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Stellungnahme zum Bericht «Fertigsalate» im K-Tipp

Der Geschäftsführer vom Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels, Marc Wermelinger wehrt sich gegen den K-Tipp.

von Alimenta Import

Die Herstellung von Fertigsalaten erfolgt zu mehr als 95% in der Schweiz. Die Gründe dafür sind die Nähe zu den Kunden, die hohen Anforderungen an die Qualitätssicherung, die unverzichtbare geschlossene Kühlkette, die Frische und die beschränkte Haltbarkeit dieser Produkte.  Auf dem gesamten Weg vom Landwirt, über die Hersteller, die Transporteure bis zum Detailhandel werden die Produkte überwacht und regelmässig kontrolliert und analysiert.

Die Hersteller und die Handelsfirmen haben in Zusammenarbeit mit Spezialisten und Lebens-mitteltechnologen ein Labor-Monitoring erarbeitet und setzen dieses seit vielen Jahren um. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass in der Schweiz keine gesundheitsgefährdenden Salate in Verkehr gebracht werden. Auch die Laborresultate des K-Tipp liegen in der Bandbreite und Streuung unserer Untersuchungen.
Allerdings können wir die Interpretation und Darstellung dieser Ergebnisse durch den K-Tipp in keine Weise bestätigen oder unterstützen.

Gesamtkeimzahl
Bei drei der Proben des K-Tipp liegen die Gesamtkeimzahlen über dem Richtwert von 50 Mio. KBE/g.  Die Gründe dafür dürften an der Jahreszeit und den hohen Temperaturen liegen. Trotzdem liegt auch in diesen Fällen kein gesetzlicher Verstoss vor. Die geprüften Produkte waren weder krankmachend noch gesundheitsgefährdend.

E. coli
Früchte und Gemüse sind Naturprodukte. Bei sämtlichen rohen, genussfertigen Naturprodukten werden minimale E. coli-Werte festgestellt. Dies hat der Gesetzgeber berücksichtigt indem er in der Hygieneverordnung für diese Produkte einen Toleranzwert von 100 KBE/g festgelegt hat.  Auch hier können wir versichern, dass die geprüften Produkte weder krankmachend noch gesundheitsgefährdend waren.

Schimmelpilze
Auch Schimmelpilze sind Teil der Natur und deshalb ohne chemische Hilfsstoffe nicht zu vermeiden. Die Richtwerte dafür liegen für rohe, genussfertige Naturprodukte bei 1‘000 KBE/g. Der Warn-Wert liegt 10x höher und auch dann besteht noch keineswegs automatisch eine Gesundheitsgefahr. Darum gibt es im Gesetz auch keine generelle Vorgabe.

Wir bedauern, dass der K-Tipp für den Artikel die mikrobiologischen und sensorischen Vorgaben des Gesetzgebers und der Fachstellen ungenügend berücksichtigt hat. Besonders stossend ist, dass der K-Tipp pauschal verurteilt, ohne sich mit konkreten Zahlen auf geltendes Recht zu beziehen, denn das Vorhandensein von Keimen kann nicht gleichgesetzt werden mit „krankmachend oder gesundheitsgefährdend“.

Zudem fehlen konkrete Angaben, wie die Proben von K-Tipp nach dem Kauf gehandhabt wurden. Es ist insbesondere unklar, ob sie bis zur Laboranalyse gekühlt wurden. Keime vermehren sich bekanntlich insbesondere dann sehr schnell, wenn Frischsalate ungenügend gekühlt werden.

Auch die Behauptung, dass Keime, Bakterien oder auch Rückstände zugelassener  Pflanzen-schutzmittel, die weit unterhalb der gesetzlichen Toleranz- und Grenzwerte liegen, die Gesundheit gefährden, entbehrt jeder wissenschaftlicher Grundlage.

Abgestützt auf die Richtlinien neutraler Fach- und Forschungsstellen können wir festhalten, dass die empfohlene Mindesthaltbarkeit von 6 Tagen bei Mischsalaten problemlos erfüllt ist, wenn auch die empfohlene Aufbewahrungstemperatur von 4-8 °C vom Hersteller bis zum Konsumenten eingehalten wird.

Salate die die Konsumenten selber rüsten, enthalten dieselben Keime. Auch unverarbeitete Salate müssen deshalb gründlich gewaschen und nach dem Rüsten gekühlt werden und auch hier muss auf die begrenzte Haltbarkeit geachtet werden.

Fertigsalate sind ein Naturprodukt und sie sollen es auch bleiben. Darum wird in der Schweiz auf eine chemische Behandlung zur Vernichtung von Keimen, Bakterien und Schimmel z.B. mit Chlor  bewusst verzichtet.