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Deutsches Wurstkartell: Busse für Bell-Gruppe

In Deutschland sprach das Kartellamt Bussen an 20 Unternehmen der Fleischindustrie aus. Besonders stark betroffen von den gesamthaft 300 Millionen teuren Bussen sind die Bell-Unternehmen, Abraham, Hoppe und Zimbo.

von Alimenta Import

Das deutsche Bundeskartellamt stellt Bussgeldforderungen in Höhe von mehr als 300 Mio. Euro an 20 Unternehmen der Fleischindustrie. Wie die Wirtschaftswoche berichtete, sollen vor allem Clemens Tönnies und die Schweizer Bell-Gruppe, zu der die deutschen Wursthersteller Abraham, Hoppe und Zimbo gehören, am härtesten bestraft werden. Beide müssten jeweils rund 100 Mio. Euro zahlen.

80 % der Bussgeldsumme sollen dabei auf sechs dominierende Wursthersteller entfallen (Bell, Tönnies, Stockmeyer, Nestlé/Herta, Lutz-Gruppe, Wiesenhof). Das Kartellamt wirft den Unternehmen vor, sie hätten jahrelang Preise abgesprochen.? ?Die Zur-Mühlen-Gruppe (Tönnies) bestreitet dies. Sie wolle sich „gegen ein mögliches Bussgeld wehren und Rechtsmittel einlegen“, teilte die Gruppe mit.

Das Kartellamt wolle das Bussgeld für Tönnies am Umsatz aller seiner Unternehmen bemessen, obwohl sie rechtlich nicht miteinander verflochten sind und nur gegen die Zur-Mühlen-Gruppe ermittelt wurde. Auch Bell lässt in einer Medienmitteilung verlauten, dass die Strafe ungerechtfertigt sei und sich «umfassend» verteidigen werde.

Das Kartellamt werde das Verfahren in Kürze abgeschlossen sein, wolle sich noch nicht zu Ergebnissen äussern. Die Behörde ermittelt bereits seit fünf Jahren. hps