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WTO: Agrarlobby bremst Liberalisierung

Vor fünf Monaten wurde auf der Insel Bali zum ersten Mal ein multilaterales Handelsabkommen abgeschlossen. Doch der weitere Abbau der Handelshemmnisse harzt wegen den Agrarmärkten.

von Alimenta Import

Vor fünf Monaten jubilierte man bei der Welthandelsorganisation noch: Nach Jahrzehnten war erstmals ein multilaterales Handelsabkommen abgeschlossen worden. Doch der weitere Abbau von Handelshürden harzt. Hauptstreitpunkt seien die Agrarmärkte, wie srf.tv heute schreibt.
Der Chef der WTO, Roberto Azevedo, sagt im Gespräch mit Bundesrat Johann Schneider-Ammann , dass die Aufgabe eine schwierig, aber nicht unlösbar sei. Und das, obwohl dem Vernehmen nach seit dem Abschluss des multilateralen Handelsabkommens auf der Insel Bali keinerlei Annäherung zwischen den 160 WTO-Mitgliedsländer erzielt worden ist.
Wenn die Hürden, die für den globalen Handel abgebaut werden sollen, fallen, dann versprechen sich die WTO-Staaten ein bis zu 100 Milliarden Dollar höheres Handelsvolumen.
Doch die sogenannte Doha-Runde kommt nunmehr seit 13 Jahren nicht vom Fleck.

Einer der umstrittendsten Verhandlungspunkte ist die Öffnung der Agrarmärkte. Das ist ein heikles Thema, auch für die Schweiz. Vor fast sechs Jahren war die Doha-Runde auf Eis gelegt worden, weil sich Industrie- und Entwicklungsländer nicht einigen konnten, wer welche Zugeständnise machen muss. Dennoch will WTO-Chef Azevedo die Agrarfrage nicht länger ausklammern: «Wenn wir die Doha-Runde zu Ende bringen wollen, müssen wir die schwierigen Fragen zuerst angehen», betonte er. Auf die Frage, wie das gehen soll, bleibt er vage: «Wir müsse kreativ sein und realistisch.»

Bis Ende des Jahres muss Azevedo die schwierigen Fragen lösen. Denn dann muss er einen Zeitplan für die künftigen Verhandlungen vorlegen. Es braucht noch viel Optimismus, um das zu schaffen. srf/hps

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