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Gute Noten für Verkäsungszulagen

Die Zulage für verkäste Milch hat eine stützende Wirkung auf den Milchpreis. Gewerbliche Käsereien mit höheren Verarbeitungskosten würden gemäss einer Studie jedoch einen tieferen Milchpreis zahlen.

von Alimenta Import

Die Wettbewerbsfähigkeit der Wertschöpfungskette Milch habe sich gemäss einer vom BLW in Auftrag gegebenen Studie in den letzten 10 Jahren verbessert. Die total verkäste Milchmenge konnte zwischen 2000/01 und 2011/12 von 1,43 Mio. t auf 1,46 Mio. t leicht ausgedehnt werden. Die Schweiz produziert im Vergleich mit den umliegenden Ländern aber nach wie vor in relativ kleinen Strukturen kostenintensiv, wie aus der Studie hervorgeht.

Dies gelte für gewerbliche wie für industrielle Milchverarbeitung bzw. Käseproduktion. Die Produktion von silofreier Milch, welche für Rohmilchspezialitäten verwendet wird, ist im gleichen Zeitraum von 1,32 Mio. t auf ,17 Mio. t zurückgegangen. Die staatlichen Ausgaben für den Milchmarkt sind seit der Einführung der Milchzulagen deutlich gesunken und liegen heute unter 300 Mio. Franken pro Jahr.

Die vom BLW beauftragte Flury&Giuliani GmbH sowie die Universität Wageningen in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich konnten zeigen, dass die schrittweisen Reduktionen der Verkäsungszulage von 20 auf 15 Rp. im Zeitraum von 2000 bis 2012 von den Käsereien an die Landwirte in Form tieferer Milchpreise weitergegeben wurden. Diese Reduktionen würden aber nicht im vollen Umfang auf die Produzentenpreise abgewälzt. Die Käsereien sowie weiter nachgelagerte Stufen haben somit Teile davon getragen oder konnten die Reduktion mit höheren Preisen für Käse kompensieren. Die Preisreduktionen für Milch zur industriellen Käseproduktion waren dabei stärker als für Milch zur gewerblichen Käseproduktion. Eine mögliche Erklärung für die unterschiedlichen Anpassungsbewegungen sind die verschiedenen Marktpositionen der jeweiligen Käsesorten.

Unter anderem wurden die Buchhaltungsdaten von mehreren Emmentaler- und Gruyèrekäsereien ausgewertet. Die untersuchten Käsereien zahlen nach Abzug der Zulagen unterschiedliche Basispreise für Käsereimilch aus. Käsereien, die im Vergleich zum Gesamtmarkt einen überdurchschnittlichen Milchpreis zahlen, arbeiten in der Regel mit tieferen Verarbeitungskosten als Käsereien mit einem unterdurchschnittlichen Milchpreis. Letztere zahlen im Vergleich zu den Erträgen aus der Milchverwertung tiefere Basismilchpreise aus.

Die befragten Branchenvertreter sind der Meinung, dass die Milchzulagen auf dem heutigen Niveau zu belassen seien, falls die Preisdifferenz zum europäischen Milchmarkt auf Stufe der Milchproduzenten gehalten werden soll. Die Studie könne die Frage nicht beantworten, ob die aktuelle Höhe der Zulage für verkäste Milch auch in Zukunft adäquat sein werde. Eine optimale Ausgestaltung der Stützungsinstrumente – und auch die adäquate Höhe einer spezifischen Zulage – kann nicht isoliert, sondern nur im Zusammenhang mit den erwarteten Marktentwicklungen und dem Grenzschutz geprüft werden. Weitere Untersuchungen seien erforderlich. pd/hps

Pressemeldung BLW