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KURZNEWS 5. April 2011

Migros Aare erwirtschaftet Rekordumsatz / Einfuhr von Lebensmitteln aus Japan in einer Verordnung / Migros: Neue Produkte nur aus Schweizer Rohstoffen / Hefepilze beeinflussen Edelbrand-Aroma

von Foodaktuell Importer

Migros Aare erwirtschaftet Rekordumsatz

01.04.2011 – (lid) – Die Migros Aare hat 2010 einen Umsatz von 3,377 Milliarden Franken erwirtschaftet. Dies trotz Preissenkungen von drei Prozent.
Das bisherige Rekordergebnis aus dem Vorjahr wurde um 13 Millionen Franken oder 0,4 Prozent übertroffen, wie Migros Aare in einer Medienmitteilung schreibt. Haupttreiber des Umsatzes sei die Expansionsstrategie. Preisbereinigt stammen 50 Millionen Franken des Umsatzes aus den grösseren Verkaufsflächen.
Die Migros Aare ist die grösste der zehn Schweizer Migros-Genossenschaften und ist in den Kantonen Bern, Solothurn und Aargau tätig. Sie beschäftigte Ende 2010 11‘729 Mitarbeiter.

Einfuhr von Lebensmitteln aus Japan in einer Verordnung

Um den Schutz der Gesundheit in Bezug auf importierte Lebensmittel aus Japan sicherzustellen, werden die Kontrollen an der Schweizer Grenze verstärkt. Dazu hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine Verordnung erlassen, die ab heute in Kraft tritt.
Die neue Verordnung umfasst sämtliche Lebensmittel aus Japan. Davon ausgenommen sind Produkte, die vor dem Reaktorunfall geerntet oder verarbeitet wurden und solche, die das Land vor dem Inkrafttreten der Verordnung verlassen haben. Diese Lebensmittel werden im Rahmen der aktuellen Schwerpunktprogramme am Zoll untersucht.

Neu brauchen alle Sendungen aus Japan eine Deklaration der zuständigen japanischen Behörden. Diese müssen bestätigen, dass das Produkt vor dem Reaktorunfall vom 11. März geerntet oder erzeugt wurde, oder dass es nicht aus den vom Unglück betroffenen 12 Präfekturen stammt. Falls das Erzeugnis aus dieser Region kommt, muss ein Analyse-Bericht über die Strahlenbelastung vorgelegt werden, welcher belegt, dass keine Höchstwerte überschritten sind. Zudem wird die Zollverwaltung Stichproben erheben und an das BAG zur Koordination der Untersuchung weiterleiten. Die neuen Vorschriften sind mit denjenigen der EU harmonisiert. (BAG 31.3.2011)

Migros: Neue Produkte nur aus Schweizer Rohstoffen

Mit “Connaisseur Suisse” lanciert die Migros eine
neue Produkte-Linie, die zu 100% aus Schweizer Rohstoffen hergestellt
wird. Die vollumfänglich in der Schweiz produzierte Linie umfasst
fünf Sorten Teigwaren, zwei Senf, eine Mayonnaise und eine Polenta.
Als Besonderheit wird bei den Älplermagronen Schweizer Hartweizen
eingesetzt, der erst seit wenigen Jahren von IP-SUISSE-Bauern in der
Schweiz angebaut wird.

“1291” – die Geburt der Eidgenossenschaft – prangt gross auf den
Verpackungen der “Connaisseur Suisse”-Produkte. Das hat seinen guten
Grund: In diesen Neuheiten der Migros steckt Schweiz pur. Das
Sortiment mit vorerst neun Produkten umfasst die Teigwaren
Sennehüetli und Älplerhörnli, Älplermagronen, UrDinkel-Hörnli und
Tagliatelle, die Senfsorten mild und Kräuter, eine Mayonnaise sowie
ab Ende April eine Bramata Mais-Polenta.

Pionierleistung bei den Connaisseur Suisse Teigwaren
2007 wurde auf Initiative des M-Industriebetriebes Jowa, in enger
Zusammenarbeit mit dem TerraSuisse-Partner IP-SUISSE, erstmals in der
Schweiz Hartweizen in kommerziellem Rahmen angepflanzt. Bisher galt
dies aus klimatischen Gründen als fast unmögliches Vorhaben. Doch der
mutige Versuch hat sich gelohnt: Bereits 2009 konnte erstmals
Hartweizen aus den Anbaufeldern in der Champagne Genevois (GE),
Klettgau (SH) und in der Nordostschweiz verarbeitet werden. Die
Älplermagronen der “Connaisseur Suisse”-Linie werden heute aus diesem
Hartweizen hergestellt. Ein weiterer erfreulicher Effekt dieser
Initiative: Dieser Hartweizen wird bereits von 50 IP-SUISSE-Bauern
angebaut.

Das Bekenntnis “100% Schweiz” gilt ebenso für die Senfsorten der
“Connaisseur Suisse”-Linie. Es werden ausschliesslich IP-SUISSE
Senfkörner verwendet, die in der Senffabrik Huttwil zu Senf
verarbeitet werden. Die Rezepturen wurden in Zusammenarbeit mit dem
populären Schweizer Gewürz-Experten “Chrüter Oski” Oskar Marti
entwickelt.

“Die neuen Connaisseur Suisse Produkte machen uns Freude! Die enge
und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Jowa, der Migros
und der IP-SUISSE lassen solche innovative Ideen zu. IP-SUISSE Bauern
liefern die Rohstoffe für Senf, Teigwaren und Polenta! Ein grosses
Versprechen für Schweizer Produkte mit Mehrwert!.” freut sich Fritz
Rothen, Geschäftsführer der IP-SUISSE-Organisation.

Die UrDinkel-Tagliatelle, UrDinkel-Hörnli sowie die Älplermagronen
tragen das Label TerraSuisse, das für die Erhaltung der Artenvielfalt
und für einen naturnahen Pflanzenanbau steht.

Die UrDinkel Hörnli und die Schweizer Magronen sind ab sofort in
allen grösseren Migros Filialen erhältlich. Bei den andern Artikeln
handelt sich um regionale Produkte, die in den Genossenschaften
Luzern und Tessin nicht im Sortiment stehen. Für die Schweizer
Magronen gilt dies zusätzlich in der Migros Genossenschaft
Neuenburg/Freiburg. (MGB 31.3.2011)

Emmentaler mit Gotthelf-Käse

31.03.2011 – (lid) – Emmentaler Switzerland bringt mit dem Gotthelf-Emmentaler einen neuen Käse auf den Markt.
Der Gotthelf-Emmentaler wird in der Bergkäserei Hüpfenboden produziert, wie Emmentaler Switzerland (ES) mitteilt. Das Weidegras der Kühe, das mit Bergkräutern und –blumen ergänzt wird, sorge zusammen mit der zwölfmonatigen Reifezeit für einen besonders würzigen Geschmack. Eine Besonderheit stelle die Verwendung von selbst gezüchteten Kulturen zur Milchgerinnung dar, der Käse werde damit genauso hergestellt wie zu Gotthelfs Zeiten, so ES. Emmentaler entwickelte für den Käse eine besondere Laibetikette, die Gotthelfs Geschichte der Käserei in der Vehfreude erzählt. Der Käse wird das Slow Food Label tragen und in Coop-Verkaufsstellen in der Region Bern sowie Slow-Food-Filialen erhältlich sein.

Mit Zuversicht bei den Pilzproduzenten

Der Verband Schweizer Pilzproduzenten VSP geht
erfolgreich und mit innovativen Projekten in die Zukunft: Diese Stärken und die
lokal gebannten Kräfte von Handel und Produzenten im sich wandelnden Umfeld
weiter zu etablieren, stand im Zentrum der Generalversammlung vom 26. März
2011 in Gossau (ZH).

2010 gelang es, die Pilzproduktion in der Schweiz klar der Landwirtschaft zuzuordnen. In
einem nächsten Schritt gilt es, die international unterschiedlichen Rahmenbedingungen
auszuglätten. Die Nachfrage nach frischen Pilzen war trotz hartem Wettbewerb der
Discounter gut. Der Inlandanteil bei Frischpilzen konnte auf 82% erhöht werden.
Herausfordernd stellt sich die Tatsache, dass Discounter oftmals mit konkurrenzlosen
Tiefstpreisen die Kunden in Ihre Filialen locken: „Aldi wirbt mit Suisse Garantie-Pilzen zu
Dumpingpreisen, wobei im Laden meist nur am ersten Tag inländische Ware verfügbar
ist“ so Fritz Burkhalter Sekretär VSP.

Weiter fordert er „eine Differenzierung der
Herkunfts-Auszeichnung zwischen Grossverteiler und Discountern und den Verzicht der
Labelanwendung Suisse Garantie bei den Discountern“. Die Preise müssen der Realität
des Marktes, haltbaren ökologischen und sozialen Bedingungen, angepasst werden und
die Produkte klar differenziert werden. Dazu bedarf es einer nachhaltigen Kooperation
mit den Abnehmern.

“Für die Pilzproduzenten sind dieser Druck und die Fixierung auf die Preise besonders
gravierend“, betonte Präsident Roland Vonarburg. Der VSP steht einem freien Handel
offen gegenüber. „Leider haben sich die unterschiedlichen Rahmenbedingungen noch
akzentuiert“, so Vonarburg. Mitbewerber der EU profitieren von erheblichen
Fördergeldern. (VSP 28.3.2011)

Hefepilze beeinflussen Edelbrand-Aroma

Hefepilze sind der Motor der alkoholischen Gärung. Unbestritten ist, dass es die richtigen Hefepilze braucht, damit dieser Prozess einwandfrei abläuft. Ob aber eine Hefe das Edelbrand-Aroma beeinflusst oder nicht, war bisher unklar. Experten der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW konn-ten nun beweisen, das Hefepilze tatsächlich auch einen wichtigen Beitrag zu einem vortrefflichen Edelbrand-Aroma leisten.
Bei der Vergärung der Früchte, der so genannten Maische, beginnt des Brenners Kunst. Wird die-ser Prozess den wilden, an den Früchten haften-den Hefepilzen überlassen, kann dies zu Gärsto-ckungen und andern Fehlern führen. Der pas-sende Hefepilz muss her! Doch kann die Hefe auch mehr als nur Alkohol herstellen?

Um den Einfluss der Hefe auf das Edelbrand-Aroma zu testen, haben ACW-Experten drei sor-tenreine Maischen genommen, um Berudge-, Damassinen- resp. Mirabellen-Destillate zu erhal-ten. Jede sortenreine Maische wurde in drei Teile geteilt, um drei verschiedene Reinzucht-Hefen unter denselben Bedingungen an den Start zu schicken.

Anschliessend haben die ACW-Fachleute daraus neun trinkfertige Edelbrände destilliert. Geschulte Verkoster beurteilten die ACW-Edelbrände bezüglich Geruch und Geschmack. Sie konnten klare Unterschiede in Bezug auf Fruchtigkeit und Schärfe feststellen – dasselbe Frucht-Destillat hatte ein leicht anderes Aroma je nach benutz-ter Hefe. Achtzig Teilnehmende der Januar-Tagung vom Schweizerischen Obstver-band SOV konnten die Ergebnisse einstimmig bestätigen – Hefepilze haben einen Einfluss auf das Aroma eines Destillats.

Zusätzlich kam das Analysegerät SMartNose® zum Einsatz, eine so genannte elekt-ronische Nase. Es vermochte bei den ACW-Edelbränden Unterschiede festzustellen. Die Unterschiede liessen sich eindeutig den drei verschiedenen Hefe-Stämmen zu-weisen.
Der Brennversuch der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW zeigt, dass die Wahl der Hefe-Stämme das Edelbrand-Aroma beeinflusst. Je nach Reinzucht-Hefe weisen die Brände ein anderes, wiedererkennbares Aromaprofil auf. Mit diesem Wissen wird das Handwerk jeden Brenners um eine Möglichkeit reicher, die Qualität des Endprodukts positiv zu beeinflussen. (ACW 28.3.2011)

Bio ist eine Erfolgsgeschichte

(Bonn, 24. März 2011 AMI) – Bio ist eine Erfolgsgeschichte im deutschen Lebensmittelhandel. Immer mehr Kunden greifen regelmässig zu Bio-Produkten und wählen die Geschäfte danach aus, wie umfangreich das dortige Bio-Sortiment ist. Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln und Bio-Getränken ist 2010 nach Angaben der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) auf rund 5,9 Milliarden Euro gestiegen. Das war fast dreimal soviel wie im Jahr 2000. Allerdings sind die zweistelligen jährlichen Wachstumsraten inzwischen passé. Im Vergleich zu 2009 war nur noch ein Plus von rund zwei Prozent zu verzeichnen.

„Bio ist im Laufe der vergangenen Jahre alltäglich geworden und wird sowohl in der Presse als auch in der Werbung weniger thematisiert als noch vor ein zwei Jahren“, erklärte Diana Schaack, Marktanalystin Ökolandbau bei der Agrarmarkt Informations-GmbH. Nach Jahren mit rasantem Wachstum ist das Tempo nun gesünder. Das eröffnet Handel und Produktion die Chance gleichermassen zu wachsen.

Die AMI hat Mitte März die Marktbilanz Öko-Landbau 2011 veröffentlicht. Die Marktbilanz bietet Analysen aktueller Trends am Öko-Markt. Marktbeteiligten wird durch die Bewertung der Einflussfaktoren auf das Marktgeschehen eine fundierte Grundlage für strategische Entscheidungen gegeben. Die Marktbilanz ist als Buch-Ausgabe im DIN-A5-Format erschienen und der Einzelpreis beträgt 189 Euro zzgl. 7 % MwSt. inkl. Versand in Deutschland.