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Havelaar-Stiftung erteilt neu Fairtrade-Label für Rohstoffe

Die Max Havelaar-Stiftung weitet ihr Fairtrade-Label aus. Dabei müssen nicht mehr ganze Fertigprodukte den Kriterien für fairen Handel genügen. Neu können auch einzelne verwendete Rohstoffe wie Kakao, Zucker und Baumwolle zertifiziert werden.

von Alimenta Import

Coop ist einer der Partner für das neue Fairtrade-Programm von Max Havelaar

Für die Bauern seien die neuen Programme die dringend benötigte Möglichkeit, einen grösseren Anteil der Ernte zu Fairtrade-Bedingungen verkaufen zu können, teilte die Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) am Montag, 27. Januar mit. Beim Kakao beispielsweise beträgt der Marktanteil von Fairtrade in der Schweiz lediglich 2,5 Prozent.

Unternehmen erhalten nun die Möglichkeit, sich auch auf Ebene einzelner Rohstoffe für Fairtrade zu engagieren. Die ersten drei Partner in der Schweiz sind der Grossverteiler Coop, der Biscuithersteller Kambly sowie der Freizeitbekleidungshersteller Switcher.

So will Coop bis 2017 für alle Eigenmarkenprodukte ausschliesslich Fairtrade-zertifizierten Kakao beschaffen und die Markenhersteller motivieren, ebenfalls auf Fairtrade-Kakao umzustellen. Kambly verwendet bei neu lancierten Biscuit-Sorten ausschliesslich zertifizierten Kakao und Switcher will nach dem 2005 lancierten ersten T-Shirt mit Fairtrade-Baumwolle sein Engagement ausbauen.

Diese Unternehmen können ihre entsprechenden Produkte kennzeichnen. Das Programm-Label unterscheide sich visuell deutlich vom bekannten Label für Produkte, erklärte Max Havelaar. Die Produzenten-Standards für nachhaltigen Anbau und fairen Handel blieben unverändert.

Für die Bauern seien die neuen Programme die dringend benötigte Möglichkeit, einen grösseren Anteil der Ernte zu Fairtrade-Bedingungen verkaufen zu können, sagte die Max havelaar-Geschäftsführerin Nadja Lang gegenüber SRF4. “Vor allem die Kakaobauern in Westafrika brauchen einen besseren Marktzugang zu fairen Bedingungen. Der weltweite Marktanteil von fairtrade Kakao liegt bei nur 1,2 Prozent. Hier haben wir Handlungsbedarf”. Für den Bauern im Süden ändere sich nichts, ausser dass er auf mehr Absatz hoffen könne.

Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz findet hingegen, das Label sei verwirrend, weil dem herkömmlichen zu ähnlich. Der gestresste Kunde werde den Unterschied kaum bemerkten. “Wir befürchten, dass diese Aktion bloss zu einem Marketingmanöver verkommen könnte”, sagt Stalder.