Datum:

Bio-Produkte: Erstmals über 2 Milliarden Franken Umsatz

Mehr Umsatz, mehr Bio-Bauern, mehr Knospe-Lizenznehmer, mehr Marktanteil: Die Bio-Branche legte im 2013 weiter zu. Skeptisch äusserte sich Bio Suisse über die Volksinitiative des Bauernverbands.

von Alimenta Import

Konnten heute einmal mehr Wachstumszahlen präsentieren: Geschäftsführer Daniel Bärtschi, Präsident Urs Brändli und Marketingleiter Jürg Schenkel (v.l.). (lid)

Bio-Lebensmittel liegen weiter im Trend. Das zeigen die Zahlen zum Biomarkt 2013, die heute von Bio Suisse präsentiert wurden. Im letzten Jahr wurden 2,053 Mia. Franken mit Bio-Produkten erwirtschaftet – so viel wie noch nie. Das Wachstum fiel – im Vergleich mit den Vorjahren – mit 12,1 Prozent überdurchschnittlich aus. Der Biomarkt erreichte einen Marktanteil von 6,9% (2012:6,3%).

Alle Produkte konnten im letzten Jahr sowohl Umsatz wie auch Marktanteil steigern. Die beliebtesten Bio-Lebensmittel waren Eier (Bio-Anteil 21,2%) und Frisch-Brot (20,3%). Das grösste Umsatzplus verzeichneten im letzten Jahr Fleisch (+16%), Früchte (+16,1%) und Fertigprodukte (+16,9%). Trinkmilch legte umsatzmässig um 3 % zu, Käse nach einem schwierigen Jahr 2012 gar um 13,6%.

Mit einem Marktanteil von 48,8% ist Coop Leader im Bio-Markt, gefolgt von der Migros (25,7%) und dem Bio-Fachhandel (12,6%). Letzterer konnte im 2013 nach Jahren der Stagnation den Umsatz um 12,6% auf 259 Mio. Franken steigern. Die Anzahl Verarbeitungs- und Handelsbetriebe mit einer Knospe-Lizenz betrug im letzten Jahr 847 – so viele wie noch nie.

Vom Bio-Boom wollen immer mehr Landwirte profitieren. Im letzten Jahr hat die Anzahl Knospe-Betriebe um 153 auf 5’884 Betriebe zugenommen. Zusammen mit denjenigen Betrieben, die nach Bio-Richtlinien des Bundes wirtschaften, gab es im letzten Jahr 6’308 Biobetriebe, was 11,8% aller Landwirtschaftsbetriebe entspricht. Die Bio-Fläche nahm um 5’000 Hektaren zu. Davon liege der Grossteil im Talgebiet, freute sich Bio Suisse-Geschäftsführer Daniel Bärtschi. Denn gerade beim Ackerbau bestehe noch Handlungsbedarf, zumal das Angebot an Schweizer Bio-Getreide nicht ausreiche.

Hinsichtlich der Ernährungsinitiative des Bauernverbandes will der Vorstand von Bio Suisse keine Position beziehen. Die angestrebten Ziele seien bereits in der Verfassung verankert, sagte Bio Suisse-Präsident Urs Brändli. Die Ressourcen sollen dafür eingesetzt werden, die Umsetzung der vorhandenen rechtlichen Grundlagen voranzubringen. Am Initiativtext hat Bio Suisse zwar nichts auszusetzen. Man störe sich aber an der Art und Weise, wie einige Initianten den Text interpretieren würden, so Brändli. Sollte eine grundsätzliche Neuausrichtung der Agrarpolitik das Ziel sein, will Bio Suisse nicht Hand bieten.

Der Vorstand von Bio Suisse will sich deshalb zum jetzigen Zeitpunkt weder für noch gegen die Initiative aussprechen. Das wollen Teile der Basis ändern. Die Sektion Nordwestschweiz verlangt, dass sich Bio Suisse zur Ernährungsinitiative bekennt. Der Antrag wird an der Delegiertenversammlung vom 16. April behandelt. lid