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Nestlé räumt Fehler in der indischen Geschäftsstrategie ein

Nestlé hat laut einem Bericht in der Financial Times (FT) in den vergangenen vier Jahren 570 Millionen Dollar investiert, um Produktionskapazitäten in Indien auszubauen. Nun musste sich die Konzernleitung eingestehen, dass man eine falsche Strategie gefahren ist.

von Alimenta Import

„Es ist ein grosser Irrtum gewesen, dass wir vor allem auf die grosse Masse in der Mitte gesetzt haben“, sagte Nandu Nandkishore, Leiter des Asien-Sparte bei Nestlé in der FT. Stattdessen hätte man sich verstärkt auf die wachsende wohlhabende Konsumentenschicht im Hochpreissegment konzentrieren sollen. Dieses Umdenken kommt nicht von ungefähr: Ein abgeschwächtes Wirtschaftswachstum im dem einstigen Hoffnungsmarkt zwingt den Konzern dazu. Die Kaufkraft der grossen Masse leidet unter dem stotternden Wirtschaftsmotor und einer hohen Inflation. Gleichzeitig explodiert laut Nandkishore die Nachfrage nach Produkten im Hochpreissegment. Die Haushaltsbudgets der wohlhabenden Haushalte seien weitaus unempfindlicher gegenüber Wirtschaftsschwankungen. Schwellenländer sind für Nestlé sehr wichtige Märkte. Rund 43 Prozent der weltweiten Einnahmen tätigt der Konzern in solchen Ländern. Dies sind immerhin fast 100 Milliarden Dollar – Indien trägt dazu nur einen kleinen Teil bei, wie es in der FT heisst.