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Kulturland-Initiative im Kanton Bern lanciert

In Bern haben heute der Bauernverband Lobag, die Grünen und die BDP ihre Kulturlandinitiative vorgestellt.

von Alimenta Import

Die Initiative fordert, dass der Kanton Bern für die Erhaltung von genügend landwirtschaftlich nutzbarem Kulturland sorgt. Der Kanton soll Kriterien für die zulässige Inanspruchnahme von landwirtschaftlicher Nutzfläche bestimmen und für einen angemessenen Ausgleich sorgen.

Dabei kommt dem Kanton bei der konkreten Ausgestaltung einiges an Spielraum zu. Dennoch haben die Initianten bereits Vorstellungen, wie das Ziel erreicht werden könnte und dazu einen Umsetzungsvorschlag ausgearbeitet. Dieser sieht als zentrale Punkte die Festlegung von Siedlungsgebiet, einen Ausgleich bei Beanspruchung von landwirtschaftlicher Nutzfläche sowie Massnahmen zur Eindämmung von Verwaldung und Verbuschung vor.

„Die aktuelle Entwicklung mit einen Kulturlandverlust von einem Quadratmeter je Sekunde ist grobfahrlässig“, erklärte Lobag-Präsident Hans Jörg Rüegsegger zu den Gründen für die Initiative. Er hob dabei unter anderem die Wichtigkeit von Kulturland als Produktionsgrundlage für die Bauern und Bäuerinnen sowie für die Erhaltung der Artenvielfalt und Landschaften hervor. Eine vielfältige Kulturlandschaft sei auch eine attraktive Visitenkarte für den Kanton Bern.

Daphné Rüfenacht, Grossrätin der Grünen, betonte, dass ein Schutz des Kulturlandes aus landschaftsschützerischen, ökologischen und ökonomischen Gründen sinnvoll sei. „Wenn nach innen verdichtet gebaut wird, sinken auch die Infrastrukturkosten“, so Rüfenacht.

Die Initianten legen Wert darauf, dass ihr Vorhaben nicht als Verhinderungsinitiative wahrgenommen wird. Dem Kanton werde bewusst Spielraum gegeben, Kriterien und Ausgleichsmechanismen festzulegen, damit auch weiterhin Kulturland für Bauprojekte verwendet werden könne, sagte Heinz Siegenthaler, Präsident der BDP des Kantons Bern. Dies müsse aber gezielter geschehen als bisher.

Für ein Zustandekommen der Initiative müssen innerhalb von sechs Monaten 15’000 Unterschriften gesammelt werden. lid

Die Initiative im Wortlaut:
Art. 33 Verfassung des Kantons Bern:

3 Der Kanton sorgt für die Erhaltung von genügend landwirtschaftlich nutzbarem Kulturland, insbesondere mit dem quantitativen und qualitativen Schutz der landwirtschaftlichen Nutzflächen. Er schützt so wertvollen Boden nachhaltig als Ressource. Der Kanton bestimmt die Kriterien für die zulässige Inanspruchnahme von landwirtschaftlichen Nutzflächen und sorgt für angemessenen Ausgleich.