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Orior-Gruppe erzielt im 2010 Rekordumsatz

ORIOR wächst in stagnierendem Gesamtmarkt, dies auch im Export, und steigert den Reingewinn deutlich. Die Treiber des Erfolgs von ORIOR sind die Neuheiten.

von Foodaktuell Importer


Innovationen von Rapelli: Alp-Rohschinken, auf der Piora-Alp 12 Monate gereift. Und Vitello Tonnato als verzehrsfertige verpackte Convenience. Gemäss Orior macht die Gruppe über 6% Umsatz mit Neuheiten.

Die ORIOR AG, einer der führenden Hersteller von veredelten Fleischprodukten und Frisch-Convenience Food in der Schweiz, hat im vergangenen Geschäftsjahr 2010 einen Rekordumsatz erzielt und sich ertragsmässig erneut steigern können. In einem weitgehend stagnierenden Lebensmittelmarkt nahm der ausschliesslich mit organischem Wachstum erzielte Nettoumsatz gegenüber dem Vorjahr um 1 Prozent auf CHF 505.5 Mio. zu.

Trotz anhaltendem Preisdruck gelang es ORIOR, den EBITDA um 3.8 Prozent auf CHF 54.2 Mio. zu verbessern und damit eine EBITDA-Marge von 10.7 Prozent zu erreichen. Der Reingewinn nahm um 12.4 Prozent auf CHF 26.9 Mio. zu.

CEO Rolf U. Sutter (56), der die ORIOR AG während den letzten zwölf Jahren zu einem der erfolgreichsten Lebensmittel-Unternehmen der Schweiz aufgebaut und im April 2010 an die Börse geführt hat, übergibt die operative Führung per 1. Mai 2011 an Remo Hansen (49), dem bisherigen Verantwortlichen der Kompetenzzentren Pastinella und Fredag und lang-jährigem Mitglied der Geschäftsleitung der ORIOR-Gruppe. Rolf U. Sutter soll an der konstituierenden Sitzung des Verwaltungsrats nach der diesjährigen Generalversammlung zum neuen Präsidenten des Verwaltungsrats gewählt werden.

Die positive Umsatzentwicklung von ORIOR wurde nicht nur durch einen stagnierenden Gesamtmarkt, sondern auch durch eine faktische Minusteuerung und den schwachen Euro belastet. “Die erreichten Resultate, welche erneut eine Weiterentwicklung des Unternehmens bedeuten, sind deshalb ein umso eindrücklicherer Leistungsausweis unserer Mitarbeitenden”, kommentiert CEO Rolf U. Sutter den ersten Jahresabschluss nach dem Börsengang.

“Erfreulicherweise konnten wir uns auch ertragsmässig erneut verbessern, obwohl durch das IPO (Börsengang) erhebliche Sonderkosten anfielen und in der zweiten Jahreshälfte die Rohstoffkosten anzogen. Unsere Strategie, auf innovative Produkte in attraktiven Nischen-märkten zu setzen, war wiederum erfolgreich.” Mit zu den Ertragssteigerungen beigetragen haben auch das hoch entwickelte Kostenbewusstsein und die laufenden Effizienzver-besserungsmassnahmen im Rahmen der verschiedenen Wertsteigerungsinitiativen.

Positive Entwicklung in allen Segmenten

In einem rückläufigen Fleischmarkt gelang es dem Segment Refinement (Fleischver-edelung), den Umsatz mit CHF 300.5 Mio. auf Vorjahresniveau zu halten und damit weiter Marktanteile zu gewinnen. Positiv entwickelte sich auch die Ertragskraft des Segments mit einer Steigerung des EBITDA um 3 Prozent auf CHF 25.6 Mio., was einer von 8.3 auf 8.5 Prozent verbesserten EBITDA-Marge entspricht.

Eine dem Trend der Verpflegungsgewohnheiten entsprechende, noch stärkere Entwicklung verzeichnete das Convenience-Segment mit einer Umsatzzunahme um 1.4 Prozent auf CHF 202.3 Mio. Der EBITDA stieg um 6.7 Prozent auf CHF 31.6 Mio., womit ORIOR in diesem Segment eine EBITDA-Marge von 15.6 Prozent erreichte. Das Segment Corporate, Export und Logistik erzielte eine Umsatzsteigerung von 10.3 Prozent auf CHF 29.4 Mio. Im EBITDA von -3.0 Mio. spiegeln sich vor allem die Kosten des Börsengangs und des schwachen Euro. Der Exportumsatz hat zwar nach wie vor einen geringen Anteil am Gesamtumsatz, wuchs aber 2010 mit einem Plus von 15 Prozent erneut weit überdurchschnittlich (in Lokalwährung über 25 Prozent).

Die Treiber des Erfolgs von ORIOR sind die Innovationen. Alle Marken im Portfolio haben auch im vergangenen Jahr zahlreiche Neuentwicklungen und innovative Weiterentwicklungen beliebter Produkte auf den Markt gebracht. Sowohl in Bezug auf ihr Umsatzpotenzial als auch auf ihren Beitrag zur Wertschöpfung generieren diese Produkte einen relevanten Mehrwert.

Die innovativen Produkte und Konzepte von ORIOR leisten aber auch einen substanziellen Beitrag an die Positionierung der Marken sowohl im Detailhandel als auch im stetig wachsenden Food Service. Dieser hat sich in den vergangenen Jahren ausgezeichnet entwickelt und verfügt über ein nachhaltig hohes Wachstumspotenzial.

Weiter gestärkte Bilanz

Die dem Unternehmen im Rahmen des IPO zugeflossenen Mittel und der Erfolg des Jahres 2010 erlaubten eine markante Reduktion der kurzfristigen Verbindlichkeiten zum Stichtag auf CHF 88.6 Mio. (Vorjahr CHF 103.7 Mio.). Während das Fremdkapital von CHF 322.9 Mio. auf CHF 218.9 Mio. abgebaut werden konnte, nahm das Eigenkapital auf CHF 170.3 Mio. zu. Daraus ergibt sich eine gegenüber dem Vorjahr stark verbesserte Eigenkapitalquote von 43.8 Prozent.

Die markante Stärkung der Bilanz kommt auch im Verhältnis der Nettoverschuldung zum EBITDA zum Ausdruck, welches noch 1.3x beträgt. Das Umlaufvermögen nahm von CHF 133.4 Mio. auf CHF 151.1 Mio. zu. In dieser Veränderung widerspiegeln sich hauptsächlich höhere Debitorenpositionen aufgrund von veränderten Zahlungsmodalitäten einzelner Grosskunden. Dies beeinflusste auch den Cash Flow aus operativer Tätigkeit, welcher im Geschäftsjahr von CHF 44.9 Mio. auf CHF 35.8 Mio. zurückging.

Auf der Basis des erzielten Reingewinns von CHF 26.9 Mio. wird der Verwaltungsrat der Generalversammlung 2011 die Auszahlung einer Dividende von CHF 1.90 pro Aktie bean-tragen. Die Auszahlung erfolgt aus der Reserve aus Kapitaleinlagen und somit ohne Abzug der Verrechnungssteuer. Die Ausschüttung von knapp 42 Prozent entspricht damit der definierten Dividendenpolitik, welche eine Ausschüttungsquote von rund 40 Prozent des Reingewinns vorsieht.

Vorsichtig optimistischer Ausblick

ORIOR geht in der Beurteilung der Aussichten des laufenden Jahres davon aus, dass die für den Lebensmittelhandel relevante Konjunktur in der Schweiz mindestens stabil bleibt, die Beschaffungskosten bei Rohstoffen und Energie jedoch zunehmen werden und sich der Preiskampf im Detailhandel noch akzentuieren wird.

Dennoch bleibt Rolf U. Sutter vorsichtig optimistisch: “Unsere gut positionierten Markenprodukte, die angelaufenen Wachstumsinitiativen und die gut gefüllte Pipeline innovativer Produkte und Konzepte werden unser Wachstum erneut stützen. Andererseits werden die laufenden Wertsteigerungsinitiativen weiter zur Erhöhung unserer Kosteneffizienz beitragen. Wir bleiben deshalb zuversichtlich, dass wir uns auch im laufenden Jahr umsatz- und ertragsmässig weiter steigern können.”

Gut abgestimmter Führungswechsel

Auf den Zeitpunkt der diesjährigen Generalversammlung hin findet bei ORIOR auf oberster Führungsebene ein gut abgestimmter Führungswechsel statt. Rolf U. Sutter (56), langjähriger CEO und Delegierter des Verwaltungsrats, wird als operativer Leiter von ORIOR auf den 30. April 2011 zurücktreten.

“Nach zwölf Jahren an der Spitze von ORIOR, nach einer Jahr für Jahr positiven Umsatz- und Ertragsentwicklung und nachdem eine überzeugende Nachfolgeregelung aus den eigenen Reihen erfolgen kann, ist jetzt der richtige Augenblick, um die operative Verantwortung abzugeben”, kommentiert Rolf U. Sutter seinen Rücktritt als CEO. “Ich werde der Gesellschaft auch weiterhin eng verbunden bleiben und mich inskünftig vor allem auf strategische Themen und Projekte fokussieren.”

Der Verwaltungsrat der ORIOR AG hat Remo Hansen (Bild), den bisherigen erfolgreichen Leiter der Geschäftsbereiche Pastinella und Fredag und langjähriges Mitglied der Geschäftsleitung von ORIOR per 1. Mai 2011 zum Nachfolger von Rolf U. Sutter als CEO der Gruppe gewählt. Der Verwaltungsrat beabsichtigt ausserdem, anlässlich seiner konstituierenden Sitzung nach der diesjährigen Generalversammlung Rolf U. Sutter zum Verwaltungsratspräsidenten der Gesellschaft zu wählen.

Der bisherige Präsident der Gesellschaft, Rolf Friedli, bleibt Mitglied des Verwaltungsrats und soll das Vize-Präsidium übernehmen. Er kommentiert den Führungswechsel an der Spitze von ORIOR wie folgt: “Der Verwaltungsrat ist glücklich, dass mit Remo Hansen ein erfolgreicher, kompetenter und mit ORIOR bestens vertrauter Nachfolger aus den eigenen Reihen die operative Führung der Gruppe übernimmt. Mit Rolf U. Sutter als zukünftigem Präsidenten der Gesellschaft ist die Kontinuität in der Führung und Weiterentwicklung des Unternehmens auf ideale Weise gewährleistet.”

Kennzahlen der ORIOR Gruppe Geschäftsjahr 2010 in Tausendfranken:

Nettoerlös 505’525§

EBITDA 54’188§
in % vom Nettoerlös 10.70%§

EBIT 40’479§
in % vom Nettoerlös 8.00%§

Reingewinn 26’936§
in % vom Nettoerlös 5.30%§

Bilanzsumme 389’182§

Durchschnittlicher Personalbestand 1’273§

(Text: Orior)

Über Orior

Orior mit Sitz in Zürich stellt Spezialitäten und Convenience her wie Salami, Bündnerfleisch, Pasta, Pasteten und Fertiggerichte her. Zur Gruppe gehören unter anderem die Lebensmittelfirmen Rapelli, Pastinella, Spiess, Le Patron, Fredag sowie die Marken Ticinella, Natur Gourmet, Traiteur Seiler, Ocean’s Best und andere. Weiter ist Orior mit seinem Unternehmen Lineafresca auch in der Logistik tätig. Orior ist im Detailhandel und in der Gastronomie stark verwurzelt. Migros, Coop, Denner oder auch Aldi gehören zu den Kunden.