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Unerwünschte Wanderung von Verpackungsstoffen

Seit Lebensmittel verpackt werden, sind diese sicherer geworden. Lebensmittel­skandale, wegen Rückständen aus Verpackungen, ziehen sich aber wie ein roter Faden durch die Geschichte.

von Alimenta Import

Jeder ist sich bewusst, dass derjenige, der Lebensmittel herstellt, auch für deren Qualität verantwortlich ist – auch wenn die Verpackung für eine Verun­reini­gung verantwortlich ist. So lautet die ­einhellige Meinung von Amtsstellen, Verpackungs- und auch Lebensmittelindustrie.

Bei vielen Lebensmittelskandalen stand die Verpackung im Vordergrund, weil ihre Bestandteile oder Fabrikationsweisen verantwortlich für Rückstände von nicht erwünsch­ten Stoffen im Lebensmittel waren. Schon zu Zeiten der Erforscher der Weltmeere starben ganze Schiffsbesatzungen, weil die jahrelange Ernährung aus Konservendosen, die mit Blei verlötet wurden, zu Vergiftungen führte.

In jüngerer Zeit standen Jutesäcke im Brennpunkt. Diese wurden teilweise mit Öl hergestellt. In Nüssen, Kakao oder Reis wurden Rückstände gefunden. Oder vor einigen Jahren trat die Bisphenol-Problematik (BPA) in den Vordergrund. Diese wurde durch ­Dosenbeschichtungen verursacht. Die euro­päische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kam 2003 in ihrer Risikobewertung zum Schluss, dass bei sachgemässer Verwendung von BPA keine Gefährdung für den Verbraucher aus­gehe, setzte aber 2005 dennoch einen Grenzwert fest. Vor einem Jahr kam die amerikanische Lebensmittelbehörde (FDA) zu einer vorsichtigeren Einschätzung von BPA. Auch aus der Verpackung stammte die im Jahr 2004 entdeckte Verunreinigung ESBO, die in öl- und fetthaltigen Lebensmitteln aus Gläsern mit Schraubendeckeln gefunden wurde. ESBO wird als Weichmacher und Stabilisator in Polyvinylchlorid-(PVC-)Dich­tun­gen von Metalldeckeln zum Verschliessen von Gläsern und Flaschen verwendet. Auch in guter Erinnerung ist der Skandal um ITX, das 2005 in Italien in Nestlé-Babymilch gefunden wurde.