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Zu wenig Schweizer Zucker

Nur 220 000 Tonnen Zucker können dieses Jahr in der Schweiz produziert werden. Die Nachfrage der Verarbeiter kann nicht gedeckt werden.

von Alimenta Import

Die Zuckerrüben-Ernte neigt sich dem Ende zu. Sie war geprägt von tiefen Mengen und schwierigen Bedingungen. Auf etwas mehr als 1,4 Millionen Tonnen Rüben wird die Ernte geschätzt. Das sind rund 20 Prozent weniger als im vergangenen Jahr.

Damit liegt auch die Zuckerproduktion auf tiefem Niveau. Mit 220‘000 Tonnen Schweizer Zucker rechnet Guido Stäger, CEO der Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld (ZAF). Letztes Jahr lag die Menge um 30‘000 Tonnen, im Rekordjahr 2011 gar um 70‘000 Tonnen höher.

„Den Inlandbedarf an Zucker können wir auch in einem schlechten Jahr decken. Dennoch haben wir eine völlig unbefriedigende Situation”, sagte Stäger gegenüber dem LID. Denn die Nachfrage der Verarbeitungsindustrie nach Schweizer Zucker kann nicht vollständig erfüllt werden. Schweizer Zucker sei aber gerade wegen der Swissness-Vorgaben sehr gefragt, sagt Stäger. „Und in Schweizer Schokolade soll schliesslich auch Schweizer Zucker drin sein.”

Schuld an der tiefen Ernte ist das Wetter. Der nass-kalte Frühling führte zu einem nicht mehr einholbaren Vegetationsrückstand. „Es war ein schlechtes Landwirtschaftsjahr und die Zuckerrüben-Pflanzer haben besonders darunter gelitten”, sagt Stäger.

Allerdings hatten die Zuckerrüben-Produzenten auch Glück im Unglück. Denn der warme und sonnige Sommer sorgte für gute Zuckergehalte. Bei den bis Mitte November abgelieferten Rüben lag der Gehalt im Schnitt bei 17,4 Prozent, was sich positiv auf die Produktion auswirkt. lid