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Fromarte Delegierte wollen Strategie für silofreie Milch

Die gewerblichen Käser wollen eine klare Strategie zur Förderung von silofreier Milch. Dazu fassten die Fromarte-Delegierten an der Frühjahrs-Delegiertenversammlung einen Beschluss.

von Alimenta Import

Die Fromarte Delegierten setzten sich gegen nur drei Gegenstimmen durch.

«Wir müssen der Anwalt von silofrei produzierter Milch sein». Mit diesen Worten machte der Neuendorfer Käser und Delegierte von Fromarte, Werner Roth, den gewerblichen Käsern seinen Antrag schmackhaft. Roth wollte, dass die Fromarte Geschäftsstelle innerhalb eines Jahres ein Konzept ausarbeite, das eine Strategie vorgebe, wie silofreie Milch besser vermarktet werden könne. Bei der Abstimmung setzten sich die 55 stimmberechtigten Delegierten gegen nur drei Gegenstimmen haushoch durch.
Das Konzept sei von der Geschäftsstelle eigentlich schon geplant gewesen, sagte Fromarte Präsident Hans Aschwanden an der Frühjahrs Delegiertenversammlung im Hotel Ador in Bern. Mit dem Antrag und dem klaren Abstimmungsergebnis erhalte die Aufgabe nun aber auch einen offiziellen Charakter, so Aschwanden.

«In der Käsereiwirtschaft herrscht eine Tendenz vor, die Milch immer mehr zu bearbeiten», sagte Käsermeister, Christian Oberli aus Rossrüti. «Sei es durch Bactofugation, Wärmebehandlung oder Mikrofiltration». Doch wenn Rohmilchkäse verkauft werde, so erwarte der Konsument einen natürlichen Käse aus silofreier Milch, sagte Oberli.

«Die Siloverzichtszulage solle nicht gegen die Verkäsungszulage ausgespielt werden», sagte Jacques Gygax, Direktor von Fromarte. Denn es gebe immer mehr Leute die die Verkäsungszulage in Frage stellen würden. Die Milchzulagen dürften nicht durch flächenbezogene Direktzahlungen ersetzt werden. Fromarte werde sich unverändert für die minimale Verkäsungszulage von 15 Rappen und der minimalen Siloverzichtszulage von 3 Rappen einsetzen.

Der Käseexport sei durch die Preiserhöhungen harziger geworden, sagte Gygax zum Käseabsatz. Durch die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative, sei das Verhältnis zur EU komplexer geworden. Doch das EU-Abkommen der Bilateralen l müssten zwingend erhalten bleiben. Der Käserverband bevorzugt das Zustandekommen eines Agrarfreihandelsabkommens mit der EU, noch vor der sektoriellen Öffnung der weissen Linie. «Wenn schon freier Handel dann Freihandel», sagte Gygax vor den Delegierten. Fromarte will im Hinblick auf die Agrarpolitik, AP18, schon frühzeitig Einfluss nehmen. Beispielsweise auch bei der Gleichbehandlung von Strukturhilfedarlehen, zwischen gewerblichen und genossenschaftlichen Käsereien. Fromarte werde sich ausserdem gegen grosse überrissene Käsereiprojekte, die von der öffentlichen Hand finanziert werden, weiterhin wehren. «Die gewerblichen Betriebe sollen eine überschaubare Grösse behalten», sagte Gygax.

Obwohl in anderen Branchen auch 20 Prozent der Lehrabgänger in einen anderen Beruf wechseln, ist für Hans Aschwanden die Lehrlingsförderung ein zentrales Anliegen. «Wir müssen die eigenen Talente fördern», so der Fromarte-Präsident. Die Gastronomie beklage, dass sie nach dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative keine Arbeitskräfte mehr erhalten werden, doch wenn nur jeder elfte Gastrobetrieb Lehrlinge ausbilde, sei es natürlich schon schwierig.

Aschwanden rief den Delegierten noch einmal den Hinschied des beliebten Käsers und Zentralvorstands-Mitglied, Ruedi Haldner in Erinnerung. Als Ersatz für Haldner wurde Toni Birrer neu in den Zentralvorstand gewählt. Birrer ist Appenzeller Käsermeister, verheiratet und Vater von drei Kindern. Weiter wurden drei neue Delegierte gewählt. Dies waren Fritz Schär aus Raperswil BE, Emmanuel Piller aus Semsales FR und Christian Gerber aus Neukirch TG.

Schlecht Betreuter Weltmeister
Emmentaler AOP fristet ein Mauerblümchendasein. Wenigstens wenn es um um die Vermarktung geht. Ende März wurde dem Emmentaler von Gérard Sinnesberger, Gams, am World Championship Cheese Contest in Madison USA, der Weltmeistertitel verliehen. Doch anstelle diesen «Steilpass», medial voll auszuschlachten, wie adisagroblog.wordpress.com bemängelt, sieht man selbst auf der Website von Emmentaler Switzerland nichts davon. An der Delegiertenversammlung der Sortenorganisation Emmentaler Switzerland am 17. April, soll Heinz Wälti zum Nachfolger von Jürg Simon als neuer Präsident gewählt werden. hps