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Europäische Milchindustrie sieht das Heil im Weltmarkt

Trotz 500 Millionen Konsumenten im Binnenmarkt sieht die europäische Milchindustrie die grössten Chancen auf dem Weltmarkt. Die Molkereichefs blickten an der Jahrestagung des EU-Milchindustrieverbandes (EDA) positiv in die Zukunft.

von Alimenta Import

Die europäische Milchindustrie sieht in Asien den Erfolg.

Nur noch neun Prozent Umsatz würden in Dänemarkt gemacht, sagte Arla’s Vizepräsident Jais Valeur an der Jahrestagung des EU-Milchindustrieverbandes (EDA) in Brüssel. Im Export mass der Manager China eine besondere Bedeutung zu. Dort steige die Nachfrage nach hochwertigen Milchprodukten und der Weltmarktpreis für Milch werde mehr und mehr von der Nachfrage der Volksrepublik bestimmt.

Kritik wurde an der Politik laut. Die Politiker sollten sich darauf beschränken, zu überlegen, wie man dem Markt Impulse geben könne. Ausserdem sollte sie sich in internationalen Verhandlungen für die Öffnung von Drittlandsmärkten einsetzen. So würden viele asiatische Länder auf EU-Milch einen spürbaren Einfuhrzoll erheben, während sie Milch aus Neuseeland zollfrei importierten. Das sei ein automatischer Wettbewerbsnachteil. Für Marktkrisen solle die Politik jedoch noch eingreifen können und ein Sicherheitsnetz bereitstellen.

Der Kabinettschef von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos, Georg Häusler, warnte jedoch vor einemn Marktumschwung. Häusler stelllte laut AgraEurope klar, dass die EU nur noch in begrenztem Umfang eingreifen könne: 400 Mio € im Krisenfonds seien nicht viel Geld und die Tage weitreichender Marktinventionen seien vorbei. Das Ende des Quotensystems verschlechtere zudem die Versorgung der Kommission mit Produktionsdaten. Deshalb müsse man Alternativen zur Marktbeobachtung finden. Gleichzeitig warnte er davor, nur auf Wachstum zu setzen. In der EU müsse Platz für alle Erzeuger sein – dies sicherzustellen sei die Aufgabe der Gemeinsamen Agrarpolitik. age/hps