduziert werden. Die Verfütterung von Abfällen aus der Schlachtung von Wiederkäuern soll aber nach wie vor verboten bleiben.

Österreich ist führend beim Bio-Landbau

21.02.2011 – Im Jahr 2010 stieg in Österreich die Zahl der biologisch produzierenden Landwirtschaftsbetriebe auf 16,2 Prozent oder 21’798 Betriebe. Somit hat Österreich EU-weit flächenmässig den grössten Anteil Bio-Betriebe. In der Schweiz wird 10,8 Prozent der Fläche biologisch bewirtschaftet.

Mittlerweile werden 19,5 Prozent der Landwirtschaftsfläche Österreichs (544’672 Hektaren) biologisch bewirtschaftet. Gegenüber dem Vorjahr ist das jeweils eine Steigerung um rund ein Prozent, wie aiz.info schreibt.

Österreichs Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich zeigte sich gegenüber erfreut: “Die Bio-Landwirtschaft ist Spitzenreiter des österreichischen Wegs einer nachhaltigen Landwirtschaft.” Diese Vorreiterrolle werde abgesichert durch engagierte und zukunftsorientierte Bio-Bauern, eine professionelle Vermarktung und die Konsumenten. Andererseits unterstütze die heimische Agrarpolitik die österreichische Bio-Landwirtschaft durch effiziente und vielfältige Förderungen.

Agrarmarketing Austria AMA und Bio Austria, der Verband österreichischer Bio-Landwirte, haben letztes Jahr eine Exportoffensive für Bio-Produkte lanciert. Neben Deutschland, dem wichtigsten Exportland für Österreich, liegt ein weiterer Schwerpunkt auf ausgewählten Zielmärkten wie Slowenien, Polen, Tschechien, Slowakei und Frankreich, denen ein grosses Potenzial als Bio-Absatzmarkt eingeräumt wird.

Doch keine Einigung in der Emmentaler-Branche

21.02.2011 – (lid) – Eine Charta hätte Ruhe bringen sollen in die Emmentaler-Branche. Doch daraus wird nichts: Die nötigen Unterschriften kamen nicht zustande. Nun wird über eine Produktionsfreigabe diskutiert.
Am 20. Januar standen die Zeichen noch auf Versöhnung: An der ausserordentlichen Delegiertenversammlung von Emmentaler Switzerland haben Bauern, Käser und Händler einer Charta zugestimmt. Damit hätten die sechs abtrünnigen Käsereibetriebe, die ihren Emmentaler ausserhalb der Sortenorganisation und somit ohne jegliche Mengenbegrenzung produzieren und vermarkten, wieder zurück ins Boot geholt werden sollen.

Bis am 20. Februar hätten 95 Prozent der Produzenten und 100 Prozent der Käsereien und Händler zustimmen müssen. Dieses Quorum sei nicht zustande gekommen, wie Emmentaler Switzerland am 21. Februar mitteilte. Der Vorstand der Sortenorganisation werde in den nächsten Tagen über eine Freigabe der Produktion beraten, damit die Mitglieder von Emmentaler Switzerland gegenüber den Nicht-Mitgliedern nicht benachteiligt würden.

Mit der Ablehnung der Charta ist zudem die Einführung einer neuen, vom Original-Emmentaler klar abgegrenzten Grosslochkäsesorte wieder offen. Damit hätte ein heute bestehender Missstand behoben werden sollen: Viele in der Schweiz produzierte Grosslochkäse werden im Ausland als Emmentaler auf den Markt gebracht, was den Preisdruck auf das Originalprodukt erhöht.

SBV für klare Regeln in der Berg- und Alpverordnung

18.02.2011 – (lid) – Der Schweizerische Bauernverband (SBV) zeigt sich grundsätzlich mit den Vorschlägen zur Revision der Berg- und Alpverordnung einverstanden und setzt sich für klare Regeln ein.
Rund 40 Prozent der Landwirtschaftsbetriebe seien von der Anpassung der Verordnung betroffen und erhielten eine Grundlage, um ihre Produkte erfolgreich vermarkten zu können, schreibt der SBV in einer Medienmitteilung.

Allerdings kritisiert der Verband, dass nur Lebensmittel von der Verordnung erfasst werden. Es sei nicht verständlich, dass die Regeln für andere Produkte, wie zum Beispiel Kosmetika aus Bergkräutern, nicht gelten sollen. Diese Begrenzung auf bestimmte Produkte lasse sich auch den Konsumenten gegenüber nicht erklären. Der SBV wünscht sich zudem eine Mindestqualität, so sollen Bergprodukte zumindest den Ökologischen Leistungsausweis erfüllen müssen.
Der Bauernverband spricht sich zudem für die Einführung eines neuen Labels für Berg- und Alpprodukte aus.

Gemeinsame Plattform für Entlebucher Biospährenprodukte

17.02.2011 – (lid) – Die Interessengemeinschaft Biosphärenprodukte will Produkte aus der UNESCO Biosphäre Entlebuch künftig über eine gemeinsame Vermarktungsplattform vertreiben.
Produkte aus der Biosphäre Entlebuch sollen künftig zentral vermarktet werden. (zvg)
Mit der Plattform erhofft sich die IG Biosphärenprodukte unter anderem eine höhere Wertschöpfung für ihre Produkte zu erreichen sowie vermehrt Spezialitäten auch ausserhalb der Region vermarkten zu können, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht.

Zudem sollen neue Produkte entwickelt und dadurch das Sortiment erweitert werden.
Die Vermarktungsplattform erhält während der Projektphase finanzielle Unterstützung für eine fachliche Begleitung. Ein entsprechendes Gesuch wurde vom Bundesamt für Landwirtschaft gutgeheissen, zudem beteiligt sich auch der Kanton Luzern an den Kosten.

Hansueli Loosli gibt operative Führung von Coop ab

Coop 17. Februar 2011 – Der langjährige Vorsitzende der Coop Geschäftsleitung, Hansueli Loosli, wird der
Delegiertenversammlung im April zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen. Der
Funktionswechsel, verbunden mit der Übernahme des Verwaltungsratspräsidiums von
Coop sind per 1. September 2011 vorgesehen.

Der 55jährige Hansueli Loosli ist seit der Fusion der 14 regionalen Coop Genossenschaften und
der Coop Schweiz im Jahr 2001 Vorsitzender der Geschäftsleitung von Coop. Zuvor war er
bereits seit 1997 als Vorsitzender der Coop Gruppenleitung tätig. Am 1. September 1992 hatte
er als Direktor Warenbeschaffung Non Food und geschäftsführender Direktor der regionalen
Genossenschaft Coop Zürich sein Arbeitsdebüt in der Coop-Gruppe gegeben. Die erfolgreiche
und nachhaltige Wachstumsstrategie von Coop trägt unverkennbar seine Handschrift.

Hansueli Loosli gibt die operative Verantwortung zum 31. August 2011 auf eigenen Wunsch ab.
Evaluation und Wahl des neuen CEO
Der Verwaltungsrat von Coop wird nach gründlichen Abklärungen im Laufe des Frühjahrs 2011
den neuen Vorsitzenden der Coop Geschäftsleitung wählen.

SAB begrüsst verbesserten Schutz für Alp- und Bergprodukte

17.02.2011 – (lid) – Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) unterstützt den vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) in der Revision der Berg- und Alpverordnung angestrebten verbesserten Schutz der Begriffe „Alp“ und „Berg“.
Die SAB unterstützt verschärfte Herkunfts- und Kontrollvorschriften, fordert aber eine Umsetzung mit möglichst tiefem administrativem Aufwand, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht.

Die SAB will ausserdem, dass auch die Verarbeitung der Produkte im entsprechenden Gebiet erfolgen muss, sofern dies möglich ist. Zudem will die Arbeitsgemeinschaft, dass die Verwendung der Begriffe auch an qualitative Kriterien geknüpft wird. So sollen für Bergprodukte der Ökologische Leistungsnachweis und für Alpprodukte die Sömmerungsbeitragsverordnung erfüllt werden. Die geplante Einführung eines Berg- und Alplogos wird von der SAB befürwortet.

Butterberg ist 7’300 Tonnen hoch

16.02.2011 – (lid) – Der Butterberg hat sich im Vergleich zum Vorjahr weiter vergrössert.
In der Schweiz sind zurzeit 7‘311 Tonnen Butter an Lager, wie der Schweizer Bauer in der aktuellen Ausgabe schreibt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 2‘499 Tonnen oder 51,9 Prozent. Auch 2009 waren die Butterlager im Januar mit 4‘749 Tonnen kleiner, 2008 wurden gar nur 1‘788 Tonnen gelagert, damals war allerdings noch die Milchkontingentierung in Kraft.

Bio-Boom in Deutschland wegen Dioxinskandal

16.02.2011 – (lid) – In Deutschland sind wegen des Dioxinskandals viele Konsumenten auf Bioprodukte umgestiegen.
Der deutsche Biogrosshandel konnte seinen Umsatz im Januar um 20 Prozent steigern, wie aiz.info schreibt. Als ein Grund dafür wird der Dioxinskandal und die damit verbundene Unsicherheit im Umgang mit Lebensmitteln vermutet. So ergab eine Umfrage unter Konsumenten, dass jeder zehnte Deutsche sein Einkaufsverhalten nach dem Dioxinskandal ändern und künftig vermehrt auf Bioprodukte zurückgreifen will.

Backzutatenverband und Wissensforum Backwaren verlegen ihre Geschäftsstelle nach Berlin

BZV Der Backzutatenverband e.V 16. Februar 2011 – Zu einer vorgezogenen Ordentlichen Mitgliederversammlung luden der Backzutatenverband e.V. Bonn – Wien und das Wissensforum Backwaren e.V. Bonn – Wien für Mittwoch, 16. Februar 2011 in den Bonner Universitätsclub ein. Wichtigster Tagesordnungspunkt der nicht öffentlichen Veranstaltung war die Beschlussfassung über den künftigen Sitz beider Verbände und die damit verbundenen Satzungsänderungen.

Wie zuvor bereits auf der Ausserordentlichen Mitgliederversammlung am
3. November 2010 angeklungen war, hatte sich der Vorstand im Vorfeld für eine Sitzverlegung von Bonn in die Bundeshauptstadt Berlin stark gemacht, da man langfristig dort wesentlich bessere Möglichkeiten der Interessens-vertretung auf nationaler Ebene sieht. Nach kurzer Diskussion sprach sich die Sitzung bei nur einer Gegenstimme für dieses Ansinnen aus, so dass der Weg für einen baldigen Umzug der Ge-schäftsstelle nach Berlin nun frei ist.

Da der Umzug zügig angegangen werden soll, hatte man sich im Vorstand entschieden, die sonst stets im Mai stattfindende Ordentliche Mitgliederversammlung auf den Februar vorzuziehen und ohne das sonst übliche Rahmenprogramm und Gäste durchzuführen. Dies wird nach vollzogenem Umzug auf einer Mitgliederversammlung im Herbst diesen Jahres nachgeholt werden. Der Termin hierfür wird nach vollzogenem Umzug bekannt gegeben.

Der Backzutatenverband e.V. Bonn – Wien vertritt die Interessen der Zulieferindustrie des backenden Gewerbes in Deutschland und in Österreich. Mit seinen über 50 Mitgliedsunternehmen repräsentiert er nahezu 100 Prozent der Branche. Seine Mitglieder liefern ausschliesslich an Bäcker, Konditoren und andere Weiterverarbeiter.