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Fenaco drückt Kartoffelpreis

Die Fenaco, der grösste Kartoffelhändler, hat bei einigen Speisekartoffelsorten ohne Rücksprache mit den Produzenten eine Kaliber- und Preisänderung beschlossen.

von Alimenta Import

Betroffen sind die Sorten Ditta, Nicola und Erika. Diese festkochenden Sorten übernehme man neu mit einem Kaliber von 30 bis 70 mm statt wie bisher von 30 bis 60 mm, teilte die Fenaco ihren Produzenten mit. Dafür werde aber nur noch 89 Prozent des Swisspatat-Preises bezahlt, rund 5 Franken weniger pro 100 Kilogramm, wie der “Schweizer Bauer” schreibt.

Damit wolle man den Anteil an kleinkalibrigen Kartoffeln vermindern, da die Nachfrage nach Raclette-Kartoffeln ab März abnehme, begründete Jörg Schär, Category Manager Frischkartoffeln bei der Fenaco, den Schritt.

Für die Vereinigung schweizerischer Kartoffelproduzenten VSKP ist das inakzeptabel. «Es kann nicht sein, dass ein Abnehmer auf eigene Faust eine solche Preisreduktion vornimmt», wird VSKP-Präsident Ruedi Fischer zitiert. «Wenn die Fenaco-Landi-Gruppe als bäuerliche Organisation mit solchen Vorstössen kommt, welche Signale sendet das an die anderen Abnehmer?» Fenaco habe zwar in den letzten Monaten Marktanteile verloren, müsse sich aber trotzdem an die ausgehandelten Übernahmebedingungen halten.

Schär bestreitet einen direkten Zusammenhang, aber es sei klar, “dass der Verlust von Aufträgen immer dazu bewegt, die eigene Wettbewerbsfähigkeit noch konsequenter zu überprüfen.” Fenaco verlor bei Migros zwei Lieferaufträge von insgesamt 10 000 Tonnen an die Konkurrenz: bei der Migros Luzern an Agrolog in Langenthal, und bei der Migros Ostschweiz an die Minog in Rebstein SG. Die zur Minog gehörende Müller Azmoos des FDP-Nationalrates Walter Müller investiert nun einen Kartoffelaufbereitungsbetrieb.