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Packende Herausforderung

Auch die Hülle macht das Lebensmittel zum Luxus. So verkauft der englische Edelhändler Marks & Spencer Schweizer Pralinen in Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen, entwickelt von einer Packaging Managerin.

von Alimenta Import

Diplomarbeit, Prü­fungs­vorbereitung und die tägliche Arbeit im Betrieb, das bedeutet Stress. Da sind sich die Prüfungsabsolventen des Lehrgangs Packag­ing Manager einig. Doch um Verpackungs­in­novationen zu entwickeln, braucht es Vollprofis – so, wie es die sechs Absolventen des jüngsten Lehrganges zum Packaging Manager werden wollen. Sie konnten letzten Mittwoch an der Verpackungsmesse Easy Fairs ihr ­Diplom entgegennehmen, nachdem sie die ­anderthalbjährige Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Ursprünglich nahmen zehn Kandidaten den Lehrgang in Angriff. Diplomierte Verpackungsmanager entwickeln und optimieren Verpackungen, planen die Produktion und setzen Marketingaufgaben um. Drei der erfolgreichen Prüflinge arbeiten in einem Lebensmittelunternehmen.

Lösungskonzepte für Biscuits

Einer davon ist Fritz Reber, der für seine ­Diplomarbeit auch gleich eine Aufgabenstellung seines Arbeitgebers, des Biscuitsherstellers Kambly SA, Trubschachen, übernehmen konnte. Reber rechnete für das Zerealien-­Biscuit Petit Pause drei Varianten, um herauszufinden, mit welchen Verfahren diese am ­kostengünstigsten verpackt werden können. Für den gelernten HF Techniker Maschinenbau kamen dabei drei Lösungskonzepte in Frage: 1. Den Status quo der Anlage, die jedoch so nicht mehr auf dem heutigen Stand der Technik war, beizubehalten. 2. Der Betrieb mit einem halbautomatischen System. 3. Eine vollautomatische Verpackungsanlage. Spannend sei diese Aufgabe gewesen, obwohl er nicht der typische Verpackungsanwender sei, wie Reber von sich selber sagt, sondern vielmehr der Verfahrensentwickler, weshalb ihm der Lehrgang auch viel gebracht habe.

Ökopackung für Pralinén
Nadine Bachmann, die auch zu den er­folgreichen Absolventinnen des Lehrgangs ­Packaging Manager gehört, ist von Haus aus Verpackungsentwicklerin. In ihrer Diplom­arbeit erhielt sie die Aufgabe, eine Pralinenschachtel zu optimieren. Bachmann konnte mit dem Einsatz des auf dem Rohstoff Mais basierenden Ver­packungs­materials «Plantic» die Kosten senken und dem Produkt einen ökologischeren Anstrich verleihen. Damit über­zeugte sie prompt den englischen Einzelhändler Marks & Spencer, der die Pralinen nun gelistet hat. Nadine Bachmann ist froh, im Packaging-Manager-Lehrgang viel über Projektmanagement gelernt zu haben. Auch das Netzwerk zu Kollegen komme ihr gelegen. Margarita Stiehle von der deutschen Rapunzel Naturkost erstellte in ihrer Diplomarbeit eine Machbarkeitsstudie, um flexible Verpackun­gen direkt mit Stickstoff zu begasen anstelle der sonst üblichen CO2-Druckentwesung. Auch für Stiehle bedeuteten die Diplomarbeit und die Prüfung das Herausforderndste am ganzen Lehrgang.