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Kameruns Kakao-Pläne sind in Gefahr

Das afrikanische Land wollte eigentlich bald zur Nummer drei im weltweiten Kakaoanbauranking werden. Doch es gibt Hindernisse.

von Alimenta Import

Das afrikanische Land will seine Kakao-Produktion bis 2020 auf 600’000 Tonnen jährlich verdreifachen und in die Top drei der weltweit grössten Exporteure aufsteigen. Momentan verdient das Land als fünftgrösster Exporteur der Welt mit den Bohnen jährlich etwa 386 Millionen Euro, was laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters der auf cash.ch erschienen ist, rund die Hälfte der Einnahmen aus Rohstoff-Ausfuhren ausmache.

Für die kamerunische Regierung laute das Ziel, die Nummer drei im Exportmarkt zu werden. Nummer eins ist die Elfenbeinküste und auf dem zweiten Platz liegt Ghana. Die Überalterung des Baumbestands und die desinteressierte Jugend würden Kamerun jedoch einen Strich durch die Rechnung machen. In den vergangenen beiden Anbau-Perioden seien die Erträge um 30 Prozent zurückgegangen, weil Schädlinge und widriges Wetter den überalterten Bäumen zugesetzt hätten. Dem National Cocoa and Coffee Board (NCCB) zufolge fallen 30 bis 40 Prozent der Ernte Schädlingen oder Krankheiten zum Opfer. Für die aktuelle Saison wird eine Produktion von 235 000 Tonnen vorausgesagt. Analysten der afrikanischen Ecobank würden dagegen mit einem Rückgang auf 190 000 Tonnen rechnen.

Der Anbau von schädlingsresistenten Bäumen komme im westafrikanische Land nur schleppend vorwärts. Zudem zahle die kamerunische Regierung nur wenige der versprochenen Investitionen von 20 Millionen Dollar und habe trotz dem Ziel der Verdreifachung der Kakaoproduktion, keine erkennbare Strategie. Ein grosses Problem sei zudem die Überalterung der Kakaobauern, die meistens älter als die Bäume selber seien. Die tiefen Erträge und die schlechte Qualität des angebauten Kakaos, schreckten viele junge Leute ab, im Kakaoanbau zu arbeiten. hps

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