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Eingeschränkter Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt

von Alimenta Import

Auf dem Schweizer Arbeitsmarkt gibt es mehrere Hunderttausend Arbeitgeber, die um Arbeitnehmende werben. Angesichts dieser Zahlen könnte man von einem vollkommenen Wettbewerb um Arbeitskräfte ausgehen, welcher dem einzelnen Arbeitgeber keine Monopolmacht – in diesem Fall ein Monopson – verleiht, Löhne nach eigenem Gutdünken festzulegen. Laut einer Untersuchung, die in der «Volkswirtschaft» ­erschienen ist, gibt es in der Schweiz sehr wohl Monopsone. Der Grund sind regionale Differenzierungen in der Branchenstruktur und Mobilitätshemmnisse bei den Arbeitnehmenden. Diese ­führen laut den Autoren dazu, dass es etliche Arbeitgeber gibt, die Löhne bezahlen können, die ­unterhalb eines Marktlohnes ­liegen, der bei vollkommener Konkurrenz unter Arbeitgebern bezahlt werden müsste.

Da ungelernte Arbeitnehmende kleineren Schranken beim ­Wechsel von Arbeitgebern verschiedener Branchen unterliegen, besteht auch die Möglichkeit ­einer Komprimierung der Lohnstruktur: Das relative Verhältnis zwischen Fachkräftelohn und dem Lohn Ungelernter ist kleiner als in Betrieben ohne Monopsonmacht. Komprimierte Lohnstrukturen können für die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe förderlich sein. Bei Betrieben, die auf Fachkräften eine Rente er­zielen können, erhöhe sich auch die Bereitschaft, Nettoinvestitio­nen in die Ausbildung von ­Fachkräften zu tätigen, lautet ein ­weiteres Fazit der Untersuchung. Im Vergleich zu Betrieben mit vollständiger Konkurrenz sind die Lehrlingslöhne in Monopsonbetrieben um 15% geringer. ep