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«Rückstandsfreiheit versus Ökologie»

Die Problematik der aus Karton in Lebensmittel migrierenden Mineralölrückstände deckt einen Zielkonflikt zwischen hohen Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit und Anliegen des Umweltschutzes auf.

von Alimenta Import

Beat HodlerDas Beispiel der Drucktinten zeigt, dass die Industrie gewillt und in der Lage ist, zu ­Lösungen Hand zu bieten. Dank der engen Zusammenarbeit mit einer «Joint Industry Group» (JIG) aus Vertretern der Ver­packungs-, Lack- und Farben, und der Nahrungsmittelindustrie hat das BAG ­bereits 2008 für Drucktinten – der EU ­vorangehend – eine strenge Regelung in Kraft setzen können, die nur noch migra­tionsarme Ausgangsstoffe zulässt.

In gleicher Weise ist nun die Problematik des Kartons anzugehen. Allerdings ist die Kette hier noch viel komplexer: vom Zeitungsdruck (allenfalls künftig ohne mineralölhaltige Farben) über die Altpapiersammlung (getrennt nach Qualitäten) und der Kartonherstellung (vermehrt mit Frischfaser) bis zur NM-Industrie (Einbau funktionaler Sperren). Jede Lösung hat aber nebst Vor- auch erhebliche Nachteile.

Gefragt sind nicht Schnellschüsse, sondern wohlüberlegte Gesamtlösungen. Diese sind aber nur im europäischen Rahmen zu finden, stammt doch der allergrösste Teil des Altpapiers und des Kartons sowie auch der betroffenen Lebensmittel aus der EU.