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Gesucht: Beste Etikette

FINAT, der weltweite Verband der Selbstklebeetiketten-Industrie, hat auf seinem Jahreskongress in Monaco die Gewinner seines 34. Etikettenwettbewerbs bekanntgegeben.

von Alimenta Import

Branchenexperte Mike Fairley (UK) hatte den Vorsitz der Jury des 34. Finat Label Awards übernommen. Er vertrat Tony White, der aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht teilnehmen konnte. Ihm zur Seite standen wie immer Murat Sipahioglu (Türkei), Steve Wood (Großbritannien) und Rik Olthof (Cartils, Niederlande). In diesem Jahr wurden sie von Bill Bruce (FoodBev Media, Großbritannien) und Bernard Plat, ehemaliger Präsident der französischen Etikettenverbandes UNFEA, unterstützt.

Die Arbeit der Jury
„Die Zusammenarbeit und die Gespräche mit den anderen Experten haben mir die Gelegenheit gegeben, weitere Einblicke in die Etikettenindustrie und die dort arbeitenden Menschen zu gewinnen“, meint Mike Fairley. „Es ist immer schwierig zu entscheiden, welches Etikett warum besser ist. Doch wenn man einige der besten Produkte vor sich liegen hat, erhält man einen ganz guten Überblick über die von den führenden Druckereien erzielbare Leistung. Man ist schon beeindruckt, wenn man sich den Arbeitsaufwand und das Können vor Augen hält, die vonnöten sind, um ein Etikett mit bis zu 12 Druck- und Verarbeitungsstufen herzustellen. Wobei auch ein Etikett mit nur zwei oder drei Farben oder Prozessen eine genauso große Wirkung haben kann“, ergänzt er.

„Best in Show“ und Gruppen-Gewinner
Die Preise in der Kategorie Best in Show und Druckverfahren gingen an Multi Labels, Großbritannien, für das Etikett „The Irishman Single Malt“.
Dieser Wettbewerbsbeitrag hat bei Technik und Design eine hohe Bewertung erhalten. Auf den ersten Blick scheint die Produktion recht einfach, doch die Fakten sprechen eine andere Sprache. Besonders hervorgehoben werden muss der großzügige Einsatz filigraner, goldfarbener Heißprägefolie im Bereich der Signatur und auf den inversen Flächen. Der Umstand, dass 10 Farben verwendet wurden, um dieses Endergebnis zu erzielen, bei dem Prägen und Lackieren in einem Durchgang erfolgten, macht deutlich, welche Kontrolle notwendig ist, um ein Etikett in einer solch hohen Qualität zu fertigen. Hier wurden die Vorteile des Flexo- und Siebdrucks kombiniert, um ein Ergebnis zu schaffen, das die Auszeichnung als „Best in Show“ verdient.

In der Gruppe Marketing/Endanwendungen konnte sich Collotype Labels – Griffith, Australien mit „De Bortoli Wines – La Bohème“ durchsetzen.
Für dieses äußerst attraktive Etikett wurde eine Oper als Thema gewählt. Die komplex gestalteten Blumen, die die zentrale Figur umranken, verleihen dem Endergebnis eine zusätzliche Tiefe. Die leicht gelbbraune Färbung gibt der Hauptfigur einen sehr ansprechenden Rahmen. Die sechs Farben wurden im Offsetdruck aufgebracht und mit Seidenlack veredelt.

In der Gruppe für klebfreie und linerlose Anwendungen hat Masterpress S.A., Polen, mit „Heineken The Future – Limited Edition“ den ersten Platz belegt.
Mit seinen zahllosen Sternen ist dieses Schlauchetikett sofort ein Blickfang. Durch die Silberfolie kommt das Etikett auf der Flasche hervorragend zur Geltung. Mit neun Farben, UV- und Lösemittel-Flexo- und -Tiefdruck erweist sich dieses Etikett als kompliziert zu drucken.

Gewinner in den Gruppen Marketing/Endanwendungen, Druckverfahren und klebfreie und linerlose Anwendungen
In der Gruppe Innovation gab es keinen Kategorie-Gewinner.

Gruppe Marketing/Endanwendungen: Gewinner in den Kategorien:
Weine: Zwei Gewinner: Collotype Labels, Australien, für „Pocketwatch Cabernet Sauvignon“ und Collotype Labels – Griffith, Australien, für „De Bortoli Wines – La Bohème“.

Alkoholische Getränke: Litho-Bru SA., Frankreich, für das Etikett mit Spiegeleffekt „Rémy Martin Coupe Shanghai“.
Dieses kleine ovale Etikett passt sehr gut auf die typische Rémy Martin Flasche. Der im Flexo-, Sieb- und Offsetdruck in drei Farben und mit zwei Lacken auf PET-Folie gedruckte Wettbewerbsbeitrag vermittelt den Eindruck einer verspiegelten Oberfläche. Die feinen Linien und erhabenen Flächen des schwarzen Bildes sorgen für eine zusätzliche Wirkung.

Nahrungsmittel
Cabas S.A., Griechenland, für „Rhyton – Cretan Thyme Honey“.
Sein ansprechendes Etikett wurde im Buchdruck in nur zwei Pantone-Farben sowie mit einem matten Lack auf Perlglanz-Polypropylen gedruckt. Die filigrane Zeichnung in der Mitte hält den Augenblick fest, in dem eine Biene den Pollen einsammelt, um dann im Bienenstock Honig daraus zu machen. Diesen speziellen Honig findet man nur in einem bestimmten Gebiet von Griechenland, genauer in Chania auf Kreta.

Etikettenhefte
Arca Etichette, Italien, für „Pivetti Impasta & Vinci 2013“.
Ein dynamisch anmutendes Etikett, das die Aufmerksamkeit auf das Schiff im Mittelkreis lenkt. Die grünen und gelben Streifen schaffen einen angenehmen Kontrast zum Blau des Meeres. Das vordere Etikett öffnet sich leicht und der Text sowie das Rubbelfeld sind einfach zugänglich. Dieses Etikett ist ein gutes Marketinginstrument und ein preisverdächtiger Werbeauftrag. Das gesamte Etikett, einschließlich der Innenseiten, wurde in vier Prozessfarben im Flexodruck gedruckt.

Werbeetiketten (Eigenwerbung)
Multi Labels Ltd, Großbritannien, für „Printers Proof Gin“.
Das eigentliche Etikett ist Teil eines beeindruckenden Werbepakets von Multi Labels, das die Umverpackung für die Flasche beinhaltet. Das Etikett veranschaulicht die zahlreichen von dem Unternehmen angebotenen Verarbeitungsprozesse. Im Flexo- und Siebdruck wurden 9 Farben plus zwei Heißprägefolien in einem einzigen Durchgang aufgebracht. Die verschiedenen Prägestufen in Verbindung mit erhaben wirkendem Lack auf einigen der schwarzen Buchstaben vermitteln den Eindruck einer beträchtlichen Tiefe. Das ungewöhnliche Stanzmuster erinnert an einen Busfahrschein aus längst vergangenen Zeiten. Dieses technisch anspruchsvolle und optisch beeindruckende Etikett ist ein gutes Beispiel dafür, wie man die Fähigkeit eines Unternehmens, Etiketten zu drucken, vermarkten kann.

Etikettensätze
Einer der beiden Gewinner war Marzek Etiketten + Packaging, Österreich, für „Cserszegi Pálinka“.
Für diesen optisch überwältigenden Satz aus 8 Etiketten wurde eine ungewöhnliche Pfeil-/Lesezeichen-Form gewählt. Die Druckqualität des in fünf Farben im Offsetdruck erstellten Etiketts ist sehr gut. Die Heißfolienprägung ist überall ansprechend ausgeführt und insbesondere beim Wappen deutlich akzentuiert. Das Rautenmuster im Hintergrund aller Etiketten vergrößert das Interesse an dem Ergebnis. Hinzu kommen die sehr markante, stilisierte Lilienblüte im Hintergrund und das Rautenlogo in der unteren Hälfte des Etiketts. Ein sehr schönes Ergebnis.

Druckverfahren-Gruppe: Gewinner in den Kategorien:
Flexodruck: St. Luc Labels & Packaging, Belgien, für „The King’s Ginger“.
Ein sehr ansprechendes und royal anmutendes Etikett. Es wurde im Flexodruck in 6 Farben sowie mit zwei Lacken und mit goldfarbener Kaltfolienprägung gedruckt. Es wirkt rein und attraktiv. Die in schwarz gehaltene Kursivschrift ist äußerst edel gedruckt und die goldene Füllung der Buchstaben sowie die exzellente Folienprägung, die das Portrait von König Edward VII umgibt, erhöhen die Wertanmutung.

Digitale Bildverarbeitung: Flexiket A/S, Dänemark, für „Chorizo med Jalapeño“.
Eine absichtlich unauffällig gehaltene Arbeit. Dieses im Digitaldruck in 4 Prozessfarben erstellte Etikett konzentriert sich auf die Abbildung der Hauptprodukte roter und grüner Paprika. Die inverse weiße Schrift ist gut dargestellt und die Stanzung erinnert an einen Poststempel.

Kombinationsdruck: Multi Labels Ltd, Großbritannien, für „The Irishman Single Malt“.
Besonders hervorgehoben werden muss der großzügige Einsatz filigraner, goldfarbener Heißprägefolie im Bereich der Signatur und auf den inversen Flächen. Der Umstand, dass 10 Farben verwendet wurden, um dieses Endergebnis zu erzielen, bei dem Prägen und Lackieren in einem Durchgang erfolgten, macht deutlich, welche Kontrolle notwendig ist, um ein Etikett in einer solch hohen Qualität zu fertigen. Hier wurden die Vorteile des Flexo- und Siebdrucks kombiniert, um ein Ergebnis zu schaffen, das auch die Auszeichnung als „Best in Show“ verdient.

Gruppe für klebfreie und linerlose Anwendungen: Gewinner in der Kategorie
Schlauchetiketten: Masterpress S.A., Polen, für „Heineken The Future – Limited Edition“.

Auswahl für den World Label Awards Wettbewerb
Im Laufe des Jahres wird der FINAT die besten Etiketten der diesjährigen Gewinner auswählen, damit diese den FINAT bei den bevorstehenden World Label Awards (WLA) vertreten. Der WLA-Wettbewerb findet am Tag vor der Labelexpo Americas statt, die Anfang September 2014 in Chicago eröffnet wird. pd