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Positive Aussichten mit dem neuen Freihandelsabkommen

Freihandelsabkommen mit den Golfstaaten ermöglicht Zolleinsparungen in Milliardenhöhe. Dies gelte gemäss einer Untersuchung besonders für Industrieprodukte. Aber auch die Lebensmittelindustrie spare Millionen.

von Alimenta Import

Das per 1. Juli 2014 in Kraft tretende Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz bzw. den EFTA-Ländern und den arabischen Golfstaaten ermöglicht Schweizer Firmen gemäss einer Erhebung von Switzerland Global Enterprise (S-GE) über die nächsten zehn Jahre kumulierte Zolleinsparungen von bis zu USD 1,7 Mrd. Grosses Einsparpotenzial hat vor allem der Industriesektor.

Das Freihandelsabkommen (FHA) zwischen den EFTA-Ländern und den Golfstaaten birgt für exportierende Schweizer Unternehmen bei den Zollgebühren ein Einsparungspotenzial von maximal USD 246 Mio. pro Jahr. Mit Inkrafttreten des Abkommens werden die Zölle auf Industrieerzeugnisse für mehr als 90% der Tariflinien wegfallen. Beim Einsparungspotenzial für Schweizer Exporteure muss jedoch davon ausgegangen werden, dass die Nutzungsrate nicht bei 100% liegt. Geht man von einer Nutzungsrate von 50% aus, dann würden hiesige Firmen im ersten Jahr nach Inkrafttreten rund USD 120 Mio. einsparen können. Könnte die Nutzungsrate auf 70% gesteigert werden, würden Einsparungen von USD 170. Mio. jährlich drin liegen.

Über einen Zeitraum von zehn Jahren wären für Schweizer Exporteure kumulierte Einsparungen zwischen USD 1,2 und 1,7 Mrd. möglich. Daniel Küng, CEO von S-GE: «Die Golfstaaten sind für Schweizer Exporteure schon seit einiger Zeit attraktiv. Mit Inkrafttreten des Freihandelsabkommens erhält der bilaterale Handel zusätzlichen Schub. Auch dank dem enormen Einsparungspotenzial für Schweizer Exporteure, das unsere KMU nun verstärkt nutzen sollten. Die Abnehmer in den Golfstaaten sind auf Schweizer Qualität aus und auch bereit, beim Kauf von Produkten für Swissness einen entsprechenden Preis zu bezahlen.»

Gemäss der Untersuchung von Patrick Ziltener, Privatdozent an der Universität Zürich, die er im Auftrag von S-GE durchgeführt hat, bietet sich dem Industriesektor das grösste Einsparpotenzial. Im Rahmen des neuen FHA können gesamthaft rund USD 241 Mio. jährlich eingespart werden. Fast USD 82 Mio. ergeben sich in der Uhrenindustrie, gefolgt von der MEM-Industrie mit rund USD 62 Mio. und der Schmuckbranche mit USD 56 Mio. jährlich. Da Pharma-Exporte in die GCC-Länder bereits zollfrei sind, beläuft sich das Einsparpotenzial für die Chemie-/Pharma-Industrie nur auf USD 6,6 Mio. Fünf Jahre nach Inkrafttreten des FHA könnte die Lebensmittelindustrie jährlich maximal USD 4,4 Mio. einsparen. sge/hps