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Emmi steigert Umsatz und Gewinn

Im 2010 erreichte Emmi einen Nettoumsatz von CHF 2'683,7 Mio, ein Plus von 2,5%. Sowohl der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern als auch der Reingewinn legten markant zu.

von Foodaktuell Importer



Emmi, 25. März 2011 – Bereinigt um den Akquisitions- und Fremdwährungseffekt beläuft sich das Wachstum von Emmi auf Konzernstufe auf 1,3 %. Damit liegt der Umsatz trotz des anspruchsvollen Währungsumfelds über den Erwartungen.
Sowohl der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) als auch der Reingewinn legten markant zu. Der EBIT stieg um 24,5 % von CHF 109,0 Millionen im 2009 auf CHF 135,8 Millionen, der Reingewinn um 14,3 % von CHF 75,3 Millionen auf CHF 86,1 Millionen.

Dazu Urs Riedener, CEO von Emmi: “Wir haben bewiesen, dass wir im Heimmarkt und auf den internationalen Schlüsselmärkten eine robuste Position haben. Der Gewinnzuwachs ist eine wichtige Basis, um in eine langfristig erfolgreiche Emmi investieren zu können.”

In der Schweiz stieg der Nettoumsatz um 0,4 % auf CHF 1’951,9 Millionen (Vorjahr CHF 1’944,1 Millionen). Positive Auswirkungen hatten die gute Entwicklung der Markenkonzepte wie Emmi Caffè Latte, Kaltbach und Luzerner sowie die Akquisitionen Fromalp und Nutrifrais. Demgegenüber standen der Preisrückgang durch tiefere Milchpreise und der Wegfall eines wichtigen Kunden 2009. Die Auswirkungen dieses Wegfalls manifestieren sich ein letztes Mal in den Zahlen und wurden mengenmässig kompensiert. Akquisitionsbereinigt resultierte in der Schweiz ein leichter Umsatzrückgang von 1,5 %. Der Anteil des Schweizer Geschäfts am gesamten Konzernumsatz belief sich im Geschäftsjahr 2010 auf 72,7 %.

Auf den internationalen Märkten erzielte Emmi eine Umsatzsteigerung von 8,4 % auf CHF 731,8 Millionen (Vorjahr CHF 675,2 Millionen). Einen wichtigen Beitrag dazu leisteten die erfreuliche Entwicklung von Emmi Roth USA, der Exportzuwachs beim Käse und bei Emmi Caffè Latte, die Zusammenarbeit mit Venchiaredo und der Ausbau der Marke Trentinalatte in Italien sowie die Akquisition von Fromalp.

Die positivere Konsumentenstimmung in den Schlüsselmärkten von Emmi hat dieses Resultat begünstigt und die Auswirkungen des starken Schweizer Frankens gemildert. In Lokalwährung und akquisitionsbereinigt belief sich der Umsatzzuwachs im Ausland auf 9,4 %. Der Anteil des internationalen Geschäfts am gesamten Konzernumsatz betrug 27,3 % (18,4 % in Europa, 8,9 % ausserhalb Europas).

Ausgezeichnetes operatives Ergebnis

Der Bruttogewinn aus Betriebstätigkeit stieg um 4,8 % auf CHF 892,5 Millionen (Vorjahr CHF 852,0 Millionen). Dazu hat die Verlängerung der Wertschöpfungskette beigetragen, indem beispielsweise die Fruchtgrundstoffe für Frischprodukte nun vermehrt von Emmi hergestellt werden. Ein weiterer positiver Faktor war die Optimierung des Sortiments hin zu Produkten mit höherer Wertschöpfung und die Eliminierung von Produkten mit geringem Umsatzpotenzial. Die Bruttogewinnmarge belief sich auf 33,3 % (2009: 32,6 %).

Demgegenüber stieg der Betriebsaufwand im Geschäftsjahr 2010 unterproportional um 2,7 %, auf CHF 662,9 Millionen gegenüber CHF 645,2 Millionen in der Vorjahresperiode. Zusätzliche Leistungen wie zum Beispiel die Herstellung der Fruchtgrundstoffe konnten demzufolge mit lediglich geringem Mehraufwand erbracht werden. In allen Bereichen konnte die Produktivität erhöht werden. Diese positive Entwicklung ist auf das konsequente Kostenmanagement zurückzuführen, das wiederum markante Einsparungen mit sich brachte.

Der Personalaufwand stieg akquisitionsbedingt um 2,5 % auf CHF 332,2 Millionen an (Vorjahr CHF 324,0 Millionen), der Vermarktungsaufwand um 2,3 % von CHF 105,1 Millionen auf CHF 107,6 Millionen. Dabei nahm der Werbeaufwand aufgrund der erhöhten Investitionen stärker zu. Der übrige Betriebsaufwand legte um 2,9 % auf CHF 330,7 Millionen zu, dies gegenüber CHF 321,2 Millionen im 2009. Der Personalbestand per Ende 2010 betrug 3701 Mitarbeitende (Vorjahr 3525 Mitarbeitende).

Der Betriebserfolg vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich klar um 12,2 % auf CHF 233,6 Millionen (Vorjahr CHF 208,3 Millionen) und die EBITDA-Marge stieg dadurch von 8,0 % im Vorjahr auf neu 8,7 %. Die Abschreibungen auf Sachanlagen reduzierten sich von CHF 90,0 Mio. auf CHF 82,3 Mio. Diese Position ist auf eine ausserordentliche Wertberichtigung in den USA im Jahr 2009 zurückzuführen. Ferner ging die Auflösung von Badwill mit CHF 1,4 Millionen gegenüber CHF 4,2 Millionen im Vorjahr weiter zurück. Die Amortisationen auf immateriellen Anlagen stiegen dagegen von CHF 13,5 Millionen auf CHF 16,9 Millionen, dies aufgrund der getätigten Akquisitionen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag im Berichtsjahr bei CHF 135,8 Millionen (Vorjahr CHF 109,0 Millionen), was einer erfreulichen Zunahme von CHF 26,8 Millionen oder 24,5 % entspricht. Die EBIT-Marge verbesserte sich damit deutlich auf 5,1 % (Vorjahr 4,2 %).

Reingewinnmarge über den Erwartungen

Das Finanzergebnis von CHF -18,2 Millionen (Vorjahr CHF -8,7 Millionen) war durch das negative Fremdwährungsergebnis aufgrund des starken Schweizer Frankens geprägt. Mit CHF 15,8 Millionen lagen die Steuern leicht über dem Vorjahreswert von CHF 14,0 Millionen, der Steuersatz bleibt mit 13,1 % weiterhin tief. Die Minderheitsanteile stiegen um 53,3 % auf CHF 18,4 Millionen (Vorjahr CHF 12,0 Millionen).
Im Jahr 2010 resultierte ein Reingewinn von CHF 86,1 Millionen, eine Zunahme um CHF 10,8 Millionen oder 14,3%. Die Reingewinn-Marge stieg folglich auf 3,2% (Vorjahr 2,9%).

Hohe Milchmengen

2010 verarbeitete Emmi mehr Schweizer Milch als 2009, nämlich 873 Millionen Kilogramm. Dies entspricht einer Zunahme um 39 Millionen Kilogramm. Zudem wurden 40 Millionen Kilogramm Rahm zugekauft und verarbeitet. An den drei Auslandstandorten Trentinalatte in Italien sowie Emmi Roth USA und CASP in den Vereinigten Staaten verwertete Emmi weitere 79 Millionen Kilogramm Milch. Die Schweizer Milch wird von Direktlieferanten und ausgewählten Produzentenorganisationen bezogen. Für 6500 Schweizer Milchproduzenten ist Emmi eine wichtige Ertragsquelle und eine zuverlässige Partnerin. Diese Partnerschaft verpflichtet Emmi und verankert sie in der Schweiz.

Ausblick 2011

Für 2011 geht Emmi von einer stabilen Konsumentenstimmung in der Schweiz und den beiden wichtigsten Auslandmärkten USA und Deutschland aus. Der Richtpreis für Industriemilch wird durch die Branchenorganisation Milch (BOM) im Frühjahr 2011 um 3 Rappen pro Kilogramm erhöht. Ebenfalls steigen werden die übrigen Rohstoffpreise (Kaffee, Früchte, Getreide) sowie die Verpackungspreise. Der starke Franken wird zu neuerlichen Preiserhöhungen führen. Deren Auswirkungen auf die Nachfrage, vor allem beim Käse, bleiben ein Risiko.

Emmi geht für 2011 von einem konzernweiten Umsatzwachstum von 3 bis 5 % aus. Auf dem Schweizer Markt rechnen wir mit einer Steigerung von 0 bis 3 %, auf den internationalen Märkten mit einem Plus von 10 bis 15%. Diese Zahlen schliessen den Einfluss von Akquisitionen ein, wobei Fromalp und Onken besonders relevant sein werden. Erwartet wird eine Profitabilität, die in etwa mit derjenigen des Vorjahres vergleichbar sein wird, das heisst ein EBIT zwischen CHF 120 und 140 Millionen und eine Reingewinnmarge in der Grössenordnung von 3 %.

Emmi wird auch 2011 gezielt in den weiteren Ausbau des internationalen Geschäfts und in die Stärkung des Heimmarkts investieren. Das mittel- bis langfristig angestrebte organische Mengenwachstum im Ausland bleibt bei 6 bis 8 %, die Reingewinnmarge wird sich voraussichtlich in einer Bandbreite von 2,5 bis 3,5% bewegen.

Kennzahlen 2010 der Emmi Gruppe: Beträge in Mio. CHF

Nettoumsatz 2’683.7
Betriebserfolg vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) 233.6
in % vom Nettoumsatz 8.7
Betriebserfolg vor Zinsen und Steuern (EBIT) 135.8
in % vom Nettoumsatz 5.1
Reingewinn 86.1
in % vom Nettoumsatz 3.2
Investitionen in Anlagevermögen (ohne Akquisitionen) 107.0
in % vom Nettoumsatz 4.0
Personalbestand (auf Vollzeitbasis) per 31.12. 3’701

Nettoumsatz je Mitarbeiter in TCHF 725
Verarbeitete Milch- und Rahmmenge in Mio. kg 992

Beträge in Mio. CHF 31.12.10
Bilanzsumme 1’728.7
davon Eigenkapital inkl. Minderheitsanteile 976.9
in % der Bilanzsumme 56.5

(Text und Bild. Emmi)