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Russland-Sanktionen belasten deutsche Ernährungsindustrie

Die Russland-Sanktionen der EU drücken die Stimmung der deutschen Nahrungsmittelhersteller.

von Alimenta Import

“Auf Grund der bestehenden Handelshemmnisse haben sich deutsche Hersteller bereits zunehmend von dem russischen Markt abgewendet. Die angespannte geopolitische Lage und die EU-Sanktionen verunsichern die Unternehmen zusätzlich”, sagt Stefanie Lehmann, Referentin für Wirtschaftspolitik bei der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie (BVE) gegenüber der Lebensmittelzeitung.

Deutlich schwerer als die aktuellen Sanktionen wiegen jedoch die bereits bestehenden Importverbote für deutsches Schweinefleisch und die Importblockade für deutsche Milchprodukte. “Das Russlandgeschäft der deutschen Ernährungsindustrie ist schon länger belastet. Der Abbau von Handelshemmnissen im Russlandexport, besonders im Veterinärbereich, ist für die deutsche Ernährungsindustrie weiter ein dringendes Anliegen”, wird BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff zitiert.

Die Handelshemmnisse belasten die Umsätze der deutschen Hersteller zunehmend. Allein im vergangenen Jahr sanken die deutschen Lebensmittelexporte nach Russland – dem größte Absatzmarkt für die deutsche Ernährungsindustrie außerhalb der EU – um 15 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro.

In aktuellen Umfragen der BVE unter den Exportleitern der Branche sind die Erwartungen an das Russlandgeschäft schon seit längerem deutlich eingetrübt. Die Bedeutung Russlands als Exportmarkt nimmt ab. “Das Exportgeschäft wird stärker auf mehrere Absatzmärkte ausgerichtet”, heisst es in einer Mitteilung des Verbandes.