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KURZNEWS 29. März 2011

EU: Verhandlungen über Produkte von Klonnachfahren gescheitert / Dänemark führt Fettsteuer ein / 2010 war hervorragend für Hero / Mangelernährung auch in der Schweiz ein Thema!

von Foodaktuell Importer

EU: Verhandlungen über Produkte von Klonnachfahren gescheitert

29.03.2011 – (lid) – In der EU wird es auch weiterhin keine Regelung im Umgang mit Erzeugnissen von Klontiernachfahren geben. Entsprechende Verhandlungen sind gescheitert.
Das Europäische Parlament fordert eine Kennzeichnung von Produkten von Klonnachfahren, während der Ministerrat der EU dies für nicht machbar hält und Streitigkeiten mit den USA befürchtet.

Auch ein Kompromissvorschlag Ungarns, der entsprechendes Frischfleisch deklarieren wollte, konnte keine Einigung bringen, wie aiz.info schreibt. EU-Verbraucherkommissar John Dalli bedauerte zwar den Abbruch der Verhandlungen, lehnt aber Kennzeichnungen ab, weil die Erzeugnisse identisch mit denjenigen ungeklonter Tiere seien. Der österreichische Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich kritisierte hingegen, dass es weiterhin keine Regelung gebe. Es sei völlig inakzeptabel, dass es für diesen Graubereich nach wie vor keine europäische Regelung existiere.

Schweizer Lebensmittel sollen Schweizer Qualität aufweisen

29.03.2011 – (lid) – Der Berner Grosse Rat hat die Kantonsregierung damit beauftragt, beim Bund mittels Standesinitiative zu verlangen, dass in der Schweiz für den Inlandmarkt produzierte Lebensmittel den Schweizer Qualitätsnormen entsprechen müssen.
SVP-Grossrätin Käthi Wälchli hatte mit ihrem Vorstoss zur Schweizer Qualität Erfolg. (zvg)

Der Grosse Rat hat einen entsprechenden Vorstoss von Käthi Wälchli (SVP) mit 64 Ja- zu 56 Nein-Stimmen an die Regierung überwiesen, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Hintergrund für den Vorstoss ist das seit Juli 2010 geltende Cassis-de-Dijon-Prinzip, das die Herstellung in der Schweiz nach EU-Richtlinien erlaubt, sofern ein entsprechendes Produkt vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) bewilligt wurde.
Wälchli hatte eigentlich einen Vorstoss eingebracht, der Lebensmittel generell vom Cassis-de-Dijon-Prinzip ausnehmen wollte, dieser wurde vom Grossen Rat jedoch knapp mit 58 Nein- zu 57 Ja-Stimmen abgelehnt.

Wurst kaufen die Deutschen beim Discounter

(AMI Bonn 29.3.2011) – Rund 9,4 Milliarden Euro gaben die privaten Haushalte in Deutschland im vergangenen Jahr für Wurst und sonstige Fleischwaren aus. Nach Analysen der Agrarmarkt Informations-GmbH auf Basis des GfK-Haushaltspanels schöpften die Discounter davon rund 40 Prozent ab. Bezogen auf die Einkaufsmenge der Privathaushalte in Deutschland erreichte ihr Anteil sogar 47,5 Prozent. Dagegen gab das Fleischerhandwerk weitere Marktanteile ab. Nur noch gut jedes achte Kilogramm Wurst wurde im Fachgeschäft gekauft.

Während in Frankreich, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich Pökelware präferiert wird, ist in Deutschland traditionell die Brühwurst das wichtigste Segment. Rechnet man die Würstchen, wie Wiener oder Bockwürstchen, noch hinzu, entfallen im Jahr 2010 rund 38 Prozent der gesamten Nachfrage auf diese Erzeugnisse. Insgesamt haben sich die Vorlieben der Deutschen in den vergangenen Jahren nur wenig verändert.

Einen umfassenden Überblick über aktuelle Strukturen und Entwicklungen der Nachfrage privater Haushalte nach Fleischwaren und Wurst bietet die AMI im Rahmen ihrer Produktlinie Markt Charts Nachfrage privater Haushalte 2010. Die einzigartige Aufbereitung von Fakten und Kommentierungen aus dem Bereich Frischeprodukte sorgt für eine klare Vermittlung komplexer Botschaften. Bezugspreis 290 Euro. Mehr Infos: www.AMI-informiert.de/marktcharts. (Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH 29.3.2011)

Dänemark führt Fettsteuer ein

28.03.2011 – (lid) – Ab dem 1. Juli werden in Dänemark Nahrungsmittel, die mehr als 2,3 Prozent gesättigte Fette enthalten, mit einer Zusatzsteuer belegt.
Die Zusatzsteuer beträgt 2,15 Euro pro Kilogramm gesättigtem Fett, wie Agra Europe schreibt. Betroffen von der Zusatzsteuer sind unter anderem Butter, Käse, Fleisch und verarbeitete Produkte. Ausgenommen von der Steuer sind Trinkmilch und Joghurt, weil die gesättigten Fette dort unter dem Grenzwert von 2,3 Prozent liegen. Von der Steuer betroffen sind sowohl inländische als auch importierte Waren, in Dänemark für den Export hergestellte Nahrungsmittel werden hingegen nicht von der Steuer erfasst. Die neue Steuer soll Dänemarks Staatskasse jährlich etwa 188 Millionen Euro einbringen.

Frühkartoffeln importieren oder auf Schweizer Ware warten?

In diesen Tagen wird öffentlich darüber diskutiert, ob es Sinn macht, Frühkartoffeln aus Ländern wie Ägypten zu importieren. Dabei gibt es zwei verschiedene Sichtweisen: Die Einen sehen in Importen aus krisengeprägten Ländern eine dringend nötige Unterstützung der dortigen Wirtschaft, die Anderen wollen diese Importe stoppen, solange die Bevölkerung vor Ort nicht genug zu essen hat, respektive sich den Preis nicht leisten kann.

Auch ökologische Bedenken werden geäussert, da die ägyptischen Kartoffen in Wüstengebieten angebaut und mit tief liegenden fossilen Wasservorräten bewässert werden, die dann der lokalen Bevölkerung als Trinkwasser und für die Produktion eigener Nahrungsmittel fehlen.
Seit dem 1. August 2007 ist zwischen der Schweiz und Ägypten ein Freihandelsabkommen in Kraft. Dieses umfasst unter anderem ein zollbefreites Kontingent von 2690 Tonnen Speisekartoffeln für Ägypten. In den letzten Jahren wurde dies jedoch nicht ausgeschöpft.

Die Einfuhren aus Ägypten unterliegen strengen phytosanitären Vorschriften, um die Einschleppung der hoch ansteckenden Krankheit Pseudomonas (Schleimfäule) zu verhindern. Aus diesem Grund werden die Kartoffeln nicht direkt aus Ägypten, sondern über ein EU- Land importiert. Sie erscheinen daher nicht als ägyptische Kartoffeln in der Einfuhrstatistik des Bundesamtes für Landwirtschaft. Zurzeit fehlen genaue Importzahlen, es dürfte sich aber um kleine Mengen handeln.

Die Schweizer Kartoffelproduzenten setzen alles daran, den Markt möglichst früh mit qualitativ guten Frühkartoffeln zu versorgen. Schon im Februar pflanzen die Landwirte in frühen Lagen die ersten Kartoffeln und decken diese mit Folie ab. Ende Mai ist es dann soweit: Die ersten Schweizer Frühkartoffeln kommen auf den Markt. Bis dahin stehen qualitativ gute Lagerkartoffeln zur Verfügung.

Mit ihrem Kaufentscheid haben es die Konsumentinnen und Konsumenten in der Hand, welcher Überzeugung sie folgen wollen. Die Schweizer Kartoffelproduzenten hoffen darauf, dass die Bevölkerung die Geduld bis zu den einheimischen Frühkartoffeln aufbringt und damit ihre nachhaltige Produktion ohne lange Transportwege unterstützt. Die ersten Kartoffeln der neuen Ernte sind auf jeden Fall ein Genuss, auf den es sich zu warten lohnt! (Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten 23.3.2011)

Schweizer konsumierten 2010 wieder mehr Champagner

Die Importe von Champagner in die Schweiz verzeichneten 2010 eine Steigerung von mehr als 12%. Die Schweizer bestätigen damit im vergangenen Jahr mit überdurchschnittlichen Zahlen ihren Geschmack für den „König der Weine“. Mit mehr als 5.4 Millionen Flaschen festigen die Eidgenossen ihren 7. Rang im weltweiten Champagner-Exportmarkt. Auch die globale Nachfrage nach Champagner reisst nicht ab. Bei einer Gesamtmenge von rund 320 Millionen verkauften Flaschen in 196 Länder erzielt die Champagne ihr viertbestes Resultat.

Nach zwei verhaltenen Jahren des Exports findet der Champagnermarkt wieder zur gewohnt positiven Dynamik zurück und verzeichnet eine Steigerung von 19.5% auf Total 134‘512‘601 Flaschen. Die Schweiz bestätigt dabei ihren guten Platz in den Top Ten. Mit rund 5.4 Millionen importierten Flaschen belegt die Schweiz den 7. Rang in der Rangliste der wichtigsten Importländer. Im jährlichen Pro-Kopf Verbrauch ausserhalb Frankreich belegt die Schweiz nach wie vor hinter Belgien den zweiten Rang mit 0.7 Flaschen pro Person.

Ausserhalb Frankreichs (185 Millionen Flaschen) sind die Briten weiterhin die besten Champagnerabnehmer der Welt, mit über 35 Millionen Flaschen (+16.3%). Es folgen die USA (16.9 Mio / +34.9%), Deutschland (13.3 Mio / 21.6%), Belgien (8.8 Mio / 7.8%), Japan (7.5 Mio / 45.4%), Italien (7.1 Mio / 5.6%), die Schweiz (5.4 Mio / 12.3%), Spanien (3.7 Mio / 23.8%), Australien (3.7 Mio / 25.8%), Niederlande (2.5 Mio / -9.5%).

Die aufstrebenden Märkte zeigen ebenfalls eine gute Kaufkraft. Russland hat im vergangenen Jahr seine Bestellungen um 87.6% (1.1 Mio Flaschen) aufgestockt. Auch Brasilien hat Geschmack am edlen Tropfen aus der Champagne gefunden und importierte 2010 979‘611 Flaschen. Das sind im Vergleich zu 2009 63.2% mehr. Und China durchbricht das erste Mal die Millionengrenze und bestellte im vergangenen Jahr 1.1 Millionen Flaschen, was eine Steigerung von 89.9% im Vergleich zum Vorjahr darstellt.

Im Total verkaufte die Champagne im 2010 319‘510‘832 Flaschen Champagner in 196 Ländern, was den Herstellern einen Umsatz von 4.109 Milliarden Euro einbrachte und somit das viertbeste Resultat in der Geschichte des Champagner-Exportes darstellt. Das Comité Champagne – mit Hauptsitz im französischen Epernay – vertritt die gemeinsamen Interessen aller Champagnerwinzer und der produzierenden Händler auf der ganzen Welt. Champagner Informationsbüro Schweiz 23.3.2011)

Lizenz zum Kaffee degustieren an 17 Neulinge

Das Institut für Lebensmittel- und Getränkeinnovation an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil erteilte Ende März bereits zum zweiten Mal Sensorik-Lizenzen für Kaffee. 17 Personen bestanden die Prüfungen.

Die Kursreihe Sensorik-Lizenz Kaffee steht in der Tradition der beiden Sensorik-Lizenzen Wein und Olivenöl. Sie dauerte von Oktober 2010 bis Februar 2011. Die 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stammten aus der Kaffee- als auch der erweiterten Lebensmittelbranche. 17 Personen haben die Schlussprüfung erfolgreich absolviert und erhielten am 22. März 2011 die Sensorik-Lizenz Kaffee.

Der Kursreihe war in fünf Module unterteilt, die gemeinsam einem Zeitaufwand von drei vollen Kurstagen entsprachen. Geschult wurden die sensorische Wahrnehmung von Kaffee im Gaumen und in der Nase, die Interaktionen sensorischer Wahrnehmungen sowie Kaffeefehler und Aspekte der Kaffeebeurteilung. Mit der Sensorik-Lizenz erhalten die Kursteilnehmenden einen Leistungsnachweis für das professionelle Verkosten, Beschreiben und Bewerten von Kaffee.

Die Sensorik-Lizenz Kaffee haben erhalten: Brunelli Giorgio, Dossenbach Sandro, Feer Bruno, Fleischhauer Cornelia, Gilgen Barbara, Inderbitzin Melina, Leutwyler Christoph, Pfeiffer Barbara, Rast Evelyne, Rättich Susanne, Reineke-Göring Wiebke, Rink Adrian, Schiess Roman, Schlüter Ansgar, Schranz Thomas, Trepp Bruno, Ufrecht Christoph. (ZHAW 23.3.2011)

2010 war hervorragend für Hero

2010 war ein Rekordjahr für die Hero Gruppe, die ihren Marktanteil im Bereich Babynahrung weiter ausbaute und damit inzwischen 45% des Konzernumsatzes erzielt. Hervorragende Umsatzsteigerung wurde in Nordamerika erreicht, wo die bislang grösste Investition der Gruppe, ein hochmoderner Standort zur Herstellung von Babynahrung im Bundesstaat New York, in Betrieb genommen wurde. Die Regionen Middle East Africa sowie Central Eastern Europe erzielten auch ein starkes Wachstum, während es in Europa moderater ausfiel. Der organische Umsatz der Gruppe stieg um fast 4 %.

Im Jahresverlauf führte die Gruppe mehrere strategische Veräusserungen durch und erwarb eine Mehrheitsbeteiligung an einem Grossprojekt für Babynahrung in China. Dadurch wird Hero im Verlauf des Jahres 2011 in den chinesischen Babynahrungsmarkt einsteigen können.

Stefan F. Heidenreich, CEO der Hero, kommentierte: „2010 konnten wir ein finanzielles Rekordergebnis erzielen. Dies wurde vor allem durch die konsequente Umsetzung unserer Strategie mit ihrem Schwerpunkt auf gesunde Ernährung und starke Marken unterstüzt. Darüber hinaus haben wir eine Reihe strategisch wichtiger Übernahmen und Veräusserungen durchgeführt, die das Portfolio stärken und für die nächsten Jahre ein erhebliches Potenzial für Umsatz- und Margensteigerung versprechen.“ (Hero 23.3.2011)

Mangelernährung auch in der Schweiz ein Thema!

Mangelernährung kann bei Personen mit Unter-, Normal- und Übergewicht vorkommen. Diese Diagnose wird bei jedem fünften hospitalisierten Patienten in der Schweiz festgestellt. Die neue Broschüre „Mangelernährung trotz Überfluss?!“, gemeinsam verfasst von Fachorganisationen und Berufsverbänden, informiert über diese alarmierende Situation.

Bei Spitaleintritten werden bei jedem fünften Patienten in der Schweiz Anzeichen von Mangelernährung festgestellt. Dieser Umstand mag erstaunen, bringen doch 37% der Schweizer Bevölkerung zu viel Gewicht auf die Waage – und Lebensmittel sind in unserem Land in grosser Fülle leicht zugänglich. Die Broschüre “Mangelernährung trotz Überfluss?!” orientiert das breite Publikum über Fakten und räumt Vorurteile aus dem Weg, so auch dieses, dass nur Untergewichtige mangelernährt sind.

Der Leitfaden wird unter der Regie von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE, der Gesellschaft für klinische Ernährung in der Schweiz GESKES und dem Schweizerischen Verband dipl. Ernährungsberater/innen HF/FH SVDE herausgegeben. Realisiert werden konnte die Broschüre dank finanzieller Unterstützung von der Vereinigung Diät – Fachgruppe Medizinische Ernährung und dem Bundesamt für Gesundheit BAG.

Mangelernährt können Personen mit Unter-, Normal- und Übergewicht sein, wenn eine ausgewogene und bedarfsdeckende Ernährung nicht gewährleistet ist. Zu geringes oder zu einseitiges Essen, krankheitsbedingte Nährstoffverluste oder ein erhöhter Bedarf sind Faktoren, die Mangelernährung begünstigen. Die Versorgungsdefizite manifestieren sich schleichend, oft als verborgener Prozess und als Folge von Erkrankung, Schmerzzuständen, Beweglichkeitseinschränkungen, Depression oder Einsamkeit.

Aber auch zu hohe Arbeitsbelastung, Stressfaktoren, häufiger Alkoholkonsum, ungesunde Körperideale und Modetrends können Mangelernährung begünstigen. Die Folgen davon sind gestörte Funktionen wichtiger Organe, geschwächtes Abwehrsystem und allgemein verschlechterte Lebensqualität.

Die Broschüre gibt vorbeugende Anregungen, Behandlungsvorschläge und verweist auf die Fachstellen, die qualifiziert mit Rat und Tat helfen können. Ein kleiner Test erleichtert die Klärung der eigenen Situation und zeigt eine eventuelle Gefährdung an. Kostenloser Bezug der Broschüre auf Deutsch, Französisch und Italienisch:
Vereinigung für Diät, Elfenstrasse 19, Postfach 1009, 3000 Bern 6, Telefon 031 352 11 88, Fax 031 352 11 85, info@hodler.ch. (Gemeinsame Medienmitteilung von SGE, SVDE und GESKES 21.3.2011)