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WEEKENDNEWS 5. März 2011

Bell übernimmt deutschen Convenience-Hersteller / Denner darf wieder Kaffee-Kapseln verkaufen / Tierische Produktion verursacht 9-12% der EU-CO2-Emissionen / Ozeane verkommen zu Futterfarmen für Aquakulturen

von Foodaktuell Importer

Bell übernimmt deutschen Convenience-Hersteller

Die Bell Gruppe tätigt eine weitere Akquisition in Deutschland und übernimmt die Hoppe GmbH. Die steigende Nachfrage des deutschen Marktes nach hochwertigen Convenience-Produkten zeigt ein noch deutliches Wachstumspotential in diesem Segment. Mit der Übernahme trägt Bell dieser Entwicklung Rechnung.

Der Convenience Food-Spezialist wird unter dem Dach der deutschen Bell Tochter ZIMBO Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co.KG als eigenständiges Unternehmen weitergeführt. Die Geschäftsführung übernimmt Christof Queisser, Vorsitzender der Geschäftsfüh­rung von ZIMBO. Elisabeth Hoppe und Georg-Michael Hoppe stehen dem Unternehmen auch weiterhin für einen reibungslosen Übergang zur Verfügung. Die Übernahme erfolgt vor­behältlich der Zustimmung des Bundeskartellamtes rückwirkend per 1. Januar 2011. Über die Konditionen der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.

Für die strategische Ausrichtung von Bell im Bereich Convenience und Snacks ist mit Hoppe ein idealer Partner gefunden worden. Durch den Zusammenschluss kann Bell die bereits bestehenden Aktivitäten in diesem Segment weiter ergänzen. Hoppe beschäftigt rund 100 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von rund 20 Millionen Euro. Die deutsche Hoppe GmbH mit Sitz in Bad Wünnenberg ist ein hochspezialisierter Premium Convenience-Hersteller im Bereich Hackfleisch-Produkte. Das Sortiment des 1973 gegründeten Unternehmens umfasst klassische und leichte Hackprodukte sowie Grill- und Snack-Artikel.

Denner darf wieder Kaffee-Kapseln verkaufen

(Denner 4.3.2011) – Das Handelsgericht St. Gallen hat entschieden, den
Verkaufsstopp gegen den führenden Schweizer Lebensmitteldiscounter
betreffend die nespresso-kompatiblen Denner Kaffee-Kapseln
aufzuheben. Das Gericht begründet den Entscheid im Wesentlichen
damit, dass erhebliche Zweifel an der Gültigkeit der Formmarke
bestehen, weil glaubhaft gemacht wurde, dass die Form im Hinblick auf
die Kompatibilität mit Nespresso-Maschinen technisch notwendig ist.
Denner wird die Kaffee-Kapseln so schnell als möglich wieder in den
Verkauf bringen.

Aufgrund eines superprovisorischen Entscheides des
Handelsgerichtspräsidenten des Kantons St. Gallen vom 10. Januar
2011, durfte Denner seine Kaffee-Kapseln, die kompatibel mit
Nespresso-Maschinen sind, vorübergehend nicht verkaufen. Das St.
Galler Handelsgericht hat diesen Verkaufsstopp per sofort aufgehoben.
Dies mit der Begründung, dass erhebliche Zweifel an der Gültigkeit
der Formmarke bestehen, weil glaubhaft gemacht wurde, dass die Form
im Hinblick auf die Kompatibilität mit Nespresso-Maschinen technisch
notwendig ist.

Der Verkauf der Denner Kapseln wird in rund drei Wochen wieder
sukzessive aufgenommen. Von den superprovisorischen Massnahmen war nicht nur der führende
Lebensmitteldiscounter betroffen, sondern auch der Hersteller der
Kapseln, der die Produktion vorläufig einstellen musste. Die
Geschäftsführung der Alice Allison SA in Grono ist erleichtert: “Wir
sind froh, dass das Gericht zu unseren Gunsten entschieden hat. So
können wir auch unsere Mitarbeitenden wieder einstellen und die
Produktion wieder aufnehmen.”

Ein weiteres Gesuch um vorsorgliche Massnahmen wegen
Patentverletzung ist durch die Nestlé AG, beziehungsweise Nespresso
AG, beim Handelsgericht des Kantons Zürich am 21. Januar 2011
eingereicht worden. Das Handelsgericht des Kantons Zürich hat dieses
Gesuch am 24. Januar 2011 in allen Punkten abgewiesen.

Nach dem Entscheid des Handelsgerichts St. Gallen hat Nestlé,
beziehungsweise Nespresso, jetzt die Möglichkeit, die Hauptklage im
ordentlichen Verfahren einzureichen. Das Verfahren mit einer
Hauptklage kann sich über mehrere Monate oder gar Jahre ziehen.
Denner ist es aber erlaubt, die Kapseln auch während dem laufenden
Verfahren weiter im Sortiment zu führen. Nestlé kann den
Massnahmeentscheid zusätzlich mit einer Beschwerde beim Bundesgericht
anfechten.

Lebensmittel so teuer wie noch nie

03.03.2011 – (lid) – Die weltweiten Lebensmittelpreise haben einen neuen Höchststand erreicht.
Das geht aus dem Preisindex der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der UNO (FAO) hervor, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Der Index lag im Februar auf dem höchsten Stand seit der Einführung 1990. Der globale Index für Nahrungsmittel stieg während des letzten Monats um 2,2 Prozent, beim Getreide betrug der Anstieg gar 3,3 Prozent. Die FAO geht davon aus, dass der steigende Trend weiter anhalten wird und nicht mit einer baldigen Entspannung zu rechnen ist.

Afrikanische Schweinepest: EU verbietet Schweinefleischimport aus Russland

03.03.2011 – (lid) – Die EU hat die Importe von russischem Schweinefleisch gestoppt, weil sich die Afrikanische Schweinepest in Russland unkontrolliert verbreitet.
Blutungen an der Ohrmuschel sind ein verbreitetes Symptom der Afrikanischen Schweinepest. (USDA)
Dies teilte der russische Regierungschef Wladimir Putin am Rande einer Tagung mit, wie die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti schreibt.

Die Afrikanische Schweinepest ist in Russland seit längerem ein Problem, die Seuche breitete sich aber zunächst lediglich im Süden des Landes aus. Zuletzt trat die Seuche aber auch in der Region Moskau auf. In mehreren Betrieben musst der gesamte Schweinebestand vernichtet werden, um deine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Die Afrikanische Schweinepest wird leicht übertragen und ist je nach Form der Krankheit für das Tier tödlich. Im Gegensatz zur klassischen Schweinepest existiert gegen die Afrikanische Schweinepest keine Impfung.

Vatter eröffnet neuen Bio-Laden

02.03.2011 – (lid) – Am 2. April wird Vatters biologischer Supermarkt am Bärenplatz zwar schliessen. Doch bereits eine Woche später eröffnet die Vatterland AG einen neuen Laden im Berner Kirchenfeldquartier.
18 Jahre nach der Eröffnung des ersten Schweizer Bio-Supermarktes gab Thomas Vatter anfangs Jahr die Schliessung bekannt – wegen zurückgehender Umsätze.

Nun gründet er einen neuen Laden: Vatter Royal. Dieser befindet sich in einem ehemaligen Café an der Ecke Thunstrasse-Luisenstrasse. Das Sortiment wird zu einem wesentlichen Teil demjenigen des jetzigen Supermarkt-Angebotes entsprechen, wie es in einer Medienmitteilung vom 2. März heisst. Daneben gibt es eine Caffè Bar, Take-away-Produkte sowie frisches Gebäck. Vatter Royal will sich nebst dem Bio-Sortiment vermehrt auf Lebensmittel aus handwerklicher Herstellung, mit Regionalbezug oder sozialem Hintergrund fokussieren.

Tierische Produktion verursacht 9-12% der EU-CO2-Emissionen

02.03.2011 – (lid) – Die tierische Produktion in der Landwirtschaft ist laut einer Studie des Joint Research Centers JRC der Europäischen Union für 9 bis 12 Prozent der gesamten Treibhausgas-Emissionen in der EU verantwortlich.Dies berichtet der Österreichische Pressedienst aiz.info am 2. März. Gemäss dieser Studie verursacht die tierische Produktion in der EU jährlich zirka 661 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. 29 Prozent der Emissionen stammen aus der Rindfleischproduktion, weitere 29 Prozent von Milchkühen und 25 Prozent von der Schweinefleischerzeugung. Die Bereiche Schaf- und Ziegenfleisch (4%), Schaf- und Ziegenmilch (2%) sowie Hühnerfleisch (8%) und Eier (3%) sind für den restlichen Anteil von 17% verantwortlich.

Von den EU-Ländern verursacht Österreich mit 14,2 Kilogramm CO2-Äquivalent je Kilogramm Rindfleisch am wenigsten Emissionen, gefolgt von den Niederlanden mit 17,4 Kilogramm. Für einen Liter Kuhmilch sind Irland und Österreich mit 1 Kilogramm CO2-Äquivalent die sparsamsten. Der EU-Durchschnitt beträgt gemäss Studie 1,4 Kilogramm. Eine FAO Studie vom 2010 kam auf 1,5 Kilogramm für den EU-Schnitt.

Ozeane verkommen zu Futterfarmen für Aquakulturen

(University of British Columbia 21.2.2011) – Der Fischhunger der Welt bringt die Ozeane immer mehr aus dem Gleichgewicht. Da es der Mensch vor allem auf die grossen Räuber der Meere wie etwa Dorsch, Tunfisch oder Zackenbarsch abgesehen hat, ist deren Bestand drastisch geschwunden. “Ihre Beutetiere – wie etwa Sardinen oder Sardellen – profitieren davon, leiden jedoch ebenfalls unter Überfischung. Die Meere verkommen zunehmend zu Farmen der Aquakulturindustrie”, berichtet Villy Christensen vom Fischereizentrum der University of British Columbia http://www.fisheries.ubc.ca am Jahrestreffen der Forschervereinigung AAAS.

Christensen analysierte mit seinem Team bisherige Modelle zum marinen Ökosystem sowie tausende Schätzungen zur Fisch-Biomasse seit 1880. Der Bestand der grossen Raubfische dürfte sich im vergangenen Jahrhundert um zwei Drittel verringert haben, so das Ergebnis, wobei der Rückgang der letzten 40 Jahre mit 54 Prozent besonders dramatisch war. Gleichzeitig konnten sich die kleineren Futterfische mehr als verdoppeln. “Auch hier gilt: Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch”, so der kanadische Forscher.

Gefährlich ist dieser Wandel, da das Fehlen der höchsten Glieder der Ernährungskette das gesamte System verletzlicher macht. “Das Aussterben des Blauflossen-Tunfisches im Mittelmeer sorgt etwa dafür, dass sich der Tintenfisch ungestört vermehrt. Dieser ernährt sich vor allem von kleinen Fischen und von Fischeiern, womit auch weitere Arten dezimiert werden. Die Zusammenhänge sind sehr komplex”, erklärt WWF-Meeresexperte Axel Hein gegenüber pressetext.

Doch auch die Bestände vieler kleinerer Fischarten sind von kommerzieller Überfischung betroffen. Die rasant wachsende Aquakulturindustrie ist auf sie als Nahrungsquelle angewiesen. Futterfische werden dabei gefangen, zu Fischmehl oder Fischöl verarbeitet und an karnivore Fische wie etwa Lachs, Garnelen oder Pangasius verfüttert. “110 Mio. Tonnen Fisch- und Meeresfrüchte aus Wildfang und Zucht verzehrt der Mensch jährlich. Weitere 33 Mio. Tonnen – darunter sieben Mio. Tonnen der südamerikanischen Sardelle – verarbeitet man zum überwiegenden Teil als Fischmehl und Fischöl für die Futtermittelindustrie. Lachsfarmen sind deshalb meist Teil des Problems, nicht dessen Lösung”, betont Hein.

Die Bildung artenarmer Wüsten in den Ozeanen lässt sich nur bremsen, wenn der Fischkonsum nachhaltiger wird, ist der Experte überzeugt. “Die beste Wahl beim Fischkauf ist immer der heimische Fisch aus Bio-Zucht, da hier nur zertifiziert nachhaltiges Futter verwendet wird und Transportwege minimal sind”, rät Hein. Darüber hinaus lohne sich ein Blick auf Einkaufsratgeber, die Fische aus ihren jeweiligen Herkunftsgebieten nach ihrer Nachhaltigkeit analysieren.