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Lobag Podium: Mehr Wertschöpfung in der Schweiz behalten

Die Schweizer Landwirtschaft soll sich den Ernährungstrends anpassen und mehr Convenience-Lebensmittel produzieren. Dies war eine der Forderungen vom Konsumentenschutz.

von Alimenta Import

Die Diskussion am Lobag-Podium drehte sich um die Preise. (Hansjörg Rüegsegger, Sara Stalder, Michael Hug, Moderator und Daniel Bloch.

«Die Schweizer Landwirtschaft hat die Erwartung, dass die Wertschöpfung in der Schweiz behalten wird». Dies sagte Hansjörg Rüegsegger am Lobag-Podium im Münsinger Schlossgutsaal. Für den Lobag-Präsidenten sollten zudem die Verarbeiter agiler werden. Auch dies helfe mit, den «Spleen» des Lebensmitteleinkaufs im Ausland einzudämmen. Der Einkaufstourismus war das Stichwort für Michael Hug. Der Moderator des Lobag-Podiums und Redaktor der Berner Zeitung, fragte an die Adresse des Konsumentenschutz gerichtet: «ob es denn im Sinne der Schweizer Landwirtschaft sei, wenn der Konsumentenschutz eine Anleitung zum Einkaufstourismus herausgibt»? Es habe sich um rein technische Faktoren, wie zum Beispiel die Mehrwertsteuer verrechnet werden könne, gehandelt, sagte Stalder zum viel zitierten Vorwurf der «Anstiftung» zum Einkaufstourismus.

Die Geschäftsführerin der Stiftung für Konsumentenschutz erwartet von der Landwirtschaft und den Verarbeitern, dass sie sich vermehrt den Trends und Bedürfnissen der Konsumenten stellen würden. «Die Leute wollen nicht einfach nur Suppe aus den Rohstoffen machen», so Stalder. Heute werde zum Beispiel nur 15 Prozent des Schweizer Gemüse zu Convenience-Produkten verarbeitet – 85 Prozent liege brach. Die Preise für Convenience-Produkte seien jedoch viel höher – dies sollte die Bauern animieren ein bisschen mehr vom Wertschöpfungskuchen abzuschneiden. Stalder hat Verständnis für die Nöte der Landwirtschaft und outete sich vor den 180 Landwirten und Lobag-Funktionären als «tief mit der Landwirtschaft verwurzelt». Schliesslich musste sie schon als Kind der für sie oft «mühsamen» Arbeit des tagelangen Kartoffeln Sortierens» nachgehen.

Verständnis bringt Stalder selbstverständlich auch für den Konsumenten auf, die für ein Markenprodukt in der Schweiz einen Drittel mehr bezahlen muss als es im Ausland kostet. «So ist der Einkaufstourismus kein Hype», sagte Sara Stalder. Dieser werde immer mehr zunehmen solange das Preisgefälle bestehe. Die Landwirtschaftspolitiker sollten darum beispielsweise bei den politischen Vorstössen zum Parallelimport den Konsumentenvertretern helfen. «Körperpflegeprodukte oder Schokoriegel sind in der Schweiz zu teuer», so Stalder. Daniel Bloch, CEO von Camille Bloch fragte sich, ob denn nicht eher die Preise in Deutschland zu tief seien, als diejenigen in der Schweiz zu hoch. Die Vergleiche von Konsumentenschutzkreisen zielten immer nur auf die «Billigstpreise in Deutschland ab. hps