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Die Lebensmittelindustrie ist Grossverbraucher

Wie gehen Unternehmen der Lebensmittelindustrie mit Energie um? Einige Beispiele.

von Alimenta Import

Zuckerfabrik Aarberg
Die Zuckerfabrik Aarberg ist ein Strom-Grossverbraucher. Im letzten Jahr wurden 35 Gigawattstunden (GWh) Strom benötigt. In den letzten zehn Jahren wurde die Stromeffizienz verschiedentlich verbessert. So wird mit der Prozesswärme aus der Zuckerraffinerie ein­ ­eigenes Blockheizkraftwerk betrieben, das 16,5 GWh liefert, also fast die Hälfte des ganzen Bedarfes. Die wichtigsten Stromfresser sind Motoren. Mit technischen Verbesserun­gen wie Drehzahlreglern oder dem Einbau neuer stromsparender Motoren konnte der Strombedarf gesenkt werden. Geringere Einsparungen sind bei der Beleuchtung möglich, wo vermehrt auch LED eingesetzt werden. Ingesamt konnte die Zuckerfabrik den Stromverbrauch um weit über 10 Prozent vermindern. wy

Beck Glatz
Die Berner Grossbäckerei Glatz wurde 2009 mit dem Berner Energiepreis ausgezeichnet. Strom sparen hiess für das Unternehmen zum Beispiel die Logistik optimieren. Glatz hat laut dem Geschäftsführer Thomas Glatz rund fünf Mal weniger Kühlräume als vergleichbare Unternehmen. Das Geheminis dahinter: frische Herstellung und gute Organisation. Dadurch sei auch die Umweltbilanz besser als beispielsweise Aufbackgipfeli aus Osteuropa, die in Kühlwagen weit transportiert würden, sagt Glatz. Zur Reduktion des Stromverbrauchs ­tragen auch energiesparende Beleuchtungen in den Verkaufsläden und Bewegungsmelder in den Produktsionsräumen bei. Den Strom bezieht Beck Glatz fast ganz aus erneuerbaren Energiequellen. wy

Emmi
Beim Milchverarbeiter Emmi hat sich hinsichtlich der Energieeffizienz in den letzten zehn Jahren einiges getan. «Gemäss einer Verein­barung mit dem Bund musste Emmi bis 2010 die Energieeffizienz um 12,18 Prozent steigern und den CO2-Ausstoss um etwas mehr als 20 Prozent senken. Diese beiden Werte konnten dank einer breiten Palette von Mass­nahmen übertroffen werden», sagt Emmi-Sprecherin Sibylle Umiker.

Beispielsweise bei der Emmi-Tochtergesellschaft Fromco SA in Moudon, wo der Stromverbrauch laut Umiker am stärksten optimiert werden konnte. So ersetzte die Firma zwei alte Kompressoren durch einen neuen Luftkompressor, optimierte die Beleuchtung und legte dank Wärmerückgewinnung drei Boiler still.Ausserdem wurden die Mitarbeiter auf die Möglichkeiten zur Energieeinsparung sensi­bi­lisiert. Bei der Biomolkerei Biedermann im Thurgau setzt der Konzern für einen Teil des Energiebedarfs auf Photovoltaikanlagen. Ganz auf diese alternative Energiequelle umzustellen, sei aber nicht realistisch. «Für unsere Verarbeitungsprozesse benötigen wir meist sehr hohe Temperaturen. Diese lassen sich mit den aktuellen Fotovoltaikanlagen nicht erzeugen», sagt Sibylle Umiker.

Wie viel Geld Emmi jährlich investiert, um die Energieeffizienz zu verbessern, kann Umiker nicht genau beziffern. Man sei aber laufend bestrebt, auch die Umweltbilanz zu ­verbessern. «Diesen Sommer wird Emmi erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen. Darin versuchen wir, die Investitionen in Nachhaltigkeitsbemühungen und den Gewinn daraus zu quantifizieren.» Vor einigen Jahren liess sich Emmi nach der internationalen Umweltmanagementnorm ISO-14001 zertifizieren und ist seit 2003 Mitglied bei der Energie Agentur der Wirtschaft (ENAW). ki