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EU: Milchquote stoppte Strukturwandel nicht

Die vor 30 Jahren eingeführte Milchquotenregelung hat den Strukturwandel nicht gestoppt wie das Beispiel im deutschen Niedersachsen zeigt, wo die Zahl der Molkereien von 176 auf deren 25 sank.

von Alimenta Import

Dieses Fazit hat Niedersachsen in dieser Woche im Rückblick auf 30 Jahre Milchquote gezogen. Es wies für das eigene Bundesland darauf hin, dass in diesem vor der Einführung der Kontingentierung im Jahr 1980 noch 63 503 Milchviehbetriebe gezählt worden seien. Schon zehn Jahre später sei ihre Zahl bis auf 42 000 gesunken und aktuell liege sie bei 10 500, wie AgraEurope gemäss dem Landesbauernverband schreibt. Das entspricht einer Abnahme um 83,5 Prozent. Ähnlich waren die Veränderungen bei den Molkereien: 1980 habe es noch 176 gegeben, zehn Jahre später 123 und aktuell seien es noch 25 Molkereien. Demnach habe sich die Garantiemengenregelung nicht so strukturhemmend auf die Branche ausgewirkt wie zunächst erwartet, bilanzierte der Verband.

Die bei der Einführung versprochene positive Einkommenswirkung für die Erzeuger, treffe nur für die letzten Jahren der von Anfang an umstrittenen Regelung zu. Seiner Einschätzung nach passt das ordnungspolitische Instrument nicht mehr zu der von der Europäischen Union ausgegebenen Philosophie freier Märkte. Im kommenden Jahr läuft die Quotenregelung nach dem mehrheitlichen Votum der EU-Mitgliedstaaten aus. age/hps