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Deutschland: Hohe Bussen für Lebensmittelkartelle

Das deutsche Kartellamt hat zwei Verfahren gegen Brauereien und die Zuckerindustrie abgeschlossen. Dabei wurden bis anfang Juli rund 635 Millionen Euro Bussen verhängt.

von Alimenta Import

Beim Kartell gegen drei grosse deutsche Zuckerhersteller sei laut topagrar das dritthöchste Bussgeld in der Geschichte des Amtes verhängt worden. Das zu Jahresbeginn an insgesamt elf Brauereien, einen Verband und 14 verantwortliche Personen ausgesprochene Bussgeld in Höhe von rund 338 Mio Euro sei das bis jetzt zweithöchste gewesen.

Im Hinblick auf das laufende Verfahren zu einem möglichen Kartoffel-Kartell konnte das Bundeskartellamt noch keine Angaben dazu machen, wann mit ersten Ergebnissen beziehungsweise einem Abschluss der Untersuchungen zu rechnen sei. Derzeit befänden sich die Akten in der Auswertung, und es würden Gespräche geführt.

Mit einem Abschluss rechnet er hingegen noch in diesem Jahr in Sachen Wurst-Kartell und beim Vertikalverfahren im Lebensmittelbereich. Im vergangenen Jahr hat das Bundeskartellamt nach Auskunft seines Präsidenten in insgesamt zwölf abgeschlossenen Kartellverfahren Bussen in einer Gesamthöhe von 240 Mio Euro verhängt. Darunter befanden sich unter den Verfahren mit Agrarbezug etwa die in den Bereichen Mühlen und Süsswaren. Mehr als die Hälfte der Fälle gingen auf Kronzeugen zurück. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 17 Durchsuchungen in 73 Unternehmen beziehungsweise Verbänden und elf Privatwohnungen durchgeführt worden. pd/hps