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USA: Streit um Käseherstellung

Die amerikanische Lebensmittelaufsichtsbehörde FDA hat sich mit Käseherstellern geeinigt. Käse darf weiterhin auf Holzbrettern gelagert werden.

von Alimenta Import

Zwischen amerikanischen Käseproduzenten und der Lebensmittelaufsichtsbehörde (FDA) ist ein bizarrer Streit um die traditionelle Käse-Herstellung beigelegt worden. Die Food and Drug Administration” (FDA) hatte Zweifel an der Hygiene des jahrhundertealten Verfahrens, Käse auf Holzbrettern reifen zu lassen. Das Holz ist in den Augen der FDA nicht sauber genug und könnte ein Hort für Bakterien sein, was sich nicht mit dem FDA-Regelwerk verträgt.

Die Käseindustrie zeigte sich empört: Das Vorgehen der Behörde sei eine Bedrohung für die traditionelle Käse-Herstellung. Käme es zu einem Verbot, beträfe das nicht nur den Käse, der in den USA hergestellt würde, sondern auch Importprodukte, warnte der Branchenverband.
Die Furcht, bald auf Sorten wie Beaufort, Comté, Parmesan oder Cheddar verzichten zu müssen, erreichte gemäss der französischen Nachrichtenagentur AFP auch den politischen Betrieb in Washington. Ein gutes Dutzend Abgeordnete appellierte an die Käseliebhaber unter den Kongress-Abgeordneten, die FDA davon abzuhalten, Hand an das “Jahrhunderte alte Verfahren” zur Käseherstellung anzulegen.

Tatsächlich war die Wucht, mit der die Käse-Lobby zuschlug, von Erfolg gekrön und die FDA teilte mit, sie habe nie vorgehabt, den auf Holz gereiften Käse zu verbannen. Frühere Äusserungen seien als “Hintergrundinformation zur Nutzung von Holzregalen” zu verstehen gewesen. Diese seien aber wohl etwas zu bestimmend ausgefallen. Vor knapp einem Jahr hielt die FDA 1,5 Tonnen Mimolette-Käse aus Nordfrankreich beim amerikanischen Zoll mit der Begründung fest: Der Käse sei “ekelhaft”, er bestehe “vollkommen oder zu Teilen aus einer widerlichen, fauligen oder zersetzenden Substanz”. pd/hps