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Handelsabkommen zwischen EU und USA: Mögliche Auswirkungen auf die Schweiz

Das Handelsabkommen über eine transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) zwischen der EU und den USA könnte spürbare Folgen für die Schweizer Wirtschaft haben.

von Alimenta Import

Seit Juli 2013 verhandeln die EU und die USA über das TTIP-Abkommen, dessen Ziel der Zollabbau bei Industrie- und Agrarprodukten sowie die Beseitigung nicht-tarifärer Handelshemmnisse ist. Da die EU mit 56 % und die USA mit 11 % mehr als zwei Drittel der Schweizer Exporte abnehmen, könnte sich das Freihandelsabkommen gemäss Medienmitteilung des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) auch auf die Schweiz auswirken. Aus diesem Anlass gab das SECO zwei Studien in Auftrag, die aufgrund von Annahmen und Szenarien mögliche Auswirkungen aufzeigen.

Möglicherweise kann die Schweiz durch die gegenseitig günstigeren Rahmenbedingungen der beiden Vertragspartner benachteiligt werden. Besonders beim US-Markt wäre die Benachteiligung spürbar, da die Schweiz mit den USA kein Freihandelsabkommen hat. Profitieren könnte die Schweiz hingegen, wenn nicht-tarifäre Hemmnisse durch neue, nichtdiskriminierende Regelungen ersetzt würden, so die Studie des SECO.
Auch Massnahmen der Schweiz in Form eines Parallelabkommens zwischen EFTA und USA wurden analysiert. Dabei kann das Schweizer BIP je nach Reichweite des Abkommens bis zu 0,5 % einbüssen, wenn zwischen der Schweiz und den USA kein Freihandelsabkommen entstehen würde. Entstünde jedoch ein solches Abkommen, könnte sich das bei einem umfassenden TTIP-Abkommen mit einem Plus des BIP von 2,9 % auswirken.
Die zweite Studie untersuchte mögliche Auswirkungen auf Schweizer Exportproduzenten. So würden laut Studie besonders Automobilzulieferer und Präzisionsinstrumente potentiell betroffen, da US- und vor allem EU-Produzenten ihre Schweizer Zwischenprodukte durch solche aus der EU oder den USA ersetzen könnten.
Beide Berichte basieren auf Annahmen und Szenarien und geben lediglich Hinweise auf die Grössenordnung der möglichen Auswirkungen. Die Resultate müssten deshalb mit Vorsicht interpretiert werden, so das SECO.
Der Abschluss der Verhandlungen wird bis Ende 2015 erwartet. Dann müssen je nach Sektor und Produkten weitere Analysen durchgeführt werden, schreibt das SECO. lid