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Schiedsgericht soll Machtkampf bei Oetker entschärfen

Im deutschen Nahrungsmittelkonzern Oetker tobt ein Machtkampf. Dieser soll nun durch ein Schiedsgericht beendet werden, das die Familie selber eingesetzt hat.

von Alimenta Import

Grund für den Streit ist die Neubesetzung der Unternehmensspitze: Alfred Oetker (46), Sohn des legendären Patriarchen Rudolf-August Oetker (1916-2007), bewarb sich um den Posten des persönlich haftenden Gesellschafters. Überraschend wurde jedoch Alfred Oetkers älterer Halbbruder Richard (63) zum Gruppenchef ernannt.
Seither entzweit ein Führungsstreit die Familie. An den Auseinandersetzungen scheiterte nicht zuletzt die zwischenzeitlich verhandelte Fusion zwischen der Reederei Hapag-Lloyd und dem Oetker-Unternehmen Hamburg Süd. Die jüngere Generation um Alfred Oetker hatte sich dagegen ausgesprochen.

Unter Mitwirkung des Schiedsgerichts hat sich die Familie bereits auf eine Regel geeinigt, wie der Beirat besetzt wird. Dieser ist neben der Gesellschafterversammlung das wichtigste Kontrollgremium der Gruppe. Festgelegt wurde, dass die drei Familienstämme, die durch die drei Ehen des Patriarchen Rudolf-August Oetker markiert sind, jeweils einen Vertreter in den Beirat entsenden. Dieser Schritt ermöglichte Alfred Oetker, 2011 in das mächtige Gremium aufzusteigen.

Der Streit kommt ungelegen, denn im Konzern gibt es bereits einige Baustellen, wie das deutsche Manager-Magazin schreibt: Der Biertochter Radeberger droht eine millionenschwere Kartellstrafe wegen Preisabsprachen, das Geschäft mit Pudding und Pizza kommt nicht recht voran, und die Krise in der Schifffahrt entwickelt sich zum Grossrisiko.