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ABINbev-Übernahme: USA blockieren den Deal

Die Geburt des grössten Bierbrauers der Welt wird verzögert. Die USA stellen sich gegen die Übernahme der mexikanischen Grupo Modelo (Corona) durch die belgische ABInbev.

von Alimenta Import

Die US-Wettbewerbshüter fürchten, dass die amerikanischen Verbraucher dann mehr fürs Bier zahlen müssen. Das Justizministerium hat deshalb Klage vor dem US-Bezirksgericht von Washington eingereicht, um das Vorhaben zu stoppen. Zusammen würden die zwei Firmen nach Umsatz 46 Prozent des US-Biermarkts beherrschen. Die Nummer zwei, MillerCoors, kommt «nur» auf 29 Prozent.

InBev erklärte laut lz-online in einer ersten Reaktion, die Übernahme vor Gericht zu verteidigen. Das mexikanische “Corona” sowie das amerikanische “Bud Light” aus dem Hause InBev gehören zu den beliebtesten Bieren des Landes. Weitere Marken des belgischen Brauriesen sind “Beck’s” und “Stella Artois”, die ebenfalls erfolgreich in den USA vertrieben werden. In Deutschland ist InBev die Nummer zwei im Biermarkt.

Die mexikanische Kartellbehörde hat dem Deal im November 2012 grünes Licht gegeben. Die mexikanische Modelo braut ­unter anderem die weltbekannte ­Marke ­«Corona». Die von der belgischen InBev 2008 übernommene amerikanische Anheuser Busch braut Marken wie Budweiser. Zu­sammen würden Anheuser IN Bev (ABI) und ­Modelo mit 150?000 Beschäftigten 47 Mrd. $ Jahresumsatz erzielen.

Der wichtigste Einzelaktionär ist ein halber Schweizer
Der Brasilien-Schweizer Jorge Paulo Lehmann ist offiziell der aktuell zweitreichste Mensch der Schweiz. Diesen Titel attestierte ihm die «Bilanz», die alljährlich die Liste der 300 Reichsten veröffentlicht. Der Sohn eines ausgewanderten Käsehändlers aus dem ­Emmental konnte sein Vermögen um 10 Mil­liarden auf 19 Mrd. Dollar erhöhen. Lehmann kaufte in den Neunzigerjahren den brasi­lianischen Braukonzern Brahma und später ­Antarctica und fusionierte damit zur Ambev. Lehmann wollte laut NZZ jedoch den gröss­ten Getränkekonzern der Welt schaffen und fädelte eine Fusion mit der belgischen Interbrew ein. Die Belgier haben sich so einen der lukrativsten Biermärkte der Welt einverleibt. Doch die brasilianischen Manager fassten das nächste Ziel ins Auge, den amerikanischen Bierkoloss Anheuser Busch. Das ­Zögern des traditionellen Bierbrauers währte nicht lange. Der Grossinvestor Warren ­Buffet, ein Freund Lehmanns, hat die notwendige Überzeugungsarbeit geleistet. hps