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Preisüberwacher fordert Agrarfreihandel

Preisüberwacher Stefan Meierhans präsentiert in seinem heute publizierten Bericht „Preise und Kosten“ zehn Massnahmen, wie Preise in der Schweiz gesenkt werden können. Eine davon: Agrarfreihandel mit der EU.

von Alimenta Import

Mit der starken Aufwertung des Schweizer Frankens sei die Debatte um die Hochpreisinsel Schweiz neu lanciert worden, schreibt der Preisüberwacher Stefan Meierhans in seinem heute veröffentlichten Bericht „Preise und Kosten“. Darin präsentiert er 10 Massnahmen für tiefere Preise, von denen der Preisüberwacher selbst sagt, sie seien kontrovers. Wolle man etwas gegen die Hochpreisinsel Schweiz unternehmen, brauche es aber eine offene Diskussion, Grundsätze müssten überdacht und Liberalisierungsschritte geprüft werden.
Eine Massnahme für tiefere Preise sei der Agrarfreihandel mit der EU / EWR, denn der Grenzschutz verteuere die Lebensmittel. „Ein Agrarfreihandelsabkommen mit der EU liegt zwar derzeit auf Eis, dürfte aber zu Preissenkungen führen“, heisst es im Bericht.

Ein solches Abkommen würde unter anderem bedingen, dass die Gleichwertigkeit der jeweiligen Tierschutzbestimmungen anerkannt würde. Zwar könnte die Schweiz, wie etwa von Schweden und Österreich vorgemacht, strengere Tierschutzbestimmungen verlangen. Die Einfuhr von Tieren und tierischen Produkten aus der EU müsse jedoch erlaubt werden, auch wenn die Tiere nicht nach diesen strengeren Normen für einheimische Produzenten gehalten worden seien. Eine generelle Marktöffnung ist für den Preisüberwacher auch deshalb sinnvoll, weil Schweizer jährlich für mehrere hundert Millionen Franken im Ausland Lebensmittel einkaufen. lid