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Deutscher Detailhandel gegen Maut

Die in Deutschland geplante Strassenmaut wird vom Detailhandel abgelehnt. Diese schaffe einen zusätzlichen Wettbewerbsnachteil für den Handel, findet der Handelsverband Deutschland (HDE).

von Alimenta Import

“Die Einführung einer Pkw-Maut für Ausländer auf deutschen Strassen würde vor allem grenznahe Einzelhändler hart treffen. Viele Kunden aus den Nachbarländern würden dann wohl auf ihre Einkaufsfahrten verzichten”, wird HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in der Lebensmittelzeitung zitiert. Der Handel sei zwar auch auf eine funktionierende und moderne Infrastruktur angewiesen, aber für die Finanzierung von Strassen und Brücken brauche es nicht unbedingt eine Pkw-Maut.

Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt will ab 2016 für alle Pkw eine Maut einführen. Der durchschnittliche Maut-Satz dürfte bei etwa 88 Euro pro Jahr liegen. Der genaue Preis richte sich nach der Öko-Klasse des Fahrzeugs und dem Hubraum. Damit die Strassengebühr für Fahrzeughalter in Deutschland zu keinen Mehrbelastungen führt, will Dobrindt im Gegenzug die Kfz-Steuer senken. Die Maut muss aber noch vom Bundesfinanzministerium und vor allem von der EU-Kommission gebilligt werden. Verkehrskommissar Siim Kallas hatte mehrfach betont, dass ausländische Fahrzeuge bei der Maut nicht diskriminiert werden dürften.