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KURZNEWS 22. März 2011

WHO besorgt um radioaktiv verseuchte Lebensmittel / EU: Kein Entscheid bei Fleisch von geklonten Tieren / Obstverband blitzt vor Bundesverwaltungsgericht ab. / Appenzeller unterliegt im Markenstreit um Käsenamen

von Foodaktuell Importer

EU und China anerkennen geografische Angaben von Lebensmitteln

22.03.2011 – (lid) – EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos traf am 22. März im Rahmen seiner China-Reise in Hangzou mit Vizeminister Sun Dawei zusammen, der für die Überwachung der Qualität von Lebensmitteln zuständig ist. China und die EU erkennen gegenseitig jeweils zehn geografische Angaben und geschützte Bezeichnungen von Spezialitäten an.
Dies sei das erste Mal, dass die EU von ausserhalb eine grössere Anzahl an geografischen Angaben in ihr Verzeichnis aufgenommen habe, sage Ciolos gemäss aiz.info und agrarzeitung.de am 22. März.

Bereits 2007 hatten die EU und China eine gegenseitige Anerkennung von zehn Bezeichnungen geplant. Der Verwaltungsprozess, Übersetzungen und Einspruchsfristen haben sich aber bis jetzt in die Länge gezogen. Grana Padano, Parmaschinken und Bayerisches Bier stehen unter anderem auf der Liste der Union. In China sind es Longjing Tee und überwiegend verschiedene Obst- und Gemüsesorten. Zwischen der Europäischen Union und China hat sich der Handel mit Agrarprodukten zwischen 2005 und 2010 verdoppelt. Im vergangenen Jahr führte China Agrarprodukte im Wert von 3,2 Milliarden Euro aus. Die EU kaufte von dort Lebensmittel für 3,9 Mrd. ein.

WHO besorgt um radioaktiv verseuchte Lebensmittel

21.03.2011 – WHO besorgt um radioaktiv verseuchte Lebensmittel (lid) . Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die radioaktive Verseuchung japanischer Lebensmittel als ernst bezeichnet. Es handle sich nicht um ein örtlich einzugrenzendes Problem, sagte ein Sprecher der WHO gemäss News vom 21. März auf sf.tv.

Die Situation sei laut WHO viel ernster als man in den ersten Tagen nach der Katastrophe gedacht habe. Die Verseuchung der Lebensmittel sei nicht auf 20 bis 30 Kilometer begrenzt, sagte Peter Cordingely, WHO Sprecher für die Pazifikregion gemäss Yahoo.com am 21. März zur Nachrichtenagentur Reuters. Bis jetzt gebe es keine Anzeichen, dass verseuchte Nahrungsmittel aus der Präfektur Fukushima in andere Länder exportiert wurden.

Der Verkauf von roher Milch aus der Präfektur Fukushima und Spinat aus der Region wurde von der japanischen Regierung verboten. Gemäss sf.tv wurde bei Spinat aus der Stadt Hitachi, mehr als 100 Kilometer südlich des Atomkraftwerks, in einem Fall ein Jod-131-Wert von 54’000 Becquerel pro Kilogramm festgestellt. Bei Cäsium wurden 1931 Becquerel gemessen. Der Grenzwert liegt in Japan bei 2000 Becquerel pro Kilogramm Spinat für radioaktives Jod und bei 500 Becquerel für Cäsium. Die WHO empfiehlt allerdings einen generellen Grenzwert von nur 100 Becquerel pro Kilogramm.

EU: Kein Entscheid bei Fleisch von geklonten Tieren

17.03.2011 – (lid) – Das Europäische Parlament und der EU-Ministerrat konnten sich nicht über den Umgang mit Produkten von Nachkommen geklonter Tiere einigen.
Die Verhandlungen wurden am 17. März nach neun Stunden abgebrochen.
Das EU-Parlament verlangt ein Vermarktungsverbot von natürlich erzeugtem Fleisch geklonter Elterntiere, während Rat und EU-Kommission davon ausgehen, dass dies mit den internationalen Handelsregeln unvereinbar ist. Dies berichten Agra Europe und die Agrarzeitung.de.

Sowohl EU-Gesundheitskommissar John Dalli als auch Handelskommissar Karel De Gucht hatten vor kurzem dargelegt, dass die konsequente Umsetzung dieses Verbots einen Importstopp für sämtliche tierische Produkte aus Drittländern nach sich ziehen würde, weil es dort keine Rückverfolgbarkeitssysteme gebe. Als Kompromiss wurde eine Kennzeichnung der Produkte von den Nachkommen geklonter Tiere in Erwägung gezogen. Die letzte Möglichkeit für eine Einigung ist der 29. März. Kommt es zu keiner Einigung, so muss die EU-Kommission einen komplett neuen Vorschlag unterbreiten.

Obstverband blitzt vor Bundesverwaltungsgericht ab.

(SOV 17.3.2011) – Das Bundesverwaltungsgericht ist auf die Beschwerde des Schweizer Obstverbands (SOV) im Zusammenhang dem Cassis-de Dijon-Prinzip gar nicht erst eingetreten. «Da seine Mitglieder nicht zur Beschwerdeführung legitimiert sind, gilt dasselbe auch für den Schweizer Obstverband.» So lautet die entscheidende Passage im soeben zugestellten Urteil. Weder die einzelnen Obstproduzenten, Apfelweinhersteller noch irgendwelche andere Mitgliederkategorien des SOV sind gemäss der Beurteilung des Bundesverwaltungsgerichts zur Einsprache berechtigt.

Mit Recht drängt sich die Frage auf, wer denn überhaupt zu einer Beschwerde im Rahmen des Cassis-de-Dijon-Prinzips berechtigt sein soll. Mit dem fragwürdigen Urteil erhält eine Amtsstelle des Bundes, im vorliegenden Fall das Bundesamt für Gesundheit (BAG), faktisch einen Persilschein zur Erteilung von Allgemeinverfügungen für die Einfuhr von Lebensmitteln im Rahmen des Cassis-de Dijon-Prinzips.

Der SOV hatte gegen die Bewilligung des BAG zur Einfuhr von verdünntem dänischem Apfelwein mit 85% Wasser Beschwerde erhoben. Nach Schweizer Recht darf verdünnter Apfelwein maximal 30% Wasser enthalten. Zudem stammt der Alkoholgehalt des dänischen Produkts mehrheitlich (zu 85%) aus zugesetztem Zucker. In der Schweiz ist jedoch die Aufzuckerung von Apfelsaft vor der Vergärung zur Herstellung eines alkoholischen Getränks verboten.

Mit diesem Urteil bestätigt sich ein seit langem gehegter Verdacht: Das einseitige Cassis-de-Dijon-Prinzip öffnet den Schweizer Markt für qualitativ minderwertige Produkte. Leidtragende sind nicht nur die Schweizer Hersteller, sondern vor allem auch die Konsumenten: Trotz günstigen Preisen sind die billigsten Inhaltstoffen dieser Nahrungsmittel teuer bezahlt und der Konsument wird massiv getäuscht. Der SOV-Vorstand wird an seiner Vorstandssitzung vom 23. März 2011 über einen Weiterzug des Urteils an das Bundesgericht entscheiden.

ZAGG Montreux wird abgesagt

ZAGG / Wigra, 16. März 2011 – Marktabklärungen und Gespräche mit Ausstellern und In-dustrievertretern in der Romandie, haben die ZAGG Messeleitung bewogen, auf eine weitere Durchführung einer welschen Gastronomiefachmesse in Montreux zu verzichten. Der Versuch, das erfolgreiche Konzept der ZAGG Luzern auch dem Markt in der Westschweiz zur Verfügung zu stellen, wird nach einer Durchführung abgebrochen.

Bedürfnisabklärungen in der Romandie haben ergeben, dass aufgrund der sich erneut abzeichnenden Konkurrenzsituation mit zwei anderen Gastronomie-Fachmessen in der Westschweiz, ein zu geringes Bedürfnis für drei solcher Anlässe besteht. Die ZAGG Mes-seleitung wird deshalb auf eine Weiterführung der Fachmesse in Montreux verzichten und ihre Energie in die erfolgreich positionierte ZAGG in Luzern investieren. Mit diesem Schritt möchte die ZAGG zu einer Marktbereinigung beitragen und den Be-dürfnissen der Westschweizer Gastronomen und Aussteller nach einer effizienten Messe-landschaft gerecht werden.

Fachverlag gründet Verlagsbereich Food-Handwerk

Der Deutsche Fachverlag GmbH (dfv), Frankfurt am Main, gründete zum 15. März 2011 den neuen Verlagsbereich Food-Handwerk. Unter einem gemeinsamen Dach werden die Fachzeitschriften für das Bäcker- und Fleischerhandwerk zusammengeführt, heisst es in einer Pressemitteilung. Mit der afz- allgemeine fleischer zeitung sowie der ABZ Allgemeine Bäcker Zeitung aus dem Matthaes Verlag, einem Tochterunternehmen mit Sitz in Stuttgart, gibt die Frankfurter Verlagsgruppe bereits Fachzeitungen für zwei Gruppen des Lebensmittelhandwerks heraus.

Gemeinsam mit den Schwestertiteln fleischwirtschaft, fleischwirtschaft international und Konditorei & Café werden die beiden Fachzeitschriften im Verlagsbereich Food-Handwerk künftig neu ausgerichtet, heisst es weiter. Verlagsleiter wird Dr. Clemens Knoll, der diese Aufgabe zusätzlich zu seiner Funktion als Geschäftsführer des Matthaes Verlages übernimmt. Gleichzeitig gibt er die Verlagsleitung der AHGZ Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung an Joachim Eckert ab, der diese Aufgabe bisher gemeinsam mit Dr. Clemens Knoll verantwortet hat.

Joachim Eckert wird ausserdem zum Prokuristen des Matthaes Verlages bestellt. Im Zuge der Neustrukturierung verlässt Florian Fischer (43), dfv-Bereichsgeschäftsführer für die Fleischwirtschaftlichen und Technischen Fachzeitschriften sowie den m+a Verlag (m+a Internationale Messemedien) die Verlagsgruppe zum 31. Mai 2011. (Backspiegel 17.3.2011)

Gipfeltreffen der Kaffeekünstler in Hamburg

Vom 15. bis 17. April 2011 dreht sich in Hamburg alles rund um die Kaffeebohne. In der Röstkaffee GmbH, Lagerstrasse 34 c, 20357 Hamburg findet die 11. Deutsche Barista Championship statt. Es versammeln sich die besten Baristi und Kaffeekünstler Deutschlands zum Wettkampf um den Titel des Deutschen Barista Champion, des Deutschen Latte Art Champion sowie des Deutschen Cuptasting Meisters. Die Gewinner der Wettbewerbe qualifizieren sich automatisch für die Teilnahme an den internationalen Titelkämpfen, die dieses Jahr Anfang Juni in Bogotá (Kolumbien) und Maastricht (Belgien) stattfinden. Kontakt zur Organisation: Thomas Kliefoth, thomas.kliefoth@elbgold.com.
(Backspiegel 17.3.2011)

Öffentliche Warnung vor Miesmuscheln

Bern, 16.03.2011 – In Frankreich sind 14 Personen nach dem Verzehr von holländischen Miesmuscheln an Durchfall und Erbrechen erkrankt. Diese Muscheln wurden auch in die Schweiz geliefert. Die noch nicht verkauften Produkte wurden bereits vom Markt genommen. Personen, welche diese Miesmuscheln gekauft haben und noch bei sich zu Hause aufbewahren werden aufgefordert, diese nicht zu verzehren.
Betroffen sind folgende Miesmuscheln:

Artikel 1
•Frische Miesmuscheln MSC, Moule d’Or 2 kg, Qualimer
•Hersteller Vette & Verhaart
•Identitätskennzeichen NL 6074 EG
•Verpackungsdatum 05/03/11, 07/03/11, 08/03/11, 09/03/11, 10/03/11
•Zu verbrauchen bis 12/03/11, 14/03/11, 15/03/11, 16/03/11, 17/03/11

Artikel 2
•Frische Miesmuscheln MSC 1 kg
•Hersteller Vette & Verhaart
•Identitätskennzeichen NL 6074 EG
•Verpackungsdatum 05/03/11, 07/03/11, 08/03/11, 09/03/11, 10/03/11
•Zu verbrauchen bis 12/03/11, 14/03/11, 15/03/11, 16/03/11, 17/03/11

Die Miesmuscheln wurden bei Coop, Manor Rapperswil, Casino und Kaufmann sowie an die Gastronomie verkauft. Die betroffenen Firmen haben den Verkauf des Produktes unverzüglich gestoppt, noch nicht verkaufte Ware wurde bereits vom Markt genommen.
Die Ursache der Erkrankungen wird derzeit von den holländischen Behörden untersucht. Personen, welche an Durchfall und Erbrechen leiden und von den fraglichen Muscheln gegessen haben, sollten ihren Arzt aufsuchen. (BAG 16.3.2011 www.news.admin.ch)

Brasilien bald Nummer Eins im Kaffee-Verbrauch

16.03.2011 – (lid) – Die Internationale Kaffee-Organisation (ICO) geht davon aus, dass Brasilien die USA in Kürze als Land mit dem grössten Kaffeeverbrauch ablösen wird.
Bereits 2010 sei die Nachfrage in Brasilien um 4,1 Prozent gestiegen, wie Dow Jones News schreibt. Brasilien verbrauchte im vergangenen Jahr 18,9 Millionen Sack Kaffee à 60 Kilogramm.

Einige Experten gehen nun davon aus, dass Brasilien schon dieses Jahr zum neuen Top-Verbraucher wird. Weil letztes Jahr wichtige Anbaugebiete wie Kolumbien und Indonesien schwache Ernte einfuhren, war Brasilien letztes Jahr zudem der wichtigste Versorger für den Weltmarkt. Die ICO geht nun davon aus, dass der wachsende Verbrauch von Kaffee in Schwellenländern wie Brasilien den Markt weiter unter Druck setzen wird. Bereits jetzt bewegen sich die Preise für Arabica-Kaffee auf dem höchsten Stand seit 14 Jahren.

alpinavera startet Käseexport nach Deutschland

(alpinavera 16.3.2011) – Erste Lieferung zum Bio-Fachhandel Berggenuss in Wehringen
alpinavera, die Vermarktungsplattform alpiner Spezialitäten aus den Kantonen Graubünden, Uri
und Glarus hat zum ersten Mal Käse nach Deutschland zum Bio-Fachhandel Berggenuss
exportiert.
In der Vergangenheit hat alpinavera bereits mehrmals zwischen Produzenten und Händlern aus
dem Ausland vermittelt.

Jetzt ist alpinavera zum ersten Mal selbst als Exporteur aufgetreten und
die erste Kleinlieferung ist am Mittwoch, 15 März beim deutschen Bio-Handel Berggenuss in
Wehringen eingetroffen. Dabei handelt es sich um Bio Berg- und Alpkäse aus verschiedenen
Käsereien in Graubünden, Glarus und St. Gallen.
Berggenuss ist eine Handelsfirma für Naturkost aus dem Alpenraum, die den Bio-Fachhandel in
Deutschland beliefert (www.berggenuss.de). Sie hat sich u.a. auf den Verkauf von Bio-Bergkäse
aus der Schweiz, Österreich und Deutschland spezialisiert. alpinavera wird mit Berggenuss
zusammen auf dem Markt auftreten.

Bei der Sortimentszusammenstellung hat alpinavera darauf geachtet, dass es eine ausgewogene
Mischung gibt aus raren Käse-Spezialitäten, hochstehenden Berg- und Alpkäse und qualitativ
guten Bergkäse im mittleren Preissegment. Damit erhoffen sich Berggenuss und alpinavera ein
möglichst breites Publikum an Käseliebhabern anzusprechen. Für die Zukunft ist alpinavera
bemüht, weitere neue Handelskanäle im Ausland aufzubauen.

Der Verein alpinavera ist eine überregionale Kommunikations- und Vermarktungsplattform für
alpine Produkte aus Graubünden, Glarus und Uri. Ziel von alpinavera ist es, durch die regionale
Verarbeitung und die Verwendung der Produkte aus dem Alp- und Berggebiet die Wertschöpfung
vor Ort zu steigern. alpinavera bietet allen Verarbeitern und Direktvermarktern ein gemeinsames
Marketing an.

Appenzeller unterliegt im Markenstreit um Käsenamen

Die Sortenorganisation Appenzeller Käse ist im Markenstreit mit der bernischen Käserei Glauser vor dem Innerrhoder Kantonsgericht unterlegen. Die Sortenorganisation hatte gegen die Verwendung des Namens „Appenberg Käse“ geklagt.
Die Sortenorganisation Appenzeller muss wegen der Abweisung der Klage die Gerichtskosten von 5‘000 Franken tragen und der Käserei Urs Glauser 17‘000 Franken Entschädigung bezahlen, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Eine Begründung des Urteils steht noch aus. Die Sortenorganisation Appenzeller kann den Fall ans Bundesgericht weiterziehen. (LID 2.3.2011)

Der Appenberg Käse aus dem Emmental wurde nach einem Kulturzentrum und bekannten Ausflugsziel in der Nähe der Käserei Glauser benannt. Der Käse wurde als Mitbringsel für die zahlreichen Hotelgäste kreiert. Das Produkt gleiche dem Appenzeller Käse in keiner Weise, argumentierte die Käserei Glauser. (SB)