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Suisse Garantie legt weiter zu

Messen, TV-Spots, Events: Agro-Marketing Suisse (AMS) wirbt für Schweizer Lebensmittel. Mit Erfolg: Die Marke Suisse Garantie ist bei der Bevölkerung bekannt, von Firmen wird sie immer häufiger eingesetzt.

von Alimenta Import

François Mieville, Kurt Nüesch, Charlotte Hofstetter, Urs Schneider und Roger Gut (v.l.). (lid)

“Es ist und bleibt die einzige Chance für Schweizer Landwirtschaftsprodukte, sich durch Qualität und nochmals Qualität abzuheben und sich zu differenzieren“, sagte Urs Schneider, Präsident von Agro-Marketing Suisse (AMS), in seinem Eröffnungsreferat an der heutigen Mitgliederversammlung in Bern. Hier setze die Arbeit der AMS an: Mit der Marke “Suisse Garantie“ mache man Schweizer Produkte sichtbar.

Untersuchungen hätten gezeigt, dass Suisse Garantie an Bekanntheit und Akzeptanz markant zugelegt habe. Bei einer Untersuchung hätten 82 Prozent der befragten Personen das Label gekannt. Auch bei den Verarbeitern und Detailhändler kommt die Marke an. Ende 2013 verfügten 1‘432 Firmen über eine Benutzungsberechtigung – 310 Unternehmen mehr als im Vorjahr.??Ein wichtiger Aufgabenbereich der AMS ist die Werbung: Die Sammelpromotion im letzten Jahr habe eine riesige Resonanz gefunden, erklärte Marcel Portmann von der Arbeitsgruppe Garantiemarke. Rund 465‘000 Suisse Garantie-Logos seien aus Verpackungen ausgeschnitten und eingeschickt worden.

Derzeit laufe eine Kampagne mit TV-Spots und Plakaten. Der Slogan “Da lueg i druf“ soll die Leute für Schweizer Lebensmittel sensibilisieren. Eine zweite Staffel folge im Herbst.??Ein fixer Termin im AMS-Kalender ist jeweils die Grüne Woche in Berlin. Der Schweizer Auftritt an der weltgrössten Messe für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau wird von der AMS organisiert. Für nächstes Jahr sei eigentlich Bern als Gastkanton vorgesehen gewesen, erklärte Urs Schneider. Doch dieser hätte sich zurückgezogen. Derzeit arbeite man an einer Lösung.??

Im nächsten Jahr wird die AMS zusätzlich zur Grünen Woche auch an der Weltausstellung in Mailand präsent sein, wo sie als “Presenting Partner“ für das Restaurant verantwortlich ist. Dieser Anlass biete der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft eine einmalige Möglichkeit, sich zu präsentieren, so Schneider. 20 Mio. Besucher würden erwartet, davon 600‘000 Personen aus der Schweiz. Man könne gleichzeitig den Heimmarkt wie die Exportmärkte bearbeiten, so Schneider. Der Schweizer Stand sei auf dem Messegelände ideal positioniert, so dass ein grosser Publikumsaufmarsch gewiss sei. Die AMS beteiligt sich am Schweizer Auftritt mit 1,7 Mio. Franken. Noch offen ist, ob sich das Bundesamt für Landwirtschaft an den Kosten beteiligt. Ein entsprechendes Gesuch hat die AMS eingereicht. Die Projektleitung für den Auftritt an der “Expo Milano 2015” übernimmt Laurence Bovet. Die eidgenössisch diplomierte Marketingplanerin spreche mehrere Sprachen und habe Erfahrung im Eventmanagement, lobte Schneider. Bovet, die in Rue FR aufgewachsen ist und seit einigen Jahren in der Deutschschweiz wohnt, wird zunächst in Brugg beim Bauernverband arbeiten und danach das Projekt vor Ort in Mailand betreuen.??

Neu in den AMS-Vorstand gewählt wurde Kurt Nüesch, Direktor der Schweizer Milchproduzenten (SMP). Er ersetzt Albert Rösti, Nüeschs Vorgänger bei den SMP. Die Arbeitsgruppe Events/Messen In- und Ausland wird neu von Roger Gut präsidiert, die Verantwortung für die Technische Kommission übernimmt François Mieville.

Im Anschluss an den statutarischen Teil folgte ein Referat von Lidl-Chef Matthias Oppitz und Sascha Behnemann, Bereichsleiter Früchte und Gemüse bei Lidl. Der Discounter hat vor fünf Jahren seine erste Filiale in der Schweiz eröffnet. Mittlerweile sind es 93 Läden. Die Expansion gehe weiter, verkündete Oppitz, ohne sich aber auf Zielgrösse festlegen zu wollen.
Grosses Potenzial ortet er in den Grossstädten, wo Lidl bis jetzt wenig präsent ist. Dass man zu Beginn oft auf der grünen Wiese eine Filiale gebaut habe, sei nötig gewesen, künftig würde man sich aber vermehrt in bereits bestehende Gebäude einmieten. Derzeit beliefert Lidl sämtliche Läden vom Warenverteilzentrum in Weindfelden TG aus. In Sévaz FR baut der Discounter derzeit eine zweite Logistikplattform. Suisse Garantie sei eine wichtige Marke, deren Aussage eindeutig sei, lobte Oppitz. Beim Fleisch betrage der Suisse Garantie-Anteil 81 Prozent, bei Obst und Gemüse 46 Prozent und bei Lebensmitteln der Kategorie Kühlung 38 Prozent. In der Werbung setzt Lidl stark auf Swissness, der Slogan lautet: “Lidl Schweiz – da steckt richtig viel Schweiz drin.“ Im letzten Jahr hat Lidl europaweit 700 Tonnen Schweizer Käse verkauft. Laut Oppitz soll diese Menge verdoppelt werden. Der Discounter ist mit rund 10‘000 Filialen in 26 europäischen Ländern präsent. lid