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Deutscher Detailhandel will beim Hühnerfutter mitreden

In den Verhandlungen des deutschen Detailhandels mit seinen Eier-Lieferanten über neue Lieferverträge geht es neben den Preisen auch darum, ob die Produzenten wieder gentechfreies Legehennen-Futter verwenden müssen.

von Alimenta Import

Anfang des Jahres hatten der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) und der Bundesverband Deutsches Ei (BDE) den Ausstieg aus der Verfütterung von gentechnisch unverändertem Sojaschrot angekündigt. Das hatte zu Protesten im Handel und bei Erzeugern geführt. Branchengrössen wie Deutsche Frühstücksei hatten von Anfang erklärt, gentechnikfrei bleiben zu wollen. Rewe und Edeka verlangen weiterhin die Lieferung von Eiern aus gentechnikfreier Fütterung. Die Edeka-Zentrale ist erst kürzlich dem “Verband Lebensmittel ohne Gentechnik” beigetreten. Auch Aldi und Lidl überlegen offenbar, gentechnikfreies Futter zu verlangen.

Einig sind sich Handel und Produzenten dagegen, dass ab 2017 das Schnabelkürzen verboten ist. Der Vorstand des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltung (KAT) hat einen entsprechenden Entschluss gefasst, gestützt auf einen entsprechenden Erlass des niedersächsischen Landwirtschaftsministers Christian Meyer. Die meisten deutschen Eier kommen aus diesem Bundesland. Um Benachteiligungen niedersächsischer Erzeuger zu vermeiden, hat KAT das Verbot auf alle Lieferanten der etwa 20 Mrd. Eier für den deutschen Detailhandel – auch aus den Niederlanden – übertragen. LZ