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Frankreich: Nespresso unter Druck der Kartellbehörde

Nestlé muss sein Kapselsystem Nespresso auf Druck der französischen Wettbewerbsbehörde für Konkurrenten öffnen.

von Alimenta Import

Künftig soll Nestlé unter anderem die technischen Details ihrer Maschinen gegenüber Konkurrenten offenlegen. Einen entsprechenden Kompromissvorschlag hat Nestlé der Behörde unterbreitet, heisst es in einer Mitteilung.

Damit will erstmals eine Kartellbehörde die Vorrangstellung von Nestlé im Kapselkaffeemarkt beschneiden. Angestossen wurde das Verfahren von Douwe Egberts und Ethical Coffee Company. Bislang beschäftigten sich vor allem Patent- und Markengerichte mit Nespresso – und bescherten den Schweizern zuletzt immer häufiger Niederlagen.

In Frankreich soll sich Nespresso nicht nur verpflichten, Wettbewerbern Einblick in die Details seiner aktuellen Maschinen zu geben. Das Unternehmen soll seine Konkurrenten künftig auch über geplante Änderungen an den Maschinen informieren – und zwar drei Monate vor deren Einführung, heisst es in einem Bericht der französischen Zeitung “Le Monde”.

Weiterhin soll Nestlé die Garantiebedingungen abändern, so dass die Nutzung von fremden Kapseln nicht mehr automatisch zum Garantieverlust führt. Zudem soll Nespresso künftig sowohl in der Presse als auch in seinen Club-Filialen darauf verzichten, ausdrücklich zum Gebrauch seiner eigenen Kapseln aufzufordern.

Bislang handelt es sich bei diesen Zugeständnissen um Vorschläge von Nestlé, die von den Beteiligten bis zum 19. Mai getestet werden sollen. Bewähren sich die Massnahmen, sollen sie für Nestlé bindend gemacht werden.

Nespresso macht in Frankreich rund ein Viertel des Umsatzes mit den Kaffeekapseln. 2012 trugen nach Angaben der französischen Wettbewerbsbehörde 73 Prozent aller in Frankreich verkauften Kapselmaschinen und 85 Prozent aller Kaffeekapseln das Logo von Nespresso.